Veranstaltung: Philosophisches Kolloquium - Der Speziesismusvorwurf in der Tierethik
Zeit: 16:00 Uhr
Ort: Seminarraum R 007
- Referentin / Referent:
- Dr. Tobias Kasmann
- Veranstaltungsart:
- Vortrag
- Zielgruppe:
- öffentlich, uni-weiter Kalender
- Veranstaltungssprache:
- Deutsch
- Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften
Hinter dem unschönen Ausdruck 'Speziesismus' und dem damit verbundenen Vorwurf steht eines der erfolgreichsten Argumente in den Debatten der angewandten Ethik. Das Argument, das den Vorwurf des Speziesismus stützt, soll zeigen, dass es nicht gerechtfertigt werden kann, manche Lebewesen allein deshalb deutlich besser zu behandeln als andere, weil sie verschiedenen Arten angehören. Artzugehörigkeit sei rational und unparteilich betrachtet eine ebenso irrelevante Eigenschaft wie etwa die Hautfarbe oder das Geschlecht einer Person. Daher sollten wir Speziesismus als ein ebenso zu ächtendes Vorurteil wie Rassismus und Sexismus behandeln. Folglich könne man nicht ohne Weiteres allen Menschen einen höheren moralischen Status als jedem Tier einräumen. Menschen Grundrechte (Menschenrechte) zuzugestehen, diese aber nichtmenschlichen Tieren zu verwehren oder menschliche Interessen grundsätzlich höher zu gewichten als tierliche Interessen, sei speziesistisch und damit offensichtlich nicht rechtfertigbar.
Im Vortrag möchte ich erstens die Annahmen herausarbeiten, auf denen der Speziesismusvorwurf beruht. Ich werde dabei zweitens zeigen, dass entscheidende Annahmen und Voraussetzungen dieses Vorwurfs alles andere als zwingend sind. Durch diese Vorarbeit wird es mir drittens möglich sein, meine Hauptthese zu verteidigen: Die philosophische Tierethik sollte auf den Speziesismusvorwurf verzichten. Es ist nämlich nicht nur möglich, eine kritische tierethische Position zu vertreten, die einerseits substantielle Rechte von Tieren vorsieht und andererseits die ethische Grenze zwischen Mensch und Tier anerkennt (und in diesem Sinne speziesistisch wäre); vielmehr sollte man eine solche Position auch deswegen einnehmen, da sie den tierethischen Diskurs inklusiver und wertschätzender gestaltet und ihn damit für eine breitere Öffentlichkeit zugänglich macht.
Veranstaltungsort
Seminarraum R 007
Universitätsstraße 31
93053 Regensburg
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