L-DUR - Lehrkräftebildung Digital an der Universität Regensburg
Das Vorhaben adressiert in fünf Maßnahmen zur Digitalisierung in der Lehrerbildung den Schwerpunkt „Theorie-Praxis-Verknüpfung“ in Kombination „Lernkontexte in der Lehrerbildung“ für Studierende im Lehramt für Grund-, Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien. Es schafft eine Plattform für Kooperation und Kollaboration zwischen Universität und Schule. Durch orts- und zeitunabhängige Zusammenarbeit zwischen Schulen und Universität, Lehrkräften und Schülerinnen bzw. Schülern sowie Bildungswissenschaftlerinnen bzw. Bildungswissenschaftler entsteht durch LDUR eine neue Tonart der Lehrkräftebildung.
Das Projekt
Vorbemerkung
Vorbemerkung
L-DUR bringt eine digitale Note in die Lehrkräftebildung. Digitalität bedeutet aber nicht zuerst ein „Mehr“, sondern ein „Anders“, das konnotiert ist von Dynamik sowie Teilhabe an Modernität. Der genauere Blick zeigt, dass es dabei nicht um graduelle Neuartigkeiten geht, sondern um grundsätzliche Veränderungen, die in allen Bereichen sozialen, kulturellen, politischen und wirtschaftlichen Lebens – und gerade auch durch die Pandemiesituation der vergangenen Jahre - Fahrt aufgenommen haben und deren Konsequenz für den Einzelnen nicht absehbar ist. Diese Veränderungen wollen wahrgenommen, geleitet und gestaltet werden. Wenn wir uns der Digitalisierung in der Lehrerbildung zuwenden, dann nicht wegen eines schlichten „Mehrwerts“, sondern weil wir zur Offenheit für Veränderungen in den Möglichkeiten der Lehre und in der Sicht auf die Welt ermuntern wollen.
Darstellung des Projektes
Das Vorhaben adressiert in fünf Maßnahmen zur Digitalisierung in der Lehrerbildung den Schwerpunkt „Theorie-Praxis-Verknüpfung“ in Kombination „Lernkontexte in der Lehrerbildung“ für Studierende im Lehramt für Grund-, Mittel- und Realschulen sowie Gymnasien. Es schafft eine Plattform für Kooperation und Kollaboration zwischen Universität und Schule. Durch orts- und zeitunabhängige Zusammenarbeit zwischen Schulen und Universität, Lehrkräften und Schülerinnen bzw. Schülern sowie Bildungswissenschaftlerinnen bzw. Bildungswissenschaftler entsteht durch LDUR eine neue Tonart der Lehrkräftebildung.
L-DUR implementiert neue hochschuldidaktische Formate unter Verwendung digitaler Techniken. In einem integrativen Ansatz werden im Rahmen curricular verankerter Lehrveranstaltungen aus den Erziehungswissenschaften und Fachdidaktiken digitale Produkte (u.a. Learning Analytics- und Machine-Learning-basierte Tools) für die Lehrkräftebildung und den Unterricht entwickelt und genutzt. Dabei schult es informatische Grundkompetenzen bei Lehramtsstudierenden, gibt Gelegenheit, den Einsatz digitaler Medien als fruchtbar zu erleben, das digitalisierungsbezogene Selbstkonzept zu stärken und Ängste abzubauen. Es schult den produktiven, kritischen, kreativen und zielgerichteten Umgang mit den technischen Möglichkeiten.
