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Miomind - Rechtschreibregal

„Ich fand es cool, weil man auch als nicht guter Rechtschreiber Erfolg haben kann!“
(Sebastian, nach dem Test der Rechtschreibspiele, 9 Jahre)

„Es ist normal, verschieden zu sein!“ (Richard von Weizäcker)

„Man kann verschieden normal sein“ (Wocken 2011, 76)

 

Herzlich Willkommen auf den Miomind-Projektseiten!

Ziel ist die Entwicklung eines Konzeptes sowie praktischer Materialien für einen kompetenzorientierten, inklusiven Rechtschreibunterricht, zusammen mit Kindern, Lehrer:innen und Student:innen.

Bei Miomind handelt es sich um ein Gemeinschaftsprojekt von Dr. Michael Kirch und Dr. Karin Reber, ursprünglich begonnen als lehrstuhlübergreifendes Projekt an der LMU München zwischen den Lehrstühlen Grundschulpädagogik und -didaktik sowie Sprachheilpädagogik und Sprachtherapie. Mit dem Wechsel von Karin Reber an den Lehrstuhl Pädagogik bei Sprach- und Kommunikationsbeeinträchtigungen zieht es mit seinen Seiten an die Universität Regensburg um und wird zusammen mit Studierenden in den Seminaren die Lehre neu begleiten mit der Perspektive, dass wieder neue Materialien hinzukommen werden. 

Auf der Projektseite finden Sie über 1000 freie Rechtschreibspiele und vieles mehr zum kostenlosen Download.

Spiele und Materialien zum Download

  • Lupenzauber

    Beim Spiel Lupenzauber wird durch die verwendete rote Lupe die Rechtschreibbesonderheit immer wieder ganz prägnant ins Bewusstsein gerufen und markiert. Es eignet sich somit für den Start mit einer Besonderheit.

    Lupe mit gelben Hintergrund
  • Milky

    Die Kinder üben mit den Wörtern als Karteikarten, wobei die Arbeit mit dem Milky-"Computer" motiviert und Selbstkorrekturverhalten stützt.

  • Flipper

    Das Spiel Flipper lieben zum Üben von Rechtschreibbesonderheiten besonders Jungs und schwache Rechtschreibende, denn man gewinnt hier durch motorisches Geschick. 

    Frosch
  • Gripsdiktat

    Schwerpunkt ist hier die phonologisch-morphologische Strategie: Wer sich über verwandte Wörter die Rechtschreibung aus den Spickerwörtern herleiten kann, ist klar im Vorteil! Hier lohnen sich “Grips” und Köpfchen!

    Gripsdiktat Icon - Weiße Karte mit Aufschrift "schnell; Kelle; Forelle"

Lupenzauber

Beim Spiel Lupenzauber wird durch die verwendete rote Lupe die Rechtschreibbesonderheit immer wieder ganz prägnant ins Bewusstsein gerufen und markiert. Es eignet sich somit für den Start mit einer Besonderheit.

Lupe mit gelben Hintergrund

Milky

Die Kinder üben mit den Wörtern als Karteikarten, wobei die Arbeit mit dem Milky-"Computer" motiviert und Selbstkorrekturverhalten stützt.

Flipper

Das Spiel Flipper lieben zum Üben von Rechtschreibbesonderheiten besonders Jungs und schwache Rechtschreibende, denn man gewinnt hier durch motorisches Geschick. 

Frosch

Gripsdiktat

Schwerpunkt ist hier die phonologisch-morphologische Strategie: Wer sich über verwandte Wörter die Rechtschreibung aus den Spickerwörtern herleiten kann, ist klar im Vorteil! Hier lohnen sich “Grips” und Köpfchen!

Gripsdiktat Icon - Weiße Karte mit Aufschrift "schnell; Kelle; Forelle"

Wörterversenken

Das Spiel Wörterversenken wird gespielt wie Schiffeversenken: Es eignet sich besonders gut zum Einprägen orthographischer Besonderheiten (Merkwörter).

