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Aktuelles: Florenzexkursion des Hauptseminars „Florenz und die Medici. Sozialer Aufstieg und kultureller Geltungsdrang einer europäischen Dynastie“

Ende September/Anfang Oktober 2025 reiste eine Gruppe Studierender und Lehrstuhlmitarbeiterinnen im Rahmen des genannten Hauptseminars unter der Leitung von Harriet Rudolph nach Florenz, um sich auf die Spuren der Familie der Medici zu begeben.

03. Oktober 2025, von Josef Johann Griesbeck und Linus Zimmermann

Die Teilnehmenden des Exkursionsseminars „Florenz und die Medici. Sozialer Aufstieg 
und kultureller Geltungsdrang einer europäischen Dynastie“ haben wahrlich 
Unmögliches geschafft. Ihr Ziel war, die Stadt und ihre Prägung durch die Familie der 
Medici kennen- und verstehen zu lernen. Ein angesichts der Aufenthaltsdauer von nur 
fünf Tagen durchaus ambitioniertes Vorhaben, das allerdings dank hervorragender 
Vorbereitung und Organisation gelingen konnte. Nach Ankunft am Anreisetag um 16 Uhr 
an der Piazza Signoria startete die Exkursion mit der Besichtigung des Palazzo Vecchio. 
Dort konnte über die Baugeschichte sowie Teile der Ausstattung, darunter die Vasari
Fresken und Gemächer von Leo X., direkt in die zunächst republikanische, dann aber 
stark durch die Medici geprägte Stadtgeschichte eingestiegen werden. Nach einer kurzen 
Verhandlung mit dem italienischen Wachpersonal gelang es der Gruppe sogar, das 
Studiolo Francesco I. de’ Medicis von innen zu besichtigen. Bei einer Besprechung auf der 
Piazza Signoria widmeten sich die Studierenden vor allem der Machtsymbolik, die durch 
die Skulpturen und Plastiken von Michelangelo, Giambologna, Cellini und Bandinelli zum 
Ausdruck gebracht wird. Auch die Frage nach der Bedeutung des Historismus des 19. 
Jahrhunderts für das heutige Stadtbild wurde umfassend besprochen. Nach einem 
kurzen Abendessen war die Gruppe bereit für den anstrengenden Aufstieg auf den 
Piazzale Michelangelo. Oben angekommen wurden wir allerdings durch einen 
beeindruckenden Ausblick auf die nächtliche Stadt am Ufer des Arno belohnt! 
Interessant ist, dass sich das alte Stadtzentrum auch nach 500 Jahren Umgestaltung im 
Wesentlichen so präsentiert, wie es auf humanistischen Kartenwerken des 15. 
Jahrhunderts zu sehen ist.  
Der zweite Exkursionstag begann für Freunde des gepflegten Morgensports mit einem 
besonderen Schmankerl: Die Besteigung der Domkuppel von Santa Maria del Fiore. Trotz 
der enormen körperlichen Anstrengung – immerhin waren bis zur Spitze genau 463 
Treppenstufen zu erzwingen – standen am Ende dieses Programmpunktes nicht die 
Strapazen im Vordergrund, sondern der Erkenntnisgewinn, den der Ausblick bereithielt. 
Abgesehen von seiner Schönheit bietet die Aussicht nämlich auch den Vorteil, dass 
bestimmte machtpolitische Baustrukturen nachvollzogen werden können. Bis heute 
präsentiert sich die Stadt im Wesentlichen geprägt durch die Baumaßnahmen der Medici 
oder anderer Adelsfamilien, wie dem Palazzo Strozzi und einige wenige, dafür aber 
bedeutsame sakrale Bauten, wie der Klosterkomplex von Santa Maria Novella oder San 
Lorenzo. Vor dem Ospedale degli Innocenti lernten die Studierenden über die spannende 
Verflechtung von gemeinnützigen Einrichtungen und dem Repräsentationsbestreben der 
Medici und bewunderten die programmatische Renaissance-Architektur von 
Brunelleschi. Nach einem letzten verzweifelten Blick auf den Schrittzähler, der bereits 
gegen Mittag eine Ruhepause nahelegte, besuchten wir als letzten Punkt des Tages die 
weitläufigen Museumsräume der Uffizien. Dabei gingen wir „ganz wie die Kunsthistoriker“ 
an fast allen ausgestellten Kunstwerken vorbei und konzentrierten uns nur auf einige 
wenige ausgewählte, die die Kunstgeschichte maßgeblich beeinflusst haben oder in 
direkter Verbindung mit den Medici stehen, darunter die beiden Maestà-Darstellungen 
von Giotto und Cimabue, die Tribuna oder die Medici-Porträts von Bronzino, sowie die 
Sammlungstätigkeit Kardinal Leopoldo de‘ Medici. 
Am nächsten Tag widmete sich unsere Gruppe den monastischen Gemeinschaften von 
Florenz. Startpunkt war das Dominikaner- und Hauskloster der Medici San Marco, das 
heute vor allem durch seine kunsthistorischen Schätze bekannt ist, darunter das 
