Forschende der Universität Regensburg haben eine besorgniserregende Entdeckung veröffentlicht: Durch den Klimawandel verursachte Hitzewellen könnten eine Bedrohung für Hummeln darstellen. Das ist besorgniserregend, da Populationen vieler wichtiger Bestäuberinsekten bereits im Rückgang sind.
„Die zunehmende Häufigkeit und Intensität von Wetterextremen, wie zum Beispiel Hitzewellen, könnten diesen Schlüsselarten zusätzlichem Stress aussetzen“, sagt Dr. Christoph Kurze, der leitende Forscher dieser Studie an der Universität Regensburg. „Deshalb haben wir uns gefragt, welche Auswirkungen kurze, variierende thermische Hitzeexposition und -dauer auf die Puppenentwicklung bei Hummeln, insbesondere der Dunklen Erdhummel (Bombus terrestris), haben“, sagte Sandra Laußer, eine Studentin, die im Rahmen ihrer Bachelorarbeit an dieser Studie mitgeforscht hat. Die Studie ergab, dass thermischer Stress über nur wenige Tage die Schlüpfrate der Puppen bereits drastisch reduzierte. Darüber hinaus deuten die Ergebnisse darauf hin, dass zunehmender extremer Hitzestress die Puppenentwicklung der Hummeln negativ beeinflusst, was sich auch in einer Zunahme von Flügeldeformationen zeigte. Diese Missbildungen beeinträchtigen die Flugfähigkeit der Bienen, was die Fitness der Kolonie mindert und ihre Bestäubungsleistung einschränkt.
Hummeln sind wesentliche Bestandteile von Ökosystemen und erbringen entscheidende Bestäubungsleistungen in der gesamten nördlichen Hemisphäre, einschließlich Europa. „Sie sind auch wichtige kommerzielle Bestäuber, die beispielsweise in Gewächshäusern zur Bestäubung von Nutzpflanzen wie Tomaten eingesetzt werden“, so die Forschenden. Obwohl der Ansatz des Regensburger Teams mechanistisch war und in einer kontrollierten Laborumgebung und nicht an natürlich lebenden Kolonien durchgeführt wurde, sind die Ergebnisse hochrelevant. Die Studie dient als kritischer Indikator für die Verwundbarkeit. „Wir erwarten eine noch größere Anfälligkeit bei stärker kälteadaptierten Hummelarten“, fügte Dr. Kurze hinzu, „was darauf hindeutet, dass sensiblere Hummelarten einem noch größeren Risiko ausgesetzt sind, wenn Hitzewellen in Frequenz und Intensität zunehmen.“
Originalpublikation:
Laußer, S., & Kurze, C. (2025). Impact of thermal stress during pupal development in a key pollinator. Proceedings of the Royal Society B, 292:20252029. doi: doi.org/10.1098/rspb.2025.2029
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Dr. Christoph Kurze
Universität Regensburg
Evolutionsökologie
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