Präventionsforschung - AG Kreuzer & Langguth
Die Prävention psychischer Erkrankungen ist eine zentrale gesellschaftliche und gesundheitspolitische Herausforderung. Sie umfasst neben der frühzeitigen Identifikation von Risikofaktoren und der Stärkung individueller sowie kollektiver Schutzfaktoren auch die Förderung von Gesundheitskompetenz, Resilienz und sozialer Teilhabe. Vor dem Hintergrund steigender Prävalenzen psychischer Belastungen gewinnt insbesondere die Entwicklung evidenzbasierter, niedrigschwelliger und breit zugänglicher Präventionsansätze zunehmend an Bedeutung. Die Arbeitsgruppe „Prävention“ am Lehrstuhl für Psychiatrie und Psychotherapie widmet sich der Entwicklung, Umsetzung und wissenschaftlichen Evaluation innovativer Ansätze zur Förderung psychischer Gesundheit und zur Prävention psychischer Krisen. Ein zentraler Forschungsschwerpunkt liegt dabei auf der Verbesserung der Datenlage zu suizidalem Verhalten, unter anderem durch ein Projekt zur systematischen Erfassung von Suiziden in der Oberpfalz.
Im Fokus der Arbeitsgruppe steht zudem das Projekt „HSN – Helfen in Seelischer Not“, ein niedrigschwelliges Erste-Hilfe-Kurskonzept für psychische Krisensituationen. Das Programm wurde an der Universität Regensburg in Kooperation mit dem medbo Bezirksklinikum sowie dem Studienzentrum für evangelische Jugendarbeit Josefstal entwickelt. Es basiert auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Hilfeverhalten und Krisenintervention und wird partizipativ unter Einbezug von Betroffenen, Angehörigen und Fachpersonal kontinuierlich weiterentwickelt.
Das Projekt HSN – Helfen in Seelischer Not
Das seit dem 01.10.2022 durch das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege geförderte Drittmittelprojekt verfolgt das Ziel, die psychische Handlungskompetenz in der Allgemeinbevölkerung zu stärken. Durch ein zweistündiges, praxisnahes Kursformat sollen insbesondere Berührungsängste und mentale Hemmschwellen im Umgang mit psychischen Akutsituationen abgebaut werden. Gleichzeitig adressiert HSN zentrale Aspekte der Prävention, darunter die Förderung von Resilienz, die Verbesserung der mentalen Gesundheitskompetenz sowie die Entstigmatisierung psychischer Erkrankungen.
Die Arbeitsgruppe begleitet das HSN-Programm umfassend wissenschaftlich. Im Mittelpunkt stehen die kontinuierliche Evaluation der Wirksamkeit des Kurskonzepts, die Untersuchung relevanter Wirkmechanismen sowie die zielgruppenspezifische Weiterentwicklung (z.B. für ältere Bevölkerungsgruppen). Darüber hinaus werden weitere Faktoren, wie etwa die Rolle der Kursleitenden, sowie Qualitätskriterien psychischer Erste-Hilfe-Kurse systematisch untersucht. Erste Ergebnisse wurden 2025 in einer peer-reviewten Publikation in Frontiers in Public Health veröffentlicht; weitere Studien befinden sich in Vorbereitung.
Weitere Informationen gibt es auf der Homepage www.hsn-kurse.de (externer Link, öffnet neues Fenster)