Nachdem die Exkursion am Montag mit einem Besuch der Kuppel des Bundestages begann, standen am ersten Tag zunächst zwei Fachgespräche jeweils mit einem Referenten des Bundesinnenministeriums und des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend auf dem Programm. Die Referenten stellten ihre Ressorts vor und berücksichtigten in ihren Gesprächen auch kontroversere Anmerkungen und Diskussionspunkte der Beteiligten.
Der zweite Tag begann zunächst mit einem Besuch der Gedenkstätte der Berliner Mauer – neben dem politinstitutionellen Teil der Exkursion sollten auch verschiedene Gedenkstätten zu Orten mit historischer Relevanz für den deutschen Staat und die deutsche Gesellschaft besucht werden. Danach stand ein Besuch beim Caritasverband sowie bei den Caritaskonferenzen auf dem Programm. Hier konnte insbesondere der Prozess der Lobbyarbeit und Interessensvertretung aus einer christlichen Perspektive veranschaulicht werden – etwas, was durch ein Fachgespräch mit dem Leiter des katholischen Büros in Berlin – der Schnittstelle zwischen Kirche und Politik – noch vertieft werden konnte. Daraufhin stellte Marc Frings, der Generalsekretär des ZdK, dessen Arbeit vor, bevor abschließend noch ein Austausch mit dem Leiter der katholischen Nachrichtenagentur auf dem Programm stand.
Am dritten Tag der Exkursion stand ein inhaltliches Highlight für die Teilnehmenden auf dem Programm: Im Bundespräsidialamt konnte sowohl Prof. Pieper, der Leiter der dortigen Rechtsabteilung, die alle Gesetzesentwürfe, die der Bundespräsident ausfertigt, prüft, mit einem spannenden Vortrag über seine Arbeit referieren als auch in einer Führung im Schloss Bellevue mit einigen Anekdoten aus dem Leben und Arbeiten der letzten Bundespräsidenten für das eine oder andere Schmunzeln sorgen. Nach einem Besuch im Tränenpalast stellte das katholische Militärbischofsamt seine Aufgaben vor und beschrieb intensiv, wie Auslandseinsätze der Bundeswehr seelsorgerlich begleitet werden. Der dritte Tag wurde mit einem Fachgespräch mit der Vorsitzenden des KDFB, Frau MdB Anja Karliczek, die über ihre Rolle in der Politik und ihre Arbeit als Abgeordnete informierte, abgerundet.
Der vorletzte Tag begann – unter strömendem Regen – mit einem Besuch in der apostolischen Nuntiatur. Msgr. Dötsch, der als deutscher Diözesanpriester aus dem Bistum Trier dort unterstützend arbeitet, stellte die Aufgaben der Nuntiatur und die Rolle des Nuntius im diplomatischen Corps der Bundesrepublik vor, wobei auch eine Führung in der Hauskapelle der Nuntiatur nicht fehlen durfte. Anschließend stand mit dem Besuch der Gedenkstätte „Topografie des Terrors“ wieder eine Besichtigung einer eindrücklichen historischen Stätte auf dem Programm. Am Nachmittag stellte ein Vertreter der Vertretung des Freistaats Bayern in Berlin seine Arbeit und die Beteiligung der Länder am Gesetzgebungsprozess vor, bevor nach einem Spaziergang am Holocaust-Denkmal vorbei noch eine Besichtigung der Ausstellung zum deutschen Widerstand während der NS-Diktatur auf dem Programm stand.
Der abschließende Freitag begann früh mit zwei letzten Abgeordnetengesprächen, bei denen die Teilnehmer sowohl mit Frank Schwabe, dem Beauftragten der Bundesregierung für die weltweite Religions- und Weltanschauungsfreiheit, als auch mit Prof. Monika Grütters ins Gespräch kamen. Den Abschluss der Exkursion stellte dann ein Besuch im Justizministerium dar, der sowohl aus einem Fachgespräch mit dem Referenten für Menschenrechte als auch einer Hausbesichtigung bestand. Hier blieb den Teilnehmenden insbesondere der Ort, an dem Günter Schabowski 1989 in einem historischen Versprecher die innerdeutsche Grenze an der Berliner Mauer öffnete, in Erinnerung.
Abschließend darf an dieser Stelle nochmals ein Dank an Prof. Dr. Stefan Ihli ausgesprochen werden, der die Reisegruppe umsichtig durch das Programm und die Transfers führte und mit seiner Organisationsexpertise dazu beitrug, dass die Teilnehmenden Einblicke bekamen, die sich alleine nur schwer oder gar nicht realisieren lassen.