Dr. Volha Bartash ist Historikerin und Sozialanthropologin mit Schwerpunkt Osteuropa, deren Arbeit die Erfahrungen und Erinnerungen vulnerabler und marginalisierter Gemeinschaften beleuchtet. Sie hatte Forschungs- und Lehraufträge an der Graduiertenschule für Ost- und Südosteuropastudien der Universität Regensburg und der Universität Münster inne und erhielt für ihre bahnbrechende Studie über Erinnerungskultur der Roma in Belarus und Litauen bereits das renommierte Marie-Skłodowska-Curie-Stipendium, mit dem sie schon einmal am IOS forschte.
In ihrem Forschungsprojekt EMPOWER: Empowering Legacy. Sites of Romani Genocide and Community Commemoration in East and East-Central Europe widmet sich Volha Bartash dem bisher wenig beachteten NS-Völkermord an den Sinti und Roma in Ost- und Ostmitteleuropa. Ziel ist, gemeinsam mit Sinti- und Roma-Gemeinschaften vergessene Erinnerungsstätten zu identifizieren und diese Stätten der Gewalt in Orte der Selbstermächtigung zu verwandeln. Das Forschungsprojekt ist auf fünf Jahre angelegt. Neben Bartashs eigener Stelle werden drei weitere Stellen für Postdoktorand*innen am IOS entstehen.
Der ERC Consolidator Grant ist eine der renommiertesten Auszeichnungen in Europa für Forschende in der Mitte ihrer Karrierephase. Diese Förderlinie des European Research Council unterstützt risikoreiche, aber erfolgversprechende innovative Projekte herausragender Forschender. 2025 hatte es europaweit 3121 Bewerbungen für einen Consolidator Grant gegeben, von denen 349 zur Förderung ausgewählt wurden, was einer Erfolgsquote von 11,2 Prozent entspricht.
Bartash hat zahlreiche Publikationen zur Geschichte und Erinnerung an den NS-Völkermord an den Sinti und Roma verfasst. Methodisch kombiniert sie Archivforschung, Oral History und Ethnografie und legt dabei einen Fokus darauf, Geschichte „von unten“ zu schreiben. Die Forscherin war Stipendiatin am United States Holocaust Memorial Museum, am Helsinki Collegium for Advanced Studies, am Wiener Wiesenthal Institut, am Imre Kertész Kolleg Jena und an der Universität Uppsala.
2024 wurde sie mit dem Vilis-Vītols-Preis der Association for the Advancement of Baltic Studies ausgezeichnet.
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Foto: IOS / Valentin Kordas Kontakt aufnehmen
Dr. Volha Bartash
E-Mail: volha.bartash@ur.de