Es wurde ein Experimentierraum für die beteiligten Dozierenden geschaffen, die ihr Lehrformat evidenzbasiert fortentwickeln und darüber in stetem Austausch untereinander und mit anderen Kollegeninnen und Kollegen stehen. Hier ist Raum, Lernkontexte zu entwickeln und ihre Eignung an der Praxis zu messen. Es entstehen Angebote für (angehende) Lehrkräfte im Unterricht, die ihrerseits in Auseinandersetzung mit neuen Vorgehensweisen geraten (2./3. Phase Lehrerbildung). In der Folge adressiert es auch Schülerinnen und Schüler, die mit neuartigen Gegenständen konfrontiert werden und untereinander und mit den Gegenständen interagieren. Die Ergebnisse ihrer Nutzung fließen in die universitäre Lehre zurück und sind eine Basis für die seminarbegleitende Fortentwicklung der digitalen Inhalte und Werkzeuge. Im Rahmen der begleitenden wissenschaftlichen Evaluation werden Ergebnisse allgemein zugänglich gemacht, die auch andernorts genutzt und weiterentwickelt werden können. L-DUR baut auf den in KOLEG geschaffenen kooperativen Strukturen auf und stärkt diese insbesondere mit Blick auf die phasenübergreifende Kooperation, Implementation kohärenter Lehrformate mit reflektiertem Theorie-Praxis-Bezug und Qualitätssicherung. Die inneruniversitäre Vernetzung und Dissemination der Ergebnisse erfolgt über eine am Regensburger Universitätszentrum für Lehrerbildung (RUL) angesiedelte Arbeitsgruppe.
Durch die Einbindung verschiedener Fächer sowie der Schulseite und die Verankerung im Studienverlauf wirkt das Projekt in die Breite. Die Plattform und die dort entstehenden Produkte werden über die Förderlaufzeit hinaus nachhaltig genutzt. Die Fortentwicklung und der Einsatz der Produkte sind dauerhafter Auftrag und Inhalt der Lehrveranstaltungen. Dies sichert ab, dass sich die Auseinandersetzung mit der Digitalisierung auch nach dem Projektende dynamisch entwickelt.
Projektlaufzeit
Laufzeit des Vorhabens: 01.03.2020 – 31.12.2023
Projektinhalt und Schwerpunkte
L-DUR fügt an der Universität Regensburg als zentrales Komplement zum QLB-Projekt KOLEG2 den Aspekt der Digitalisierung an, und zwar nicht reduziert auf die Idee der Nutzung „neuer Werkzeuge“, sondern als Medium, das die Sicht auf Unterricht, seine Qualität, die mit ihm verbundenen Rollenerwartungen und die eigene Professionalität grundsätzlich berührt.
Die Auswahl der Schwerpunkte in L-DUR ist durch das seit 2009 erfolgreich aufgebaute Schulnetzwerk dialogUS nahegelegt, in dem 25 Partnerschulen in hoher Kooperationsbereitschaft und mit explizit bekundetem Interesse am Thema digitale Bildung zusammenarbeiten. Zum Schulnetzwerk gehören zudem vier UR-Klassen (strukturelle Entwicklung, gefördert im Rahmen von KOLEG/KOLEG2) mit besonderer medialer Ausstattung, die sich für kooperative Formate mit unterschiedlichen Adressatengruppen hervorragend eignen. Diese Schwerpunktsetzung erfolgt zudem als Komplement zum parallel verlaufenden Aufbau der DigiLLabs (vom Freistaat Bayern mit Personal- und Sachmitteln unterstützt), die als Infrastrukturmaßnahme v. a. den Auf- und Ausbau digitalisierungsbezogener Kompetenzen von Lehrpersonen und die beispielhafte Entwicklung und Demonstration von Lernkontexten in Zusammenhang mit der Nutzung digitaler Systeme adressieren.
