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Faszination Stadt: Die Urbanisierung Europas im Mittelalter und das Magdeburger Recht

An english version of this report can be read below.


Am 27. Januar 2020 besuchte Christopher Sprecher die große Sonderausstellung „Faszination Stadt: Die Urbanisierung Europas im Mittelalter und das Magdeburger Recht“, welche vom 1.9.2019–2.2.2020 im Kulturhistorischen Museum Magdeburg zu sehen ist. Die umfangreiche Ausstellung, die unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier steht, veranschaulicht das Wachstum des Städtewesens im Mittelalter im Nordosten Europas sowie die Umsetzung, Förderung und Verbreitung eines niedergeschriebenen und kodifizierten Rechtsregelungswerkes, des sogenannten Magdeburger Rechts, in derselben geografischen Gebiet.


Eindrücke aus der Sonderausstellung


Mit einem kurzen Blick auf allgemeines Städtewachstum und die metropolitanen Prozesse von Wissenstransfer und -austausch als Anfang setzt die Ausstellung gleich fort im Hauptzeitalter des Mittelalters und in der mittelalterlichen Metropole Magdeburg. Dem Kulturhistorischen Museum Magdeburg ist es gelungen, eine Vielzahl an Originalhandschriften, Pergamenten, Siegeln, aber auch Landkarten, religiösen Texten und Messgewändern, Paraphernalien des Gerichts- und Rechtswesens und Sachen aus dem mittelalterlichen häuslichen Alltag aus archäologischen Ausgrabungen zu sammeln, um die Auswirkung dieser erst unter Kaiser Otto I. (936–973) schriftlich verfassten gesetzlichen Kodifizierung darzustellen und deren Ausbreitung als Form urbanen Rechtssystems in über 1000 Städten, die von der Elbe im heutigen Deutschland bis zum Dnjepr in der heutigen Ukraine verstreut sind. Ein Höhepunkt der Ausstellung bildeten gleich zum Anfang die vier noch bestehenden Bilderhandschriften des sogenannten Sachsenspiegels, eines norddeutschen mittelalterlichen Rechtstextes, der weltliches Recht - auf Mittelniederdeutsch niedergeschrieben - mit auf lateinischer Sprache verfasstem Kirchenrecht mit Kommentaren zusammenstellt. Neben dem Text sind verschiedene bemalte Miniaturen zu sehen, die dann bestimmte Rechtsfälle, Prinzipien oder gesellschaftliche Klassen darstellen. Zur umfassenden Ausstellung gibt es auch zwei Begleitbände, deren Veröffentlichung auch vom Bundespräsidenten sowie dem Land Sachsen-Anhalt unterstützt wurde: einen Katalog sämtlicher ausgestellter Dokumente und Objekte, zusammen mit einigen weiterführenden Aufsätzen, und einen wissenschaftlichen Band mit Artikeln zu verschiedenen Themen bezüglich des Magdeburger Rechts, Nordeuropa im Mittelalter, und Metropolität/metropolitaner Studien im Allgemeinen. Man ist der Hoffnung, dass diese zwei Bände in vielen Bibliotheken zu finden sein werden und einen Beitrag zu metropolitanen Studien leisten können, auch lange nach Ende der Ausstellung und der Rückkehr dieser Schätze aus der ehemaligen mittelalterlichen Metropole Magdeburg in ihre Heimatorte.

Weitere Auskünfte zur Ausstellung sowie Links zum Kauf der erwähnten Bände findet man hier:


On 27 January 2020, Christopher Sprecher visited the exhibition „The Fascination of the City: The Urbanisation of Europe in the Middle Ages and the Magdeburg Law,“ open from 1 September 2019 to 2 February 2020 at the Kulturhistorisches Museum in Magdeburg. The extensive exhibition, under the patronage of the German president and head of state, Frank-Walter Steinmeier, documents the growth of cities in northeastern Europe in the Middle Ages, as well as the implementation, promotion, and spread of the set of written-down and codified laws known as the Magdeburg Law (Magdeburger Recht) in the same geographical region.

Beginning with a brief look at city growth and metropolitan processes of knowledge transfer and exchange in general, the exhibition moves into the Middle Ages and northeastern Germany to the city of Magdeburg. The Kulturhistorisches Museum managed to gather an array of original documents, parchments, seals, but also maps, religious texts and vestments, legal paraphernalia and everyday household wares from archaeological digs, to show the impact of the codification of this law, first set down in written form under Otto I, the Holy Roman Emperor (936–973), and the rapid spread of it as a form of civic legislation to over 1000 cities and towns from the Elbe River in present-day Germany to the Dnieper River in present-day Ukraine. A highlight near the start of the exhibition was the display of all four extant illuminated manuscripts of the so-called Saxon Mirror (Sachsenspiegel), a legal text of medieval northern Germany combining secular law - written in Middle Low German - with church law in Latin and a commentary apparatus, together with various miniatures and illustrations depicting specific cases, legal principles, and classes of society. Complementing the comprehensive exhibition itself, filled with examples of material culture and textual records of various genres, are two publications, also sponsored by the German president and the government of the province of Saxony-Anhalt: a catalogue of all exhibited items in full-colour photographs together with several explanatory essays, as well as a volume of academic essays on various themes and topics pertaining to the Magdeburger Law, northern Europe in the Middle Ages, and metropolitan studies in general. It is hoped that these two publications will reach many libraries and contribute to metropolitan studies long after the exhibition itself, gathered as it was in the former medieval metropolis of Magdeburg, have made the journey back to their respective cities across Europe.

More information on the exhibition and links to ordering the publications can be found here:


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Metropolität in der Vormoderne

DFG-GRK 2337

Sprecher

Prof. Dr. Jörg Oberste

St-grk 2337
Wissenschaftl. Koordination

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Kontakt

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