Piratenschiff

Wörterwelten

Schwerpunkt des Spiels Wörterwelten ist die morphologische Strategie: Die Kinder sollen verwandte Wörter finden und erkennen, dass die Schreibweise dieser sich ähnelt.

Wörterwelten Icon "Planet"

Spellboard

Spellboard ist eine App für iPad oder Mac, die sich gut zum Üben von Grundwortschatz eignet. Der steht hier passend zu den 40 Miomind-Rechtschreibstrategien zum Download zur Verfügung.

Spellboard Icon

Wörtertreppe

Ein klassisches Leiterspiel, das für das erste Einprägen und Primen der Rechtschreibstrategien genutzt wird: Ziel ist es, sich die Wörter von Anfang an richtig einzuprägen, ideal auch für Kinder mit Schwierigkeiten.

Wörtertreppe Icon

Kompetenzprofile

Mit den Kompetenzprofilen “Schriftspracherwerb” und “Rechtschreiben” behalten Sie Ihre Lernenden im Blick. 

Aktionskarten

Mit Hilfe der Aktionskarten ist ein Spiel noch einmal individuell an die Bedürfnisse der Kinder und der Klasse anpassbar: Bewegung, Lesen, Schreiben, Spiel, Kreativität, …

Blankovorlagen

Alle Blankovorlagen zu allen Spielen zum Download: Ich erstelle mir mein Spiel mit meinen wichtigen Rechtschreibwörtern!

Ziele

Die Materialien des Rechtschreibregals sollen einen kompetenzorientierten und damit inklusiven Rechtschreibunterricht ermöglichen, der folgenden Ansprüchen genügt (Reber/Kirch 2013, 254):

  1. "Kindgemäßes Rechtschreiblernen unterstützen: Das Konzept orientiert sich an aktuellen Entwicklungsmodellen zum Schriftspracherwerb und unterstützt den Erwerb von Rechtschreibstrategien im alphabetischen (lautgetreue Schreibweise), phonologischen (z. B. Wörter mit <ei>), morphematischen (z. B. verwandte Wörter) und orthographischen (z. B. Dehnungen) Lernfeld (vgl. ausführlich Reber 2009). Darüber hinaus werden grammatische Strategien und Arbeitstechniken thematisiert.
  2. Individualisierung und Differenzierung ermöglichen: Statt eines gleichschrittigen Rechtschreiblehrgangs erhalten die Schüler:innen die Möglichkeit, individuell an Rechtschreibstrategien zu arbeiten (organisatorische, methodische, inhaltliche und soziale Öffnung nach Peschel 2002). Die Lehrkraft versteht sich als Lernbegleiter. Eine Lernmanagementsoftware entlastet sie von Verwaltungsaufgaben.
  3. Strukturierte Offenheit herstellen: Gerade schwächere Lernende benötigen neben freien Lernphasen qualitativ hochwertige Instruktion (z. B. Erklärungen zu den Rechtschreibregeln, zum Grundwortschatz). Daher finden neben offenen Lernphasen auch fokussierte Rechtschreibgespräche mit der ganzen Klasse oder mit Kleingruppen statt. Erklärvideos bieten darüber hinaus die Möglichkeit zur selbstständigen Auseinandersetzung mit Rechtschreibstrategien.
  4. Motivation zum Lernen durch spielerische Lernformen erreichen: Viele Unterrichtskonzepte, die im Lernbereich Rechtschreiben inhaltliche Offenheit (also nicht nur freie Wahl der Reihenfolge und Art der Materialien, sondern auch der Lerninhalte an sich; Peschel 2002) ermöglichen, arbeiten mit einer Flut an Arbeitsblättern. Die Kinder „verinseln“ vor ihrem Blätterberg. Daher kommen im Projekt vielfältige Lernformen zum Einsatz (z. B. Spiele für die Einzel-, Partner- und Gruppenarbeit; übende und strategiebildende Spiele). Gerade im Spiel lässt sich außerdem Heterogenität besonders gut auffangen: Das Spiel ist eine inklusive Methode (vgl. Kirch & Reber 2014)!
  5. Selbstbestimmtes Rechtschreiblernen entwickeln: Das Material ermöglicht einen hohen Grad an Selbstbestimmung, ohne die Lernenden alleine zu lassen. So wird der zu erlernende Wortschatz zunächst vorgestellt und geübt. Die Schüler:innen bestimmen dann selbst den Zeitpunkt, wann sie sich für die abschließende Lernzielüberprüfung bereit fühlen."

