Workshop 12.02.2016-15.02.2016, jeweils 10-20 Uhr
Organisation: Tobias Kratzer/Christiane Heibach
Beschreibung
Workshop für Studierende "Multimediale Gestaltung: Zur Theorie +Praxis der Inszenierung im (Musik)Theater mit Tobias Kratzer im WS 2016/17
Vorbesprechung 13.1.2017, 10-11 c.t., PT 1.0.4.
Anmeldungen an: christiane.heibach@ur.de
Maximale Teilnehmerzahl: 20
Das Theater ist eine der ältesten Künste überhaupt und hat seit jeher Philosophen, Kunsttheoretiker, aber auch Künstler aller Art beschäftigt. Zum einen steht es durch den direkten Kontakt zum Publikum an der Schnittstelle zwischen Kunst und Gesellschaft, zum anderen unterscheidet sich seine mediale Struktur grundlegend von der der meisten anderen Künste: Denn im Gegensatz zu den Werken der bildenden Kunst und der Literatur, deren materielle Gestalt trotz wechselnder Interpretationen weitgehend konstant bleibt, geht es beim Theater darum, die verschriftlichten Vorlagen (Partitur/Text) in konkrete multimedial-präsentische Aufführungen zu überführen und auf diese Weise die Interpretation zu versinnlichen. Die „Verkörperungen“ durch die Schauspieler und Sänger sind dabei nur ein Teil - auch Bühnenbild und Beleuchtung, Kostüme und Requisiten schaffen jeweils neue mediale Wechselwirkungen, die eine Inszenierung in ihrer Gesamtheit ausmachen. Zudem sind an diesen Übersetzungsprozessen von der Abstraktion der schriftbasierten Notationen in die Sinnlichkeit der Multimedialität zahlreiche Akteure beteiligt – nicht nur die Schauspieler/Sänger, sondern auch Regisseur/in, Bühnenbildner/in, Orchester und Dirigent/in, ebenso wie die jeweils eingesetzten Bühnenmedien – so entsteht ein komplexes Netzwerk aus Interaktionen zwischen allen Beteiligten.
Der Workshop widmet sich der Theorie und der Praxis (musiktheatraler) Inszenierung. Wir befassen uns zum einen mit der Theorie der Inszenierung und des Performativen, wie sie u.a. von Erika Fischer-Lichte prominent formuliert wurde. Zum anderen wird einer der erfolgreichsten Jungregisseure des deutschen Musiktheaters, Tobias Kratzer, die verschiedenen multimedialen Prozesse des Inszenierens aus seiner Praxis vorstellen. Daran schließt sich die gemeinsame Arbeit an einem Inszenierungskonzept am Beispiel von Richard Strauss‘ Oper „Elektra“ bzw. dem dieser zugrundeliegenden Theaterstück von Hugo von Hofmannsthal an. In Gruppen oder individuell arbeiten Sie gemeinsam mit Tobias Kratzer an einem Inszenierungskonzept, das dann zum Abschluss des Workshops vorgestellt und diskutiert wird.
Teil des Workshops ist zudem ein gemeinsamer Besuch einer Aufführung von „Elektra“ in der Inszenierung von Herbert Wernicke an der Bayerischen Staatsoper in München am 13.02.2016.
Tobias Kratzer hat an zahlreichen großen Opernhäusern im In- und Ausland ausgesprochen erfolgreich inszeniert (in Nürnberg und Weimar, München, Karlsruhe und Leipzig genauso wie in Karlstadt (Schweden) und Graz (Österreich). Er ist einer der Shooting-Stars der Musiktheaterregie und wird 2019 den Tannhäuser bei den Festspielen in Bayreuth inszenieren.