Die Konferenz der Lehrenden der Geistigbehindertenpädagogik an wissenschaftlichen Hochschulen in deutschsprachigen Ländern (KLGH) ist die bedeutendste jährlich stattfindende Tagung im Fachbereich Pädagogik bei geistiger Behinderung im deutschsprachigen Raum. Traditionell findet die dreitägige Veranstaltung seit 47 Jahren über Fronleichnam statt, so auch diesmal: etwa 80 Wissenschaftler*innen und Hochschullehrende der Pädagogik bei geistiger Behinderung aus Deutschland und der Schweiz kamen an die UR, um sich vom 4. bis 6. Juni 2026 gemeinsam dem Thema „Sonderpädagogischer Schwerpunkt Geistige Entwicklung im Wandel?!“ zu widmen.
Im Fokus standen dabei Fragen der inhaltlichen und diagnostischen Bestimmung des sonderpädagogischen Schwerpunktes, der veränderten Schülerschaft und den pädagogischen, diagnostischen und didaktischen Herausforderungen, die daraus hervorgehen.
Die seit 30 Jahren stetig und in den letzten Jahren außergewöhnlich stark steigenden Schüler:innenzahlen im sonderpädagogischen Schwerpunkt geistige Entwicklung (SGE) werfen vielfältige Fragen auf, die im Rahmen der Tagung diskutiert wurden: Was macht den SGE inhaltlich aus? Wie kann der SGE diagnostisch festgelegt werden bzw. benötigt es hier eine Neujustierung? Hat sich die Schülerschaft im SGE verändert und wenn ja, welche pädagogischen und didaktischen Herausforderungen bzw. Konsequenzen ergeben sich daraus für das Fach und die Praxis? Diese Fragen wurden unter den thematischen Strängen ‚inhaltliche und diagnostische Bestimmung | veränderte Schülerschaft | pädagogische, diagnostische und didaktische Herausforderungen‘ gebündelt.
Neben einem reichhaltigen fachlichen Programm mit fünf Keynotes, 26 Einzelbeiträgen und Panels sowie einer Postersession steht bei der KLGH traditionell auch persönlicher Austausch und Vernetzung weit oben auf der Liste der Tagesordnungspunkte.
„Die KLGH bietet einerseits die Möglichkeit in der Scientific community ein Thema differenziert und bis in die Tiefe zu diskutieren. Andererseits hat sich über die Jahre fast schon der Charakter eines Familientreffens entwickelt. Man trifft regelmäßig Kolleginnen und Kollegen, neue early career scientists werden in die Gemeinschaft eingeführt und berufliche Erfolge werden gewürdigt und gefeiert. Der gute Geist unserer Zunft ist eine wichtige Grundlage für fruchtbare Kooperation und Verbundforschung über die Standorte hinweg“, so Lehrstuhlinhaber und Tagungsleiter Prof. Dr. Wolfgang Dworschak.
Ein Gesellschaftsabend auf der Donau, eine Stadtführung durch das Regensburger Welterbe, eine Brauereiführung sowie anschließend Speis und Trank im Brauhaus am Schloss boten den Teilnehmenden aus ganz Deutschland sowie der Schweiz einen guten Boden für lockere Gespräche, Austausch, Wiedersehen und Kennenlernen.
Zum Abschluss der Tagung konnte Prof. Dworschak eine positive Bilanz ziehen: „Mit dem gewählten Tagungsthema haben wir einen Nerv getroffen. Die stark steigenden Zahlen an Schülerinnen und Schülern in unserem Schwerpunkt stellen die schulische Praxis, die Schulverwaltung und die Wissenschaft vor große Fragen und Herausforderungen. Im Rahmen der Tagung wurden drängende Fragen aufgegriffen und diskutiert. Wir müssen sehr genau hinschauen, was sich wandelt, warum es sich wandelt und was das für die Schulentwicklung bedeutet.“
Kontakt aufnehmen
Prof. Dr. Wolfgang Dworschak
Lehrstuhl für Pädagogik bei geistiger Behinderung einschließlich inklusiver Pädagogik
Universität Regensburg
Tel.: +49 (0)941-943-7664
E-Mail: wolfgang.dworschak@ur.de