Kontakt aufnehmen
piotr.kubasiak@theologie.uni-regensburg.de
und
gabriele.kaiser@theologie.uni-regensburg.de
Die Liturgie ist der lebendige Ausdruck des gefeierten Glaubens; trotzdem ist sie als Locus theologicus noch immer unterschätzt und von der Systematischen Theologie trotz einiger wichtiger Beiträge weitgehend vernachlässigt. Angesichts dieser Leerstelle möchte die Tagung das komplexe Verhältnis von Dogmatik und Liturgie in interdisziplinärer Perspektive beleuchten. Mit der Christologie wird ein zentraler Traktat thematisiert, um exemplarisch das Potential und den Ertrag dieses bisher wenig beachteten Zugangs herauszuarbeiten.Zu Beginn werden die methodischen und inhaltlichen Herausforderungen einer Zusammenarbeit von Liturgiewissenschaft und Dogmatik thematisiert, um anschließend nach dem komplexen Verhältnis zwischen Liturgie und Bibel in der historischen Ausprägung und performativen Aktualisierung der Christologie zu fragen. In einem nächsten Schritt sind in drei Auslegungsgängen zentrale Inhalte der Rede von Christus - Inkarnation, Erlösung und Gottheit Christi - aus den liturgischen Quellen (Texten, Gesängen, Riten) zu erheben und deren Relevanz für die dogmatische Reflexion aufzuzeigen. Ansatzpunkte sind dabei die unterschiedlichen liturgischen Feiern - Kirchenjahr, Tagzeitenliturgie, sakramentliche Feiern –, wobei die Liturgie nicht nur als Text, sondern auch in ihrer rituellen Dimension behandelt wird. Die Untersuchung beschränkt sich dabei pragmatisch und paradigmatisch auf die römische Tradition. Deren Rezeption in der Reformation wird als ökumenischer Horizont betrachtet.Die theologische Erschließung des Christusereignisses aus ihrer gottesdienstlichen Feier zielt darauf, inhaltliche Verschiebungen und neue Akzentsetzungen sowie eine stärkere Fundierung der Christologie in der liturgischen Praxis zu fördern.
17. April 2026, von Prof. Dr. Piotr Kubasiak und Gabriele Kaiser
und
gabriele.kaiser@theologie.uni-regensburg.de