Das Institut für Politikwissenschaft lädt alle seine Mitglieder und Freunde – Lehrende und Studierende, Beschäftigte, Absolventen, Alumni – sowie interessierte Kolleginnen und Kollegen herzlich ein zum neuen Institutskolloquium des Instituts für Politikwissenschaft!
Das Kolloquium, das gemeinsam mit der Fachschaft Politikwissenschaft und dem Alumni-Verein Philopolis durchgeführt wird, dient dem lockeren, lehrbereichsübergreifenden gemeinsamen Gespräch über aktuelle Forschungsprojekte der verschiedenen Lehrbereiche in der Mittagspause. In einem kurzen Impulsvortrag werden in jedem Semester jeweils zwei aktuelle Forschungsprojekte verschiedener Arbeitsbereiche vorgestellt. Damit es sich möglichst viele Mitglieder und Freunde des Instituts einrichten können, hat das Institutskolloquium das schlanke Format einer BrownBagHour zur Mittagspause: Nach dem Vorbild US-amerikanischer Universitäten, wo man sich auch mal in der Mittagspause trifft um über fachliche Dinge zu sprechen, darf die eigene Vesper/Brotzeit mitgebracht werden – geistige Nahrung in Form von kurzen Impulsvorträgen stellt das Institut.
Serviert werden in diesem Semester folgende zwei Vorträge:
29.11.2023, Prof. Straßner, „Terrorismus als Kampfbegriff“
17.01.2024, Prof. M. Walter-Rogg & R. Richter, M.A., „Lehrforschungsprojekt zur Landtagswahl 2023 in Bayern“
Info zum Vortrag am 29.11.2023, Prof. Straßner, „Terrorismus als Kampfbegriff“
Terrorismus war stets ein politischer Kampfbegriff. Seit der terrorismustheoretischen Zeitenwende 9/11 hat sich diese Tendenz noch einmal verstärkt. Der Vortrag ist ein Plädoyer für einen Terrorismusbegriff jenseits seiner normativen Konnotation und versucht, sachliche Abgrenzungen zu anderen Formen politisch motivierter Gewalt aufzuzeigen.
Info zum Vortrag am 17.01.2024, Prof. M. Walter-Rogg & R. Richter, M.A., „Lehrforschungsprojekt zur Landtagswahl 2023 in Bayern“
Zur Landtagswahl am 8. Oktober 2023 in Bayern führten Prof. Melanie Walter-Rogg und Raphael Richter (M.A.) ein Lehrforschungsprojekt zum Thema „Sozial ungleiche Wahlbeteiligung“ durch. Der Forschungsstand zeigt, dass auch in Deutschland „massive Unterschiede in der Wahrscheinlichkeit des Wählens abhängig vom Bildungsstand, der Schichtzugehörigkeit oder auch dem Einkommen“ (Roßteutscher & Schäfer 2016, S. 455) zu beobachten sind. Da der soziale Status „nicht zufällig über die Gesellschaft verteilt ist, sondern Menschen mit höherem Status in der Regel in anderen Wohnbezirken leben als Menschen niedrigeren Status, kommt es zu einer zunehmenden Ballung von Hoch- bzw. Niedrigwahlbezirken“ (Roßteutscher & Schäfer 2016, S. 455). Auch in Regensburg ist dieses Phänomen zu beobachten. Zwar war die Beteiligung an der Bundestagswahl 2021 in Regensburg mit 77,2 % (Bayern: 79,9%) sowie zur Landtagswahl 2023 mit 71,6 % (Bayern: 73,1 %) zufriedenstellend. Allerdings zeigt sich stadtweit eine deutliche Variation in der Wahlbeteiligung. Es gibt auch Stadtteile, in denen mehr als die Hälfte der Wahlberechtigten ihre Stimme nicht nutzt. Das Regensburger Lehrforschungsprojekt untersucht deshalb die Motive für die Nichtwahl, aber auch, inwieweit verschiedene Typen von Nichtwähler:innen wieder mobilisiert werden können. Vor allem Studierende des Master-Studiengangs Demokratiewissenschaft waren an dem Projekt beteiligt, das im Zeitraum von vier Wochen vor der Bayernwahl 2023 und vier Wochen danach stattfand. Dabei wurden vielfältige Daten im Rahmen eines Feldexperimentes mit schriftlichen Befragungen, Tiefeninterviews, Haustürbesuchen und Fokusgruppengesprächen in ausgewählten Monitoringgebieten des Regensburger Sozialindex (Stadt Regensburg 2022) erhoben, die nun gemeinsam mit vielen weiteren Indikatoren wie Bevölkerungsstruktur, Erwerbstätigkeit oder Wohnsituation ausgewertet werden können.
Wir freuen uns über zahlreiche Teilnahme, insbesondere von unseren Studierenden!