 

Zielgruppe: Schwerpunkt Primarstufe, aber auch noch Sekundarstufe je nach Rechtschreibkompetenz

Grundidee

Grafik Lernspielformen

Das Besondere am Konzept ist, dass es jedes Lernspiel (z.B. Wörterversenken, Wörtertreppe) zu jeder Rechtschreibstrategie (z.B. ie, sp, st, Dehnungen, …) gibt, meist noch in mehreren Schwierigkeitsstufen (Delfin, Fuchs, Adler) und mit Grundwortschatz aus verschiedenen Jahrgangsstufen (1/2 bzw. 3/4). 

Miomind bietet damit zur Zeit ca. 10 Lernspielformen zu je 40 Rechtschreibstrategien mit jeweils 3 Schwierigkeitsstufen. Daraus ergeben sich ca. 1200 Lernspielvorlagen, die Ihnen kostenlos zur Verfügung stehen!

Für den Unterricht bedeutet das: Zu Beginn kann die Lehrkraft das Spiel der ganzen Klasse gemeinsam erklären, z.B. das Lernspiel “Wörtertreppe”, weil einfach alle Kinder, egal welche Rechtschreibstrategie sie gerade lernen, auch ein Spiel dazu erhalten können. Danach können entweder alle Kinder gemeinsam die gleiche Rechtschreibstrategie mit dem gleichen Spiel “Wörtertreppe” üben, z.B. das “sp”, was in drei Schwierigkeitsstufen möglich wäre:

  • Delfin: Grundwortschatz v.a. Klasse 1 und 2, Wörter mit der Rechtschreibbesonderheit “sp”, Rest des Wortes lautgetreu, d.h. mitsprechen ist hilfreich
  • Fuchs: Grundwortschatz v.a. Klasse 1 und 2. Wörter mit der Rechtschreibbesonderheit “sp”, Rest des Wortes ist lautgetreu oder enthält phonologisch-morphologische Besonderheiten, d.h. nachdenken ist hilfreich
  • Adler: Grundwortschatz v.a. Klasse 3 und 4. Wörter mit der Rechtschreibbesonderheit “sp”, Rest des Wortes kann weitere orthographische Besonderheiten enthalten wie “ß” oder “tz”, d.h. merken ist angesagt

Alternativ können Kinder, die noch etwas wiederholen sollen (z.B. aus der vorherigen Jahrgangsstufe) oder die schon fortgeschrittene Fähigkeiten haben, aber auch das Wörtertreppen-Spiel mit einer anderen Rechtschreibbsonderheit machen, also z.B. “qu” oder “ß”. 

Das Besondere: Die Spielform ist für alle gleich und kann gemeinsam erklärt werden, nur die Inhalte werden variiert.

 

Zusätzlich kann jedes Spiel noch über die Aktionskarten weiter differenziert werden:

  • Aktionskarten Lesen: Schwerpunkt Leseförderung
  • Aktionskarten Schreiben: Schwerpunkt Rechtschreiben, Wort möglichst häufig schreiben
  • Aktionskarten Bewegung: Bewegungsaktionen für Zwischendurch
  • Usw.

Oder es werden ganz eigene Aktionskarten erstellt, die dann immer gezogen werden, wenn man auf ein Aktionsfeld mit einem “!” kommt.

