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Martin Berger

stellvertretender Graduiertensprecher

Universität Regensburg - Sedanstraße 1
Raum 223, GRK 2337 Metropolität
93055 Regensburg

E-Mail: Martin.Berger@ur.de


Lebenslauf

Werdegang

  • seit November 2020

    Wissenschaftlicher Mitarbeiter am DFG-GRK 2337|2 „Metropolität in der Vormoderne“ an der Universität Regensburg

    • Dissertation: Spätmittelalterliche Kathedralliturgie und ihre metropolitanen Bezüge im Zeitalter der Reform. Der Ritus chori maioris ecclesiae Ratisponensis (1571): Edition und Kommentar (Betreuung: Harald Buchinger)
  • Juni 2019 – November 2020
    Studentische Hilfskraft des Lehrstuhls für Liturgiewissenschaft an der Universität Regensburg (Harald Buchinger)

Studien

  • 2019-2020

    Master of Arts „Kulturgeschichtlichen Mittelalterstudien“, Universität Regensburg

    • Abschlussarbeit: Zur Liturgie des Adventus von König und Kaiser: Der Einzug Karls V. 1532 in Regensburg vor dem Hintergrund der Ritengeschichte

  • 2017-2018
    Erasmus-Aufenthalt an der Leopold-Franzens-Universität Innsbruck

  • 2015-2020
    Magister Theologiae, Universität Regensburg

    • Abschlussarbeit: Die sakrale Topographie des Regensburger Doms St. Peter in den Feiern der Karwoche nach dem Regensburger Liber ordinarius

       


Forschung

Forschungsinteressen

  • Kathedralliturgie des Mittelalters
  • Liturgie und Herrschaft im Mittelalter
  • Kirchen-, Liturgie- und Profangeschichte des westlichen Mittelalters
  • Regionalgeschichte Oberpfalz und Bayern

Forschungsprojekt

Spätmittelalterliche Kathedralliturgie und ihre metropolitanen Bezüge im Zeitalter der Reform. Der Ritus chori maioris ecclesiae Ratisponensis (1571): Edition und Kommentar.

Ein später Zeuge der spätmittelalterlichen Kathedralliturgie in Regensburg ist der Ritus chori maioris ecclesiae Ratisponensis (Regensburg, BZB, Ch144; im Folgenden: Ritus chori). Die Handschrift aus dem Jahr 1571 ist bisher noch unediert. Ihren besonderen historischen Wert gewinnt sie, weil darin weit ältere Traditionen aus dem Spätmittelalter konserviert sind; zudem ist der Kodex ein Dokument liturgiekonservatorischer Bestrebungen angesichts der Liturgiereform im Anschluss an das Konzil von Trient (1545-1563) und unterschiedlicher stadtgeschichtlicher Entwicklungen.

Ziel des Dissertationsprojekts ist es, den Ritus chori zu edieren und die darin kodifizierte Liturgie von St. Peter zu Regensburg umfassend zu kommentieren. Mit der Edition und dem Kommentar wird nicht nur eine Lücke im Forschungsstand zur Kathedralliturgie des Spätmittelalters, sondern auch in den Untersuchungen zum Regensburger Dom und somit auch zur Regensburger Stadtgeschichte in ihren vielfältigen inneren und äußeren Bezügen geschlossen werden.

Nach der methodischen Einleitung und der Sondierung des Forschungsstands folgt der Kommentar des Ritus chori. Dazu werden zunächst die wesentlichen Quellen der Regensburger Liturgiegeschichte vorgestellt. Nach einer Skizze der früh- und hochmittelalterlichen Quellen Regensburgs wird besonders auf die liturgischen Drucke Missale (1485), Brevier (1480) und Obsequiale (1491) eingegangen. Weiterhin werden auch die Statuten des Domkapitels in die Betrachtung einbezogen, auch sie dokumentieren vielfach liturgische Bräuche. Die wichtigsten Bezugsquellen für die Untersuchung sind jedoch die beiden älteren Regensburger Libri ordinarii: Das erst in jüngster Zeit vollständig edierte und von Klaus Gamber 1976 noch Passau zugerechnete spätmittelalterliche Breviarium Ratisponensis, das den Zustand im 14. Jahrhundert wiedergeben soll, und das sogenannte Breviarium Purchardi (1442). Letzteres ist nur fragmentarisch in zwei Exzerpten des ausgehenden 18. Jahrhunderts erhalten. Weiterhin gilt es den Ritus chori selbst zu betrachten. Nach einer paläographischen und kodikologischen Beschreibung folgt ein Überblick zum Inhalt, weiterhin wird den Hinweisen zur Datierung des Kodex und seines Materials nachgegangen. An die Frage der Datierung schließt eine Kontextualisierung der Quelle an, die den Kodex und seine Herkunft genauer in den Blick nimmt. Neben institutionellen, topographischen und prosopographischen Fragen werden auch die Realien des Gottesdiensts und andere ergänzende Quellen in den Blick genommen.

