Immobilien des Einzelhandels
Die französische Revolution beginnt nicht zufällig im Palais Royal, der ersten größten Mall der Neuzeit (s.o.). In dessen Cafés wird diskutiert, dort versammeln sich die aufgebrachten Bürger, und von dort ziehen sie dann los, um die Monarchie zu stürzen. Die Moden des Einzelhandels als auch die großen Innovationen wie das große Fenster, der Kühlschrank, das elektrische Licht, das Auto, die Bestellung online prägen die Erwartungen an die Handelsimmobilie immer wieder neu. Handelsimmobilien definieren städtische Zentralität. Sogar ihre Architektur ist stilbildend. Das Foto zeigt das größte Kaufhaus seiner Zeit, den frühen Stahlskelettbau Carson/Pirie/Scott von Arthur Sullivan in Chicago. (Das ist gerade der Architekt hinter der berühmten Forderung nach "Form Follows Function”).
Koordination, die Orientierung an den Wünschen der Konsumenten und damit sogar Phantasie sind zentrale Aspekte in der erfolgreichen Entwicklung moderner Handelsimmobilien. Vielleicht hilft auch etwas weniger Orientierung an Durchschnitten und großen Zahlen? Und bereichert etwa die zunehmende Konzentration im Lebensmitteleinzelhandel (die sich auch in ihren Immobilien niederschlägt) die Vielfalt, Qualität und Leistbarkeit von Lebensmitteln? In jedem Fall hat immmobilienwirtschaftliche Theorie ihren sinnvollen Platz in der Analyse von Immobilien des Einzelhandels. Viele innovative Konzepte entstehen in der Praxis, aber die notwendigen Gedankenexperimente werden erst durch Modellbildung möglich.