Schwierigkeitsgrade differenzieren die Spiele nochmal

Delfin
Schwierigkeitsstufe 1 - Mitsprechen: Zuständig ist der Delfin, ein schlaues Tier, das unter Wasser lebt (Wasser - Land - Luft)
Fuchs
Schwierigkeitsstufe 2 - Nachdenken: Zuständig ist der Fuchs, ein schlaues Tier, das an Land lebt (Wasser - Land - Luft)
Adler
Schwierigkeitsstufe 3 - Merken: Zuständig ist der Adler, ein schlaues Tier, das in der Luft lebt und fliegen kann (Wasser - Land - Luft)

Für jede Rechtschreibstrategie existieren die Spiele in drei Schwierigkeitsgraden, die durch "schlaue" Tiere repräsentiert sind:

  • Schwierigkeitsgrad 1: Delfin
  • Schwierigkeitsgrad 2: Fuchs
  • Schwierigkeitsgrad 3: Adler
 Delfinlebt unter WasserRechtschreibstrategie & mitsprechenz.B. Rechtschreibstrategie <ie>: Biene (Wort enthält das <ie>; alle anderen Stellen sind lautgetreu)
 Fuchslebt an LandRechtschreibstrategie & nachdenkenz.B. Rechtschreibstrategie <ie>: Spiel (Wort enthält das <ie> und zusätzlich eine phonologische oder morphologische Strategie (=nachdenken), das <sp>)
 Adlerlebt in der LuftRechtschreibstrategie & merkenz.B. Rechtschreibstrategie <ie>: ließ (Wort enthält das <ie> und zusätzlich mindestens eine orthographische Besonderheit (= merken), das <ß>)

 

Lernform Spiel - das Spiel als inklusive Methode!

Benötigte Spielmaterialien für das Rechtschreibregal - die Dinge gibt es in jedem Klassenzimmer sowieso schon!
Kopierpapierkartons lassen sich vielfältig einsetzen, z.B. als Flipperkasten, und sind auch in jedem Lehrerzimmer verfügbar

Im Miomind-Konzept werden bewusst v.a. Spiele als Übungsformen gewählt (vgl. Kirch/Reber 2013):

 

  • Im Spiel wird aus "Wörter schreiben müssen" durch geschickte Spielregeln "Wörter schreiben dürfen"
  • Erfolg im Spiel hängt nicht nur von der guten Rechtschreibleistung ab, sondern auch von motorischer Geschicklichkeit, Glück usw.
  • Rechtschreiben wird durch Spiel zur Sinneserfahrung
  • Es gibt immer viele Gewinner (Wörtersieger, Würfelsieger, Richtigschreibsieger, ...)
  • In das Spiel werden oft lernförderliche Rechtschreibstrategien integriert (z.B. erfordert das Spiel den Umgang mit "verwandten Wörtern"). Alle Spiele setzen je nach Übungsform unterschiedliche Schwerpunkte, z.B. auf das Suchen verwandter Wörter, auf das Merken von Besonderheiten durch Gedächtnisstrategien etc.
  • Verwendung bekannter Spiele, um den Unterricht methodisch zu entlasten und positiv besetzte Erlebnisse in Verbindung mit Rechtschreiben zu bringen
  • Kooperatives Lernen im Spiel: Wörter gemeinsam richtig schreiben, sich über Wörter austauschen, Metasprache als Prinzip
  • Passung der Spiele über Aktionsfelder (vgl. Aktionskarten im Download) bzw. über Schwierigkeitsgrade (zu jeder der derzeit 40 operationalisierten Rechtschreibstrategie existieren 3 Schwierigkeitsgrade)

 

Das Spiel ist eine inklusive Methode!

 

Es wurden daher verschiedene Spielformen mit unterschiedlichen rechtschreibdidaktischen Schwerpunkten ausgewählt: Lupenzauber, Milky, Wörtertreppe, Wörterversenken, Lupenzauber, etc. 

Jedes Spiel wurde für alle 40 Rechtschreibstrategien umgesetzt, immer mehrfach differenziert, teilweise nach Schwierigkeitsgrad (Delfin, Fuchs, Adler) und nach Klassenstufe (GWS Klasse 1/2 sowie 3/4). Auf diese Weise entstanden schon mehr als 1000 Spielvorlagen!

Beim Spielen ist es stets notwendig, Wörter zu schreiben um zu gewinnen - und die Spiele sind stets so angelegt, dass es möglichst viele Gewinner gibt bzw. jede:r am Ende mindest ein:e Gewinner:in ist!