Den Kern der Arbeit stellt der Kommentar der spätmittelalterlichen Kathedralliturgie in Regensburg dar. Um die notwendige Tiefenschärfe gewährleisten zu können, beschränkt sich die detaillierte Untersuchung auf die Feiern der Hohe Woche und Ostersoktav sowie der Fronleichnamsoktav. Darüber hinaus werden die weiteren Prozessionen, besonders die Bittprozessionen und der Adventusordo Karls V. behandelt und ergänzend einzelne Phänomene und Signifika der Regensburger Kathedralliturgie angesprochen. Das Material des Ritus chori soll und kann dabei aber nicht nur textimmanent kommentiert werden. Konsequent werden die Quellen der Regensburger Liturgiegeschichte, vor allem die Libri ordinarii und die liturgischen Drucke in die Untersuchung einbezogen. Weiterhin gilt es den Regensburger Ritus in historischer Tiefe mit den Schlüsselquellen der römischen Liturgie abzugleichen. Auf Basis einer Identifikation aller Stücke in den relevanten Editionscorpora heißt dies, die Einflüsse des altrömischen Traditionskerns sowie der römisch-fränkischen Mischliturgie zu identifizieren. Diachrone und synchrone Vergleiche mit anderen liturgischen Zeugnissen der altbayerischen Kirchenprovinz und Rom sollen zudem die großen Entwicklungslinien darstellen und Zusammenhänge, Bedeutungen und Verflechtungen sowohl regional in Regensburg, überregional in der Kirchenprovinz und global mit dem liturgisch stilbildenden Zentrum des westlichen Christentums Rom erkennen lassen. Neben liturgiewissenschaftlichen Methoden werden auch interdisziplinäre Perspektiven herangezogen: Die sich in den letzten Jahren intensivierende interdisziplinäre Zusammenarbeit im Bereich der Libri ordinarii-Forschung ermöglicht es, neue Erkenntnisse in diesem Feld zu erlangen, so etwa zur gottesdienstlichen Aufführungspraxis von Musik oder den wechselseitigen Bezügen von Bau und Liturgie in der Sakraltopographie und dergleichen mehr. Diese groß angelegte Untersuchung lässt zudem die Verflechtungen und Beziehungen jener Zeit erkennen und nachvollziehen sowie die Entwicklungslinien und Einflussspähren regionaler und überregionaler Liturgien darstellen.

Die Ergebnisse werden abschließend systematisiert und zusammengefasst. Dabei liegt ein besonderer Blick auf der Kathedralliturgie des Spätmittelalters im Kontext vormoderner Metropolität. Wichtige Motive und Merkmale dieses Forschungsansatzes im Hinblick auf die Liturgie an Kathedralen werden herausgearbeitet und überprüft. Das beschriebene Dissertationsprojekt will dadurch nicht nur an die positiven Entwicklungen der interdisziplinären Libri-ordinarii- und Regensburg-Forschung, sondern auch am Konzept der interdisziplinär betrachteten vormodernen Metropolität anknüpfen. Dadurch kann anhand einer konkreten Quelle ein wertvoller Betrag zum Verständnis der spätmittelalterlichen Kathedralliturgie, ihres Kontexts und ihren metropolitanen Bezügen im Zeitalter der Reform und somit zur Geschichte und Geisteshaltung eines Epochenübergangs geleistet werden.


Vorträge

  • 06/2021

    Vortrag: „Der Ritus chori. Erste Schritte bei der Untersuchung eines Liber ordinarius“

    Forschungskolloquium – DFG-GRK 2337 Metropolität in der Vormoderne, Regensburg
    zugleich: Research Seminar and Independent Studies Programme Current issues in liturgical research and related interdisciplinary questions – Lehrstuhl für Liturgiewissenschaft, Regensburg
  • 09/2019

    Vortrag: „Die Libri ordinarii des Regensburger Doms und St. Emmeram“, zusammen mit David Hiley

    Interdisziplinäres Symposium: „Liturgie und Musik in St. Emmeram vom Mittelalter bis zur Frühen Neuzeit“, Regensburg

     


Publikationen

Rezensionen

  • Rezension zu: David Hiley / Gionata Brusa, Der Liber ordinarius der Regensburger Domkirche. Eine textkritische Edition des mittelalterlichen Regelbuchs (Codices manuscripti&impressi: Zeitschrift für Buchgeschichte. Supplementum 16) in: Heiliger Dienst. Zeitschrift für Liturgie und Bibel 74,3 (2020), 235-237.

Qualifikationsschriften

  • 02/2021: Masterarbeit (unveröffentlicht): „Zur Liturgie des Adventus von König und Kaiser: Der Einzug Karls V. 1532 in Regensburg vor dem Hintergrund der Ritengeschichte“
  • 12/2019: Magisterarbeit (unveröffentlicht): „Die sakrale Topographie des Regensburger Doms St. Peter in den Feiern der Karwoche nach dem Regensburger Liber ordinarius“
  • 09/2017: Projektarbeit (unveröffentlicht): „Die Übergabe und Ankleideriten der Diakonen-, Priester-, und Bischofsweihe in der römischen und römisch-fränkischen Tradition. Analyse der Orationen, Benediktionen und Deuteworte“

Organisation

  • 10/2021 - Workshop:

    „editiones. Interdisziplinäre Perspektiven auf Editionsvorhaben in der digitalisierten Welt“, gemeinsam mit dem Graduiertenkolleg 2196 "Text-Dokument -Edition“ (Bergische Universität Wuppertal)

     



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Metropolität in der Vormoderne

DFG-GRK 2337

Sprecher

Prof. Dr. Jörg Oberste

St-grk 2337
Wissenschaftl. Koordination

Kathrin Pindl M.A.

Kontakt

Kathrin.Pindl@ur.de

Homepage

www.metropolitaet.ur.de