Abendmahl von Ghirlandaio und die einzigartige Freskenausstattung des Mönchs Fra 
Angelico, zweifellos ein Höhepunkt der Exkursion. Anlässlich der großen Fra Angelico 
Retrospektive im Palazzo Strozzi waren in der Bibliothek des Klosters auch einige 
Manuskripte mit Buchmalereien aus seiner Hand ausgestellt. Nach dem Besuch der 
prächtigen Capella dei Principi, der Grablege der Medici, die wir aufgrund von 
ästhetischen Gründen schnell wieder verlassen mussten, widmeten wir uns der alten und 
neuen Sakristei von San Lorenzo und der Bibliotheca Laurenziana, einem Geburtsort des 
Manierismus. Eine Führung durch das Deutsche Kunsthistorische Institut Florenz und 
seine Studienbibliothek erlaubten uns einen Einblick in von deutscher Seite institutionell 
geförderte Erforschung der Stadt und ihrer Kunstgeschichte. Der Abschluss des dritten 
Tages war das gemeinsame Abendessen in einer Locanda bei San Lorenzo, die – wie sollte 
es auch anders sein – den Namen „dei Medici“ trägt, wo es u.a. zu theologischen 
Streitgesprächen kam.  
Am Donnerstag hatten die Studierenden und auch Prof. Rudolph den längsten 
Exkursionstag in ihren Karrieren: von 7:45 bis 23:00 sollte die Gruppe auf den Beinen sein. 
Der Tag begann mit einer Zug- und Busfahrt ins florentinische Umland, wo drei Landvillen 
der Medici besichtigt wurden: Poggio a Caiano, Castello und La Petraia. An ihnen ließen 
sich viele grundsätzliche Züge der toskanischen Geschichte nachvollziehen – so anhand 
der Entwicklung der Villen von landwirtschaftlich geprägten Betrieben und wehrhaften 
Trutztürmen, die der Kontrolle des Umlands dienten, hin zu repräsentativen Landsitzen, 
die den Machthabern zur Erholung von der Enge der Stadt dienten. Diese Nutzung reicht 
von der Zeit der Medici bis hin zum italienischen König Viktor Emanuel. Nach der 
Rückkehr in die Stadt wurde der Palazzo Medici Riccardi als repräsentativer Stadtpalast 
der frühen Medici besucht, bei dessen Besichtigung das Personal eher hinderlich denn 
förderlich war. Nichtsdestotrotz beeindruckte besonders die Cappella dei Magi als 
Hausheilige der Medici mit den Fresken aus der Hand Benozzo Gozzolis, welche die Reise 
der Heiligen Drei Könige nach Betlehem zeigt. Im Anschluss daran wurde der Gruppe eine 
taktische Pause zur Wiederherstellung ihrer Kräfte gewährt, sodass auch der letzte Coup 
des Tages, der Besuch der Fra Angelico-Ausstellung im Palazzo Strozzi gelingen konnte. 
Der Anspruch der Ausstellung war nicht geringer, als das weitverstreute Werk des Beato 
Angelico zusammenzuführen. Über drei Stunden hinweg ließ sich ein weiter Bogen über 
sämtliche Werkphasen, den künstlerischen Kontext, die maßgeblichen Vorbilder und 
Konkurrenten sowie die stilistische Entwicklung des Künstlers spannen, wobei die tiefe 
Spiritualität der Werke Fra Angelicos in dieser Museumsnacht noch einmal viel stärker 
erlebbar war.  
Der letzte Tag der Exkursion hielt die meisten organisatorischen Herausforderungen 
bereit. 
Aufgrund einer solidarischen Arbeitsniederlegung der italienischen 
Gewerkschaften war der Besuch zweier Stationen des Programms nicht möglich, sowohl 
der Palazzo Pitti als auch die Brancacci-Kapelle in Santo Spirito blieben der Gruppe 
verwehrt. Auch die Heimreise gestaltete sich wegen der Situation an den Bahnhöfen und 
am Flughafen für einige Teilnehmer schwieriger. Trotz dieser Einschränkungen bildeten 
die Besichtigung der Capponi-Kapelle mit ihrer Ausstattung von Pontormo und der 
geführte Rundgang durch den Boboli-Garten, in denen die landschaftsarchitektonischen 
Besonderheiten des italienischen gegenüber dem englischen Gartenstil verdeutlicht 
wurden, einen ebenso anregenden Abschluss der Exkursion. 
Zuletzt bleibt festzuhalten, wie bereichernd und stimmig zusammengestellt das 
Programm der Exkursion war, welches die Gruppe durch die Stadt und ihre Geschichte 
führte. Der umfassende Anspruch, die Historie und die Macht einer Familie in Architektur, 
Kunst, Religion und Performanz nachvollziehbar zu machen und zu einem vertieften 
Verständnis dieser Zusammenhänge zu gelangen, wurde – dank der Referate, der 
Exkursionsleiterin und dem gegenseitigen Austausch in Gesprächen – voll erfüllt. 

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