  • Wörtersieger:in: Wer hat die meisten Wörter aufgeschrieben bzw. aufschreiben dürfen?
  • Würfelsieger:in: Wer ist als Erste:r im Ziel und hat am besten gewürfelt?
  • Selbstkorrektursieger:in: Wer hatte am wenigsten Fehler (nach Selbstkontrolle) in den eigenen geschriebenen Wörtern?
  • Schönschreibsieger:in: Wer hatte die schönste Schrift? Schriftbild ist wichtig zum Einprägen der Orthographie!
  • Korrektursieger:in: Wer hat bei den anderen die meisten (übersehenen) Fehler entdeckt?
  • Usw.

Den Kindern ist gewinnen sehr wichtig. Sie finden selbst weitere Ideen und Regeln, wie es noch mehr Sieger geben kann! Es ist einfach schön, Erfolge zu ermöglichen und gut zu sein!

 

Jede:r soll und darf Erfolg haben!

 

Auch Kinder mit Rechtschreibschwierigkeiten können Erfolg haben, weil es auch Spiele gibt, die man durch motorisches Geschick oder Glück gewinnt!

 

Die Spiele wurden außerdem so ausgewählt, dass keine besonderen, außergewöhnlichen Materialien benötigt werden, sondern Dinge verwendet werden können, die sowieso überall verfügbar sind: Würfel, Spielfiguren, Flohchips oder Kopierpapierkartons sind schnell zusammengesucht!

 

Mediale Bestandteile: Kompetenzprofile, Rechtschreibregal mit Spielen und Lernmanagementsoftware

Das Miomind-Konzept beinhaltet drei mediale Bausteine:

Medialer BausteinBeschreibung
Kompetenzprofile Schriftspracherwerb & RechtschreibenMit den Kompetenzprofilen können Sie die Lernausgangslage Ihrer Schüler:innen erfassen und im Laufe des Schuljahres im Sinne einer Lernverlaufsbeobachtung dokumentieren. Auf Basis der Ergebnisse werden passgenau geeignete Spiele des Rechtschreibregals für die ganze Klasse gemeinsam, aber auch speziell für einzelne Lernende ausgewählt.

Miomind-Rechtschreibregal

 

In einem (möglichst auf Rollen stehenden und dadurch bewegbaren) Regal im Klassenzimmer stellt die Lehrkraft ihren Schülern alle Materialien zum "Richtig schreiben lernen" zur Verfügung. Zentral ist, dass dies nicht v.a. Arbeitsblätter, sondern Lernspiele sind: Neben analogen Spielformen stehen evtl. sogar digitale bereit, je nach Wünschen der Lehrkraft.

Die einzelnen Lernspiele mit den 1000+ Spielvorlagen stehen als kostenlose Downloads zur Verfügung.

Miomind-LernmanagementsoftwareZusätzlich zu den Miomind-Lernspielen des Rechtschreibregals wird die Lernmanagementsoftware "Miomind" entwickelt und in ersten Pilotphasen erprobt. Diese existiert derzeit als Forschungsversion für beteiligte Projektklassen und ist aktuell noch nicht veröffentlicht.

Das Konzept

Jede Klasse ist anders. Jedes Kind hat andere Lernvoraussetzungen im Lernbereich Rechtschreiben: Das bedeutet, dass Unterricht kompetenzorientiert gestaltet werden muss.

1. Schritt: Erfassen der Lernausgangslagen der Kinder

  • Quantitative Lernbeobachtung: Durchführen eines standardisierten Rechtschreibtests mit der ganzen Klasse, z.B. der Hamburger Schreibprobe (Mey 2012) (idealerweise zu Schuljahresbeginn, Mitte und Ende des Schuljahres)
    Ziele: Interindividueller Vergleich, Vergleich mit der Altersnorm, Einschätzen der eigenen Unterrichtsqualität

     
  • Qualitative Lernbeobachtung: Kompetenzprofil Schriftspracherwerb (Klasse 1) bzw. Rechtschreiben (ab Klasse 2) (vgl. Reber/Kirch 2013): Diagnosediktat mit der ganzen Klassen und qualitative Auswertung mit Hilfe des Beobachtungsbogens
    Ziele: Hinweise zur gezielten, differenzierten Unterrichtsplanung, individuelle Förderplanung im Rechtschreiben

2. Schritt: Gestaltung des eines kompetenzorientierten, lernzieldifferenten Unterrichts im Lernbereich Rechtschreiben

Mit Hilfe des Miomind-Rechtschreibregals sowie evtl. des Miomind-Computerprogramms wird ein Unterricht gestaltet, den Kindern verschiedene Lernspiele zu einzelnen Rechtschreibstrategien anbietet.