L-DUR machte es sich zur Aufgabe, fakultätsübergreifende Strukturen an der Hochschule weiterzuentwickeln und darüber zu einer nachhaltigen Qualitätsverbesserung der Lehrerinnen- und Lehrerbildung beizutragen. Dazu arbeiteten Verantwortliche aus 9 fachlichen Disziplinen und 2 Organisationseinheiten in 5 Maßnahmen zusammen:
- FALKE-digital – Fachspezifische Lehrkräftekompetenzen im Erklären – digital
- Krea:// – von der Wissenschaft in die Praxis und zurück
- Lehrhaus – digitales Lehrhaus für den evangelischen Religionsunterricht
- PoliMeR – politische Medienbildung Regensburg
- SSE – Schriftspracherwerbsdidaktik optimiert und effektiviert erlernen
Projektleitung
Wissenschaftliche Projektleitung:
- Prof. Dr. Meike Munser-Kiefer (Professur für Pädagogik (Grundschulpädagogik))
- Prof. Dr. Karsten Rincke (Lehrstuhl für Didaktik der Physik)
Organisatorische Projektleitung:
- Natascha Lehner
Resümee
Trotz der Herausforderungen der letzten Jahre konnte das Projekt erfolgreich zum Abschluss gebracht werden und alle avisierten Ziele erreicht werden. Kurzfristige zeitliche Verzögerungen ergaben sich in einzelnen Maßnahmen durch erschwerte Kontakte mit Schulen auf Grund der Corona-Pandemie und einer Überlastung vor allem im Grundschulbereich durch den Lehrkräftemangel und der erhöhten Aufnahme von Geflüchteten. Die Maßnahmen gingen flexibel mit der Situation um und erledigten in der Zeit andere Arbeitspakete vorzeitig, sodass alle Arbeiten dennoch innerhalb der Projektlaufzeit erledigt werden konnten. Die erzielten Ergebnisse des Vorhabens und die bei der Projektbearbeitung gewonnenen Methodenkenntnisse und Materialien fügen sich in das Gesamtkonzept der Lehrkräftebildung der Universität Regensburg ein und leisten einen strukturellen Mehrwert durch eine phasen- und institutionsübergreifende Verzahnung der Lehramtsausbildung. Auch die wissenschaftlichen Erkenntnisse haben einen unmittelbaren Mehrwert für die Lehrkräftebildung.
Die Maßnahmen
Die L-DUR Lernplattform
Als Kernstück des Projektes, das beide Schwerpunkte des Themenbereiches bedient, entstand eine technische Infrastruktur, die vor allem als Begegnungs-Plattform zwischen Schulen und der Universität fungiert. Die Moodle-basierte L-DUR-Lernplattform wurde zusammen mit einer eigens entwickelten App zur Nutzenden- und Trackingdatenverwaltung im Projektzeitraum aufgebaut und in universitären Lehrveranstaltungen mit rund 1.000 Lehramtsstudierenden sowie an Schulen mit über 200 Lehrkräften und mehr als 5.000 Schülerinnen und Schülern eingesetzt und evaluiert. Diese Plattform ermöglicht nun die orts- und zeitunabhängige Kollaboration zwischen Schulen und Universität, Lehrkräften und Schülerinnen bzw. Schülern sowie Bildungswissenschaftlerinnen, die auch die notwendigen Vorgaben des Datenschutzes erfüllt. Auf Grund datenschutzrechtlicher Vorgaben wurde die ursprünglich geplante Einbettung in die bestehende Lernplattform der Universität verworfen, so dass umfassende Aufbauarbeiten für eine eigenständige Lernplattform notwendig wurden. Es wurde auch die Möglichkeit für Paper-Pencil-Tests implementiert. Für die Nutzung der Plattform wurde ein ausführliches Manual erstellt, hier wird u.a. die Nutzendenverwaltung mit Rechte- und Rollenverteilung, die Verknüpfung zu weiteren Diensten oder auch die Ausgabe von Analysen erklärt. Die Nutzerdaten wurden als Grundlage für eine fortdauernde Weiterentwicklung und Optimierung ausgewertet und genutzt. Die Plattform soll nach Projektende über das DigiLabUR, das Digitale Lehr-Lernlabor der Universität Regensburg am RUL, weitergeführt werden und hier nicht nur allen Mitgliedern der UR langfristig bereitgestellt werden, sondern kann auch sukzessive weiterentwickelt werden.
