Seit fünf Jahren bietet die Universität Regensburg den Masterstudiengang „Perimortale Wissenschaften. Sterben, Tod und Trauer interdisziplinär“ (PeWi) an. Aus diesem Anlass kamen kürzlich zahlreiche Gäste, darunter Studierende, Absolventinnen und Absolventen sowie Lehrende, zu einer Jubiläumsveranstaltung an der Universität zusammen.
Der Begriff „perimortal“ ist ein bewusst gewähltes Kunstwort und lässt sich mit „um den Tod herum“ übersetzen. Analog zum Begriff „perinatal“ verweist er auf die interdisziplinäre Zusammenschau aller Wissenschaften, die sich mit Sterben, Tod und Trauer befassen; darunter Rechts-, Kultur- und Pflegewissenschaften genauso wie Medizin oder Theologie. Zugleich bringt er ein zentrales Verständnis des Studiengangs zum Ausdruck: Der Tod wird nicht als bloße Zäsur oder Leerstelle verstanden, sondern als Übergang. Damit unterscheidet sich PeWi von einer rein naturwissenschaftlich orientierten Thanatologie.
Nachhaltige Bereicherung der Theologie
Eröffnet wurde die Veranstaltung von Studiengangsleiter Prof. Dr. Rupert M. Scheule, Ordinarius für Moraltheologie. Prof. Dr. Tobias Nicklas, Prodekan der Fakultät für Katholische Theologie, in der der Studiengang angesiedelt ist, würdigte PeWi als nachhaltige Herausforderung und Bereicherung für die klassische Theologie. „Wenn ich mit meinen Kolleginnen und Kollegen spreche, dann erzählen sie, dass es anders ist, in PeWi zu lehren als in anderen Fächern“, so Nicklas. An die Studierenden gerichtet ergänzte er: „Bleiben Sie so nachfragend und so widerständig!“
Absolvent*innen präsentieren Arbeiten
Im Mittelpunkt der Veranstaltung standen mehrere Festvortrags-Vignetten, in denen Absolventinnen und Absolventen Einblicke in ihre Forschungsarbeiten gaben. Anna Meister stellte ihre Masterarbeit zur ethischen Einordnung der Werbekampagne #dasistpalliativ vor. Raphael Herpich präsentierte Ergebnisse seiner Masterarbeit zu den Herausforderungen des Human-Resources-Managements im Bestattungswesen. Annette Seibel wiederum gewährte Einblicke in ihre laufende Doktorarbeit im PhD-Studiengang Theologische Studien, in dem an der Universität Regensburg ebenfalls ein Schwerpunkt Perimortalwissenschaften angeboten wird. In ihrer Forschung untersucht sie Coping-Strategien von Bestattern im Umgang mit belastenden Situationen im Berufsalltag.
Im Anschluss brachte Professor Scheule die Anwesenden über die Rolle der Theologie innerhalb der Perimortalwissenschaften sowie über zukünftige Entwicklungen im Umgang mit Sterben und Tod ins Gespräch. Den Abschluss bildete ein geselliges Beisammensein, bei dem weitere Absolventinnen im Rahmen eines Gallery Walks Poster zu ihren Abschlussarbeiten präsentierten.
Musikalisch umrahmt wurde der Abend von Noah Walczuch (Gesang) und Simon Hoffmann (Piano).
Kontakt aufnehmen
Prof. Dr. Rupert M. Scheule
Lehrstuhl für Moraltheologie
Universität Regensburg
Tel.: +49 (0)941 943 3804
E-Mail: rupert.scheule@ur.de