Am Donnerstag, den 15. Januar 2026, hatte der Präsident der Universität Regensburg, Prof. Dr. Udo Hebel, zum universitätsinternen Neujahrsempfang ins obere Foyer der Universitätsbibliothek eingeladen. Beim traditionellen Empfang hob er vor rund 300 geladenen Gästen die zentrale Rolle und Verantwortung von Wissenschaft und Universität als Orientierungs- und Innovationskraft in politisch und gesellschaftlich herausfordernden Zeiten hervor. In seiner Rede blickte er noch einmal auf die großen Erfolge der UR im Jahr 2025 zurück, betonte die strategische Weiterentwicklung von Forschung, Lehre und Infrastruktur und skizzierte wesentliche Handlungsfelder für die Weiterentwicklung der Universität im Jahr 2026.
Musikalisch begleitet wurde der Abend vom studentischen Ensemble „Heartland Express", bestehend aus Musikerinnen und Musikern des Uni-Jazzorchesters Regensburg.
Rückblick auf Erfolge
Professor Hebel verwies in seiner Rede zunächst auf die noch kurz vor Weihnachten errungenen Forschungserfolge der Universität. So bewilligte die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) eine neue Forschungsgruppe zum Thema „Maschinelles Lernen für komplexe Quantenzustände“ unter der Sprecherschaft von Prof. Dr. Markus Schmitt, Fakultät für Informatik und Data Science. Im Elitenetzwerk Bayern wurde das Internationale Doktorandenkolleg zur Photoelektronischen Katalyse unter Leitung von Prof. Dr. Oliver Reiser, Forschungsdekan der Fakultät für Chemie und Pharmazie, verlängert. Zudem erhielt Dr.in Volha Bartash vom Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropastudien (IOS) und Lehrbeauftragte an der Fakultät für Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften einen ERC Consolidator Grant für ihr Projekt zu Erinnerungsorten des NS-Völkermords an den Sinti und Roma in Ost- und Ostmitteleuropa. Diese neuerlichen Erfolge, so Hebel, unterstrichen einmal mehr „die hohe Leistungsfähigkeit, die sehr guten Perspektiven und die große Innovationskraft der Universität.“
Verantwortung von Wissenschaft und Universitäten
Vor dem Hintergrund globaler Krisen, politischer Verwerfungen und gesellschaftlicher Polarisierung hob der Präsident die besondere Verantwortung von Wissenschaft und Universitäten hervor. „Wissenschaftsfreiheit und die Übernahme von Verantwortung für das Innovationspotential und für die Menschlichkeit von Wissenschaft sind unmittelbar verknüpft mit fortschrittsorientierter Zukunftsgestaltung und Resilienz“, betonte Hebel. In Zeiten von Manipulation, Diskriminierungen, populistischen Vereinfachungen und ideologischen Verzerrungen brauche es Universitäten und Wissenschaft als Orte und Foren der Weltoffenheit, der Komplexität, der Vielfalt und der Wahrheit.
Schwerpunkte stärken
Mit Blick auf die Hochschulentwicklung kündigte Hebel an, die strategischen Prozesse zur Zukunftsfestigung der UR konsequent fortzusetzen. In der Forschung gelte es, bestehende Schwerpunkte weiter zu stärken und zugleich vielversprechende emergente Projekte gezielt zu fördern. Sonderforschungsbereiche, Graduiertenkollegs, Forschungsgruppen und ERC Grants spielten dabei eine zentrale struktur- und profilbildende Rolle. Die Planung weiterer neuer Departments in unterschiedlichen Bereichen dokumentierten die Entwicklungs- und Veränderungsbereitschaft der Universität und würden sowohl die interne Forschungslandschaft als auch die Kooperationen nach außen stärken.
Auch die Weiterentwicklung des Studienangebots bleibe ein zentrales Handlungsfeld. Dieses müsse sich an den Erwartungen künftiger Studierender orientieren, international noch attraktiver werden und interdisziplinäre Perspektiven stärker berücksichtigen. Besondere Aufmerksamkeit werde die Universitätsleitung der Weiterentwicklung der Lehrkräftebildung sowie der Anpassung organisatorischer Strukturen widmen.
Task Force für neues Sanierungskonzept
Im Bereich der Infrastruktur verwies Hebel auf die Stärken der Universität als Campusuniversität. Nach der Eröffnung des Regensburg Center for Ultrafast Nanoscopy (RUN) sowie den Richtfesten für das Werkstattgebäude und die neue Vorklinik folge nunmehr im Juni 2026 das Richtfest für das neue Forschungsgebäude CITO auf dem Gelände des Universitätsklinikums. Er kündigte die Einsetzung einer Task Force zur Neufassung des überholten Generalsanierungskonzepts der Universität an, um belastbare Perspektiven für Sanierungen, Nachnutzungen und Neubauten auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten zu entwickeln.
Vor dem Hintergrund angespannter Haushaltslagen und steigender Anforderungen verwies Hebel auf die Bedeutung und Notwendigkeit strategischer Priorisierungen und struktureller Anpassungen. Der Entwurf des bayerischen Doppelhaushalts 2026/27 bringe dankenswerterweise eine Erhöhung der Grundfinanzierung, doch blieben die Spielräume eng. Ziel der Universitätsleitung sei es aber, trotz dieser Rahmenbedingungen Flexibilität und Optionen für strategische Initiativen auch aus den Fakultäten und für innovative Transformationen zu bewahren.
Ausblick auf Jubiläum
Abschließend blickte Hebel auf das im Jahr 2027 bevorstehende 60-jährige Jubiläum des Vorlesungsbeginns an der Universität Regensburg. Die UR gehe als moderne, weltoffene und verantwortungsbewusste Volluniversität auf dieses Jubiläum zu. Der Präsident zeigte sich zuversichtlich, dass das vertrauensvolle, transparente und respektvolle Miteinander in der universitären Gemeinschaft auch 2026 die Grundlage für erfolgreiche Zukunftsgestaltung bilden werde.
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