Technische Projektkoordination
programmiert von:
- Andreas Stephan (Mitarbeiter des Rechenzentrums, Abt. IV - Netzwerk)
- Xuefeng Hao (ehem. wiss. Mitarbeiter am Lehrstuhl für Educational Data Science)
mit Unterstützung von:
- Stefan Schreibmüller (Mitarbeiter des Rechenzentrums, Abt. II - Applikationen)
FALKE-d: Fachspezifische Lehrkräftekompetenzen im Erklären – digital
Lernkontexte in der Lehrkräftebildung der ersten und dritten Phase standen in der Maßnahme Falke-d – Fachspezifische Lehrkräftekompetenzen im Erklären – digital im Zentrum. Es wurde die Wirksamkeit der Methode Flipped Classroom unter der Verwendung von Erklärvideos in sechs verschiedenen Fächern (Chemie, Deutsch, Mathematik, Musik, Physik und Grundschulpädagogik) mittels Learning-Analytics-Tools untersucht. Vermittelt wurden inhaltliche wie technische Aspekte der Produktion von Erklärvideos, das Konzept der Methode FlippedClassroom sowie der Umgang mit einer digitalen Lernplattform, um die Methode umzusetzen. Außerdem wurde ein Training zu Lernstrategien im Umgang mit Erklärvideos entwickelt und fachspezifische Erhebungsinstrumente in der Begleitforschung eingesetzt, die einerseits den Kompetenzzuwachs von Schülerinnen und Schülern messen und andererseits potenzielle Bedingungsfaktoren der Umsetzung der Methode Flipped-Classroom erfassen können. Es wurde ein reflexives und formatives Instrument entwickelt, welches die Wirksamkeit von Erklärvideos objektiv, reliabel und valide messen kann. Dies beinhaltet fachübergreifende sowie fachspezifische Messinstrumente. Die wissenschaftlichen Ergebnisse liefern in Umfang und fachübergreifender Reichweite den bisher vermutlich größten und umfangreichsten Datensatz im deutschsprachigen Raum.
Leitung:
- Prof. Dr. Sven Hilbert (Lehrstuhl für Educational Data Science)
- Prof. Dr. Anita Schilcher (Lehrstuhl für Didaktik der Deutschen Sprache und Literatur)
- Prof. Dr. Stefan Krauss (Lehrstuhl für Didaktik der Mathematik)
Weitere Mitarbeitende:
- Prof. Dr. Bernhard Hofmann (Lehrstuhl für Musikpädagogik an der Universität Augsburg)
- Prof. Dr. Astrid Rank (Lehrstuhl für Pädagogik (Grundschulpädagogik))
- Prof. Dr. Karsten Rincke (Lehrstuhl für Didaktik der Physik)
- Prof. Dr. Oliver Tepner (Lehrstuhl für Didaktik der Chemie)
- Katharina Asen-Molz, M.A. (wiss. Mitarbeiterin Grundschulpädagogik)
- Patricia Breunig (wiss. Mitarbeiterin Physikdidaktik)
- Mario Frei (wiss. Mitarbeiter Educational Data Science)
- Sebastian Rohr (wiss. Mitarbeiter Chemiedidaktik)
- Daria Podwika (wiss. Mitarbeiterin Deutschdidaktik)
- Patrick Wiesner (wiss. Mitarbeiter Mathematikdidaktik)
* Universität Augsburg
Krea:// - von der Wissenschaft in die Praxis und zurück
In der Maßnahme Krea:// - von der Wissenschaft in die Praxis und zurück stand der TheoriePraxis-Austausch zu pädagogisch-psychologischen Themen in der Bildungspraxis im Mittelpunkt. Zunächst ging es um die Ermittlung des nutzerzentrierten Bedarfs und des digitalen Nutzendenverhaltens von Lehrkräften. Die Ergebnisse legten nahe, Fallbeispiele ins Zentrum des Austauschs zu pädagogisch-psychologischen Theorien zu rücken. Auch wurde der Maßnahmenfokus von Kreativität auf alle Themen der pädagogischen Psychologie erweitert. Parallel wurde ein Seminar und konzipiert und angeboten. Als wichtiges Ergebnis kann hier die Entwicklung eines neuartigen Rahmenmodells zum Theorie-Praxis-Transfer gelten. Um den beständigen Austausch zu ermöglichen, wurde eine Webseite entwickelt, die fallbasiert und unter Einbezug von Erfahrungswerten und etablierten Vorgehensweisen der Erziehungsberatung, pädagogischpsychologische Inhalte vermittelt. Auch der Blick auf andere Felder mit einer gelebten interdisziplinären Kommunikation an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis hat sich im Rahmen der Maßnahme als sehr gewinnbringend gezeigt. Für die Zukunft bleibt die aufgebaute Online-Plattform als frei verfügbares Angebot unter der Adresse www.wissen-schafftschule.de bestehen. Durch weitere Seminare und Fortbildungen wird ein bleibender Beitrag zum Austausch von Wissenschaft und Praxis etabliert und die Webseite kontinuierlich weiterentwickelt und evaluiert.