  • Die Lehrkraft wählt zunächst eine, dann immer mehr Lernspielformen für ihre Klasse aus und führt diese mit den Kindern zusammen methodisch ein.
  • Die Kinder wählen eine Lernspielform aus und üben damit an ihrer individuellen Rechtschreibstrategie.

Mediale Umsetzung: Echtes oder digitales Regal (Portfolio)

Rechtschreibregal (Umsetzung und Foto: Anna Büchner): Präsentiert werden nur die aktuell genutzten Spiele
Fahrbares Rechtschreibregal mit Rädern
Das Rechtschreibregal umgesetzt mit Ablagekörben zu jedem Spiel. Nur benötigte Spielpläne sind verfügbar. (Umsetzung und Foto: Christine Löser).
Rechtschreibregal als Aufsteller: In jedem Aufsteller finden sich alle Spiele zur jeweiligen Rechtschreibbesonderheit (Umsetzung und Foto: Christine Löser).
Im Wochenplan den Überblick behalten: An dieser Rechtschreibbesonderheit arbeite ich gerade (Umsetzung und Foto: Oliver Böhm)

Das Rechtschreibregal ist ein Regalschrank (idealerweise auf Rädern, d.h. fahr- und damit zwischen Klassen austauschbar), in dem alle Materialien und Spiele im Rechtschreibunterricht angeboten werden. Für jedes Spiel sollte ein Regalfach, gekennzeichnet mit dem Spielsymbol (als Piktogramm) und den ausgedruckten Spielvorlagen eingeplant werden.

Download der Spielsymbole als Piktogramme für das Rechtschreibregal | PDF (öffnet neues Fenster). (nicht barrierefrei)

Die Ordnung im Regal kann sich an verschiedenen Aspekten orientieren:

  1. Möchte man alle Spiele im Regal verfügbar machen, z.B. im Rahmen einer Lernwerkstatt oder für ein fahrbares Regal, das von allen Klassen genutzt wird, kann man für jede gewünschte Spielform (z.B. Wörtertreppe, Flipper) eine Ablage, eine Kiste etc. anlegen und alle Materialien dazu hier einordnen.
  2. Alternativ kann man nach Rechtschreibbesonderheit ordnen, oder auch nur immer die Spiele zur jeweils in der Klasse thematisierten Besonderheit im Regal verfügbar machen, z.B. wenn es um Dehnungen geht dann nur diese.
  3. Auch eine Mischung ist denkbar, z.B. dann auch in Form von Lernportfolios oder Wochenplanmappen, in denen die Materialien schon einzelnen Kindern fest zugeordnet sind. 

Wer alternativ über einen Drucker im Klassenzimmer verfügt, kann auch einen anderen Weg wählen, der nicht so vorbereitungsintensiv ist, wobei hierzu allerdings die Miomind-Software verfügbar sein sollte: das Rechtschreibportfolio. In diesem Fall drucken sich die Schüler selbst das Rechtschreibspiel aus dem Miomind-Wochenplan aus, sobald sie es üben möchten. Dann kleben sie es in ihr Rechtschreibportfolio. So wird sogar der Lernweg noch transparenter ("Das habe ich schon alles geschafft") und für Eltern und/oder Hort nachvollziehbarer.

Didaktische Ideen und allgemeine Downloads

Portfolio-Arbeit mit Miomind

Neben der Variante eines bestehenden Rechtschreibregals in der Klasse, kann man den Kindern auch immer wieder einzelne Spiele passend zu ihrem individuellen Lernweg zukommen lassen, die diese in ihrem Lernportfolio sammeln. 

