Stadtentwicklung
Le Corbusier fordert in seiner Charta von Athen "Licht und Luft" für die Stadt. Jane Jacobs dagegen kritisiert den an Corbusiers Forderungen angelehnten Wohnungsbau der Moderne. Sie verbindet mit ihm die Vernachlässigung des Öffentlichen Raums. Beide Positionen bleiben bis heute interessant und relevant. Aber beide ignorieren auch die Anreize, die hinter den von ihnen kritisierten Stadtformen stehen. Preise spielen in ihren Theorien keine Rolle. Dabei signalisieren säkulare Preisveränderungen die Wünsche der Gesellschaft. In dem Maße, in dem Haushalte mehr Zeit zuhause verbringen, wünschen sie auch mehr Licht im Haus.
Immobilienentwickler bedienen diesen Wunsch nach besserem Privaten Raum, indem sie lichtere Quartiere bauen … weil sie die höher bepreisen können. Den ebenso vorhandenen Wunsch der Haushalte nach besserem Öffentlichen Raum bedienen sie dagegen nicht … weil sie den nicht höher bepreisen können. Auch aus dieser Diskrepanz erklären sich Monotonie und Sterilität der zeitgenössischen Quartiersentwicklung (beispielhaft hier (öffnet neues Fenster)). (Das Foto oben zeigt links das Monadnock Building von Holabird and Roche in Chicago, einen der ersten Stahlskelettbauten.)