Leitung:
- Prof. Dr. Christof Kuhbandner (Lehrstuhl für Pädagogische Psychologie)
Weitere Mitarbeitende:
- Dr. Julia Sophie Haager (Akademische Rätin Pädagogische Psychologie)
- Nils Bloom (wiss. Mitarbeiter Pädagogische Psychologie)
Digitales Lehrhaus für den evangelischen Religionsunterricht
In der Maßnahme Digitales Lehrhaus für den evangelischen Religionsunterricht wurden digitale Inhalte für die religiöse Bildung, basierend auf dem Prinzip der Dialogizität, erstellt. Dabei wurden im Projekt Videoclips für den Religionsunterricht mit realen Sprechern und Sprecherinnen mit animierten Figuren generiert, die zu Themen des evangelischen Religionsunterrichts einen Dialog führen, sowie fachbezogene Texte, die dialoghaft aufgebaut bzw. inszeniert sind. Die digitale Lernumgebung simuliert ein virtuelles Begegnungshaus, in welchem die Schülerinnen und Schüler (interreligöse) Dialogizität erlernen und erproben können. Im Zuge dessen ist ein innovatives digitales Angebot für den Religionsunterricht entstanden, das Dialogkultur auf eine erfahrungsorientierte, spielerische und anschauliche Weise erlebbar macht. Die Schülerinnen und Schüler können selbstgesteuert und kooperativ im Lehrhaus lernen. Sie bewegen sich in der virtuellen Realität durch Point and Click-Spieleführung. Die wurden Lehramtsstudierenden in Mediennutzungs- und Mediengestaltungskompetenz ausgebildet. Dabei partizipierten sie nach theoretischen Einführungen in digitale Themen (z.B. Erstellung einer E-Learning Umgebung, Gamebased-learning, Gelingensbedingungen für Gamification und Spiele-Flow etc.) am Konzeptions-, Erprobungs- und Evaluierungsprozess des Lehrhauses. Die Integration der E-Learning Umgebung im universitären Bereich in Lehrveranstaltungen fand prozessorientiert und fortlaufend statt.
Leitung:
- Prof. Dr. Michael Fricke (Lehrstuhl für Religionspädagogik und Didaktik des Religionsunterrichts, Insitut für Evangelische Theologie)
Weitere Mitarbeitende:
- Julia Bradtke (wiss. Mitarbeiterin Religionspädagogik, Ev. Theologie)
- Franziska Ales (stud. Hilfskraft Religionspädagogik, Ev. Theologie)
PoliMeR – Politische Medienbildung Regensburg
Die Maßnahme PoliMeR – Politische Medienbildung Regensburg widmete sich der Förderung und Untersuchung der professionellen Kompetenzen von Grundschullehrkräften und Studierenden des Grundschullehramts an der Schnittstelle von Politischer Bildung und Medienbildung. Dafür wurde eine entsprechende Intervention sowie geeignete Erhebungsinstrumente entwickelt, pilotiert und schließlich durchgeführt und evaluiert. Die Maßnahme war durch die Tandems aus Grundschullehrkräften und Studierenden phasenübergreifend konzipiert und zeichnete sich so durch eine hohe Theorie-Praxis-Verknüpfung aus. Thematisiert wurde, wie man Grundschulkindern kindgerecht Themen wie Datenschutz, Algorithmen, FakeNews etc. näherbringen und dabei sowohl individuelle als auch gesamtgesellschaftliche Perspektiven einnehmen kann. Den Teilnehmenden