So ein Lernportfolio kann auch die Einführung schon begleiten und folgende Teile enthalten:

Eine Vorlage dazu gibt es hier zum Download: Rechtschreibunterricht mit Lernportfolios - Kopiervorlagen zum Download | PDF (öffnet neues Fenster). (nicht barrierefrei)

 

Ideen von Christine Löser 

Frau Löser hat uns ihre Ideen und ein paar Materialien geschickt, wofür wir uns ganz, ganz herzlich bedanken: Sie setzt das Rechtschreibregal differenziert im Wochenplan ein:

Haben Sie noch mehr Ideen? Lassen Sie KollegInnen Teil haben! Wir freuen uns sehr über Rückmeldungen und Tipps.

 

Weitere allgemeine Downloads zum Projekt

Nochmal gesammelt im Überblick:

 

Wie verwenden Sie Miomind?

Lassen Sie uns gerne Ihre Ideen und Anregungen zukommen, wir freuen uns auch über geteiltes Material! Vielen Dank!

Kontakt: karin.reber​(at)​ur.de (öffnet Ihr E-Mail-Programm)

Ausblick: Miomind-Lernmanagementsoftware

von Karin Reber, Martin Steidl & Michael Kirch

 

"As computer-assisted instruction (CAI) becomes more intelligent the ability to individualize the learning experience for each student will greatly improve. New generations of educational software are capable of modeling the strengths and weaknesses of each student and developing strategies to focus on the problem area of each learner."
(Ray Kurzweil, The Singularity Is Near)

 

Motivation: Warum eine Lernmanagementsoftware?

Unterrichtet man lernzieldifferent, fallen Unmengen an Verwaltungsaufgaben an:

 

  • Kompetenzprofil der Klasse verwalten: Aktuelle Lernziele der Schüler, zurückliegende Lernziele inkl. Lernstand
  • Lernziele und Lernstände überprüfen, individuelle Lernstandsüberprüfungen für jedes Kind (da ja im Extremfall alle an unterschiedlichen Lernzielen arbeiten)
  • Lernwege sichtbar machen und visualisieren: Wer hat wann, was und wie lange geübt? Mit welchem Erfolg?
  • Lernspiele und Lernspielvorlagen bereitstellen (zum Ausdruck und zum Ansehen), geordnet aufbewahren
  • usw.

 

Niemand kann diese Dinge akribischer und genauer verwalten, ordnen und systematisieren als ein Computer. Die Lehrkraft wird entlastet von Verwaltungstätigkeiten und kann sich ihrer Kernkompetenz Lernbegleitung widmen.

 

Die Miomind-Software

Derzeit existiert eine Forschungsversion (Betaversion), die in Zusammenarbeit mit Kooperationsschulen und -klassen praktisch erprobt und diesen Partnern als aktuelle Forschungsversion kostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Aktuell werden erste Ideen und Verbesserungen eingearbeitet.

 

Gestaltung

Modus Lehrkraft: Hier wird das Kompetenzprofil der Klasse (Verwaltung der Lernziele jedes Lernenden) verwaltet und die Spiele werden ausgewählt. Zugleich gibt es Möglichkeiten der Lernverlaufsdokumentation.

Modus Schüler:in: Durch die Software für die Eule "Mio". Rechtschreibstrategien werden kindgerecht erläutert und kurz erklärt. Der/die Schüler:in sieht das eigene Lernziel (die Rechtschreibstrategie) und eine Übersicht mit freigegebenen Rechtschreibspielen (vgl. Modus Lehrkraft). Analoge Spiele kann man sich ansehen, digitale oft gleich starten. Die Wochenplanfunktion dokumentiert den Lernweg und die Erfolge. Ein Lernziel kann selbstbestimmt mit einer Lernzielüberprüfung abgeschlossen werden.

Literatur

Böhm, O. (2013): Richtig schreiben lernen" - Konzeption und Erprobung eines Modells zum kompetenzorientierten Rechtschreibunterricht im Rahmen inklusiver Schulentwicklung, unveröffentlichte Zulassungsarbeit, Ludwig-Maximilians-Universität, München.

