Am 10.11.-12.11.2023 fand an der Fakultät für Sprach-, Literatur- und Kulturwissenschaften der Universität Regensburg der von der BTHA und dem DTZF geförderte Workshop “Der Anti-Bias-Ansatz mit dem Fokus auf Identität und Mehrsprachigkeit in Mittel- und Osteuropa” statt. Er beschäftigte sich mit dem Anti-Bias-Ansatz in Hinblick auf die (Sprach-)Identität, Sprachprestige und Sprachdiskriminierung. Der Ansatz wurde in den 1980er Jahren in den USA entwickelt und konzentriert sich primär auf die Beziehungen zwischen dem sog. globalen Norden und Süden. Das Ziel des Workshops war, den Anti-Bias-Ansatz kennenzulernen und ihn auf die Länder Mittel- und Osteuropas anzuwenden.
Die Leitung übernahm Alena Košák Felcmanová aus dem Studienprogramm Zivilgesellschaft der Geisteswissenschaftlichen Fakultät der Karlsuniversität Prag und Jana Randa aus dem OeAD – Agentur für Bildung und Internationalisierung Wien. Dank ihrer wissenschaftlichen Expertise im Bereich der soziokulturellen Diversität im Bildungssektor sowie langjähriger Erfahrung als interkulturelle Trainerinnen konnten sie innerhalb kurzer Zeit eine in vielerlei Hinsicht heterogene Gruppe von Studierenden und wissenschaftlichen Fachkräften aus diversen Herkunftsländern durch einen erfahrungsorientierten Lernprozess begleiten.
Projektinhalte
Die Teilnehmenden der Universität Regensburg, der Karlsuniversität Prag und der Philosoph-Konstantin-Universität Nitra wurden durch verschiedene kreative Kommunikationsmethoden angeleitet, von ihren eigenen Erfahrungen ausgehend kritisch über die Konzepte Identität und Mehrsprachigkeit und die daraus resultierende soziale Ungleichheit zu reflektieren. Auf dieser Basis lernten sie die theoretischen Grundlagen des Anti-Bias-Ansatzes kennen.
Reflexionen der Teilnehmenden
Die Teilnehmenden bezeichneten die gemeinsam erarbeiteten Inhalte in der Abschlussrunde als bereichernd nicht nur für ihre persönliche Weiterentwicklung, sondern auch für ihre fachlich-didaktische Entwicklung. Insbesondere die Expertengruppe sah in den Aktivitäten auch einen Anreiz für ihre pädagogische Tätigkeit. Es wurde auch betont, dass die Stimmung in der Gruppe als respektvoll wahrgenommen wurde und dass ihre Diversität den Lerneffekt gesteigert hat.
Abschlussbemerkungen und Ausblick
Der Workshop bestätigte die Eignung des Anti-Bias-Ansatzes für die Reflexion der Beziehungen im (mittel-)europäischen Raum. Gleichzeitig erwies es sich als wichtig, konkrete Fälle ins Detail gehend zu analysieren, um Pauschalisierungen zu vermeiden. Die Voraussetzung für die weitere Zusammenarbeit ist der Einbezug der Thematik in die Lehre im Rahmen von Seminaren mit dem Fokus auf Mehrsprachigkeit und Assymetrien in der Sprache (Sprachdiskriminierung, Sprachprestige).
In Aussicht ist auch die Zusammenarbeit zwischen den beteiligten Instituten, die Studiengänge mit den Schwerpunkten interkulturelle Kommunikation, Mehrsprachigkeit und Arealkompetenz anbieten.
Das Projekt ist durch die Bayerisch-Tschechische Hochschulagentur und Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds gefördert. Für Fragen wenden Sie sich an: renata.pavlova@ur.de.