wurde sowohl Fachwissen als auch fachdidaktisches Wissen vermittelt und sie führten unter Anleitung der Mitarbeitenden der Maßnahme Praxisprojekte in Schulklassen durch. Gleichzeitig wurde in der Begleitforschung untersucht, inwieweit durch den Besuch dieser Angebote die professionellen Kompetenzen der Studierenden und Lehrkräfte gefördert werden können, z.B. ob ihr Fachwissen und fachdidaktisches Wissen zur Thematik stieg und inwiefern sich Interesse und Einstellungen zur Relevanz änderten. Die entwickelten Produkte (Seminar-/Fortbildungsmaterialien, Unterrichtsmaterialien, Forschungsinstrumente) wurden der interessierten Öffentlichkeit auf vielfältigen Wegen zur Verfügung gestellt: fachwissenschaftliche Vorträge, Poster und Publikationen, OER-Materialien, praxisnahe Veröffentlichungen etc. Die Unterrichtsmaterialien und Erklärvideos, die in diesem Kontext entwickelt wurden, sind allen online zugänglich.
Leitung:
- Katharina Asen-Molz, M.A. (wiss. Mitarbeiterin Grundschulpädagogik)
- Dr. Christian Gößinger (Akademischer Rat Grundschulpädagogik)
- Prof. Dr. Astrid Rank (Lehrstuhl für Pädagogik (Grundschulpädagogik))
Weitere Mitarbeitende:
- Mirjam Wenzel (wiss. Mitarbeiterin Grundschulpädagogik)
SSE – Schriftspracherwerbsdidaktik optimiert und effektiviert erlernen
Die Maßnahme SSE – Schriftspracherwerbsdidaktik optimiert und effektiviert erlernen entwickelt und evaluiert ein phasenübergreifendes Seminarkonzept zum Aufbau von Diagnose- und Förderkompetenzen, die eine digital gestützte adaptive Gestaltung von Lehr-Lern-Prozessen im Schriftspracherwerb ermöglichen. Hierbei kommt eine auf Machine-Learning (ML) basierte App zum Einsatz. Das Aus- bzw. Fortbildungsangebot wurde evaluiert und weiterentwickelt: Die Basisseminareinheit wurde über 4 Kohorten hinweg optimiert und umgesetzt. Das Angebot wurde zusätzlich in die englische Sprache übertragen, um den Professionalisierungsprozess durch internationale Perspektiven zu erweitern. In der Optimierung beider Seminare wurden spezifische Demo-Lern-Cases aufbereitet und mit den Studierenden gemeinsam bearbeitet, was zu einem vertieften Verständnis des Rechtschreiberwerbs und des Einsatzes sowie der Mechanismen digitaler Tools im Unterricht führte. Es wurde sowohl ein domänenspezifischer Data Literacy-Test als auch ein domänenübergreifender Data Literacy-Test wird entwickelt und eingesetzt. Nach Abschluss von eines Folgeprojektes (KI@school) ist ein Einsatz von Fortbildungsangebot und App auch bei einer substanziellen Anzahl an Schulen und Lehrkräften zu erwarten, wodurch die Projektergebnisse jenseits der Universität disseminieren.
Leitung:
- Prof. Dr. Meike Munser-Kiefer (Lehrstuhl für Grundschulpädagogik und -didaktik (Diversität))
- Prof. Dr. Sven Hilbert (Lehrstuhl für Educational Data Science)
Weitere Mitarbeitende:
- Daniel Brühl (wiss. Mitarbeiter Grundschulpädagogik)
- Richard Böhme (wiss. Mitarbeiter Grundschulpädagogik)
L-DUR wurde im Rahmen der gemeinsamen "Qualitätsoffensive Lehrerbildung" (externer Link, öffnet neues Fenster) von Bund und Ländern aus Mitteln des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert. (FKZ: 01JA2010)