Fuchs, D./Fuchs, L. D. (2006): Introduction to Response to Intervention: What, why, and how valid is it? In: Reading Research Quarterly 1, 93-99.

Hoppenstedt, J. (2013): Richtig schreiben lernen - Theoretische Grundlagen und Evaluation eines Konzeptes zum individualisierenden und motivierenden Üben im Rechtschreibunterricht, unveröffentlichte Zulassungsarbeit, Ludwig-Maximilians-Universität, München.

Kirch, M./Reber, K. (2014): Mit allen Kindern spielerisch richtig schreiben lernen. Das Spiel als inklusive Methode. In: Sache Wort Zahl 42, 43-49.

Klicpera, C., Schabmann, A., Gasteiger-Klicpera, B. & Schmidt, B. (2020): Legasthenie - LRS. Modelle, Diagnose, Therapie und Förderung. München: Ernst Reinhardt.

Kohlrausch, J. (2013): Richtig schreiben lernen- Theorie und praktische Erprobung eines Konzepts mit Einsatz von Spiel und neuen Medien im Rechtschreibunterricht", unveröffentlichte Zulassungsarbeit, Ludwig-Maximilians-Universität, München.

Mann, Ch. (2010): Strategiebasiertes Rechtschreiblernen. Selbstbestimmter Orthografieunterricht von Klasse 1-9. Weinheim/Basel.

Naumann, C. L. (1999): Orientierungswortschatz. Die wichtigsten Wörter und Regeln für die Rechtschreibung Klassen 1-6. Weinheim: Beltz.

Peschel, F. (2002): Offener Unterricht – Idee, Realität, Perspektive und ein praxiserprobtes Konzept zur Diskussion. Teil I: Allgemeindidaktische Überlegungen. Teil II: Fachdidaktische Überlegungen. Baltmannsweiler: Schneider Verlag Hohengehren.

Reber, K. (2013): Richtig schreiben lernen. Heterogenität und Differenzierung im Rechtschreibunterricht. In: Rosenberger, K. (Hrsg.): Sprache rechnet sich. Medium Sprache in allen Lebensbereichen. Kongressbericht der Österreichischen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik zum Kongress 2013 in Bad Ischl, 167-175.

Reber, K. (2023): Prävention von Lese- und Rechtschreibstörungen im Unterricht. Systematischer Schriftspracherwerb von Anfang an. München/Basel: Ernst Reinhardt.

Reber, K./Kirch, M. (2014): Richtig schreiben lernen: Kompetenzorientierter, inklusiver Rechtschreibunterricht. In: Sallat, St./Spreer, M./Glück, Ch. W. (Hrsg.): Sprache professionell fördern: kompetent-vernetzt-innovativ. Tagungsband zum Bundeskongress der Deutschen Gesellschaft für Sprachheilpädagogik in Leipzig, 114-120. https://www.pedocs.de/volltexte/2016/11873/pdf/Reber_Kirch_2014_Richtig_schreiben_lernen.pdf (externer Link, öffnet neues Fenster)

Reber, K./Kirch, M. (2014): Zielgerichtet Fördern und Fordern in heterogenen Klassen. Rechtschreibfähigkeiten kompetenzorientiert entwickeln. In: Pädagogik 3, 30-35.

Reber, K./Kirch, M. (2013): Richtig schreiben lernen. Kompetenzorientierter, inklusiver Rechtschreibunterricht. In: Praxis Sprache 4, 254-257. Download des Artikels, Download des Materials zum Artikel (u.a. Kompetenzprofile), Download des gesamten Themenheftes „Inklusion & Sprache“

Reber, K./Kirch, M. (2013): Kompetenzprofile Schriftspracherwerb & Rechtschreiben. Downloadmaterial in: Praxis Sprache 4, 254-257. Download der Kompetenzprofile (externer Link, öffnet neues Fenster)

Risel, H. (2011): Arbeitsbuch Rechtschreibdidaktik. Schneider Verlag, Hohengehren. (besonders Kapitel 7)

Schönweiss, P. (2020): Meine kleine Rechtschreibkunde. Donauwörth: Auer.

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