Dr. Annemarie Pilarski, Lehrstuhlvertreterin von Prof. Andreas Merkt im Sommersemester 2022 bzw. Akademische Rätin am Lehrstuhl für Alte Kirchengeschichte und Patrologie hat für ihre von Prof. Dr. Andreas Merkt betreute Dissertation „Vitae mala funerare. Poesie als Lebensbewältigung bei Eugenius von Toledo“ den Promotionspreis 2022 des Fördervereins der Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg erhalten.
Ihre Dissertation wird unter dem Titel: „Der Libellus Carminum des Eugenius von Toledo. Poesie als Lebensbewältigung und spirituelle Praxis“ bei Mohr Siebeck in der Reihe „Studien und Texte zu Antike und Christentum“ erschienen.
Wir gratulieren ihr von ganzem Herzen zu dieser verdienten Auszeichnung und wünschen viel Erfolg bei ihrer weiterer Forschungsarbeit!
Hier folgt die Laudation ihrer Dissertation:
„Gedichte über Alltagsutensilien wie ein Handtuch, über Widrigkeiten wie eine Mückenplage, aber auch über tiefe Themen wie Sterblichkeit oder Sünde und Schuld – das Spektrum von Themen, das der westgotische Dichter und Bischof Eugenius von Toledo in seinem im Mittelalter äußerst beliebten Gedichtbuch behandelt, ist breit. Annemarie Pilarski arbeitet in ihrer Dissertation aus diesem Sammelsurium von Gedichten ein Grundthema heraus: Die Poesie – also Gedichte schreiben, Gedichte lesen und Gedichte vortragen – dient zur Lebensbewältigung. Indem sie neben einem Überblick über das Gesamtwerk einzelne thematisch zentrale Gedichte philologisch analysiert und theologisch kommentiert sowie literatur- und theologiegeschichtlich einordnet, befreit sie diesen bisher nur gelegentlich von klassischen Philologen beachteten Autor aus seinem theologischen Schattendasein. Dabei gelingt es ihr, durch die Verbindung moderner Forschungsansätze wie der ‚history of emotions‘ oder der Sprechakttheorie mit klassischer Spiritualitätsgeschichte und spätantiker Literaturgeschichte, nicht nur die spiritualitätsgeschichtliche Bedeutung dieses bislang weithin unbekannten Autors aufzuzeigen, sondern auch auf den Wert der Dichtkunst als einer spirituellen Praxis aufmerksam zu machen.“