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Aktuelles: Internationaler Online-Workshop: Narrating Emancipation in Cuban and Eastern European Graphic Storytelling. Analogies and Entanglements

Der Workshop findet am 25. März 2026 (13:15 Uhr – 18:00 Uhr) statt

23. März 2026, von DIMAS

Internationaler Online-Workshop: Narrating Emancipation in Cuban and Eastern European Graphic Storytelling. Analogies and Entanglements (25. März 2026)

Im Laufe des 20. und 21. Jahrhunderts diente das grafische Erzählen als bedeutendes, wenn auch oft unterschätztes Mittel zur Verbreitung und Aushandlung von Emanzipationsnarrativen. Solche Erzählungen spielen seit dem Kalten Krieg und nach 1989 eine zentrale Rolle in sozialistischen und postsozialistischen Gesellschaften in Lateinamerika und Osteuropa. So sollte beispielsweise in Kuba der Comic-Held Elpidio Valdés Kindern und Erwachsenen den Mut der antikolonialen Kämpfer des 19. Jahrhunderts vor Augen führen, während sein Schöpfer Juan Padrón seine Erfahrungen in der UdSSR in einen Teil seiner grafischen Autobiografie einfließen ließ. In der Sowjetunion trugen Bild-Text-Erzählungen über Kuba, wie die Kinderbücher von Wassili Tschitschkow, Witali Korschikow oder anderen, nicht nur dazu bei, die Vorstellung von der Überlegenheit der UdSSR als Meisterin und Mentorin der sozialistischen Emanzipation zu festigen, sondern betonten in einigen Fällen die Autonomie der kubanischen Kulturentwicklung und stellten damit die offizielle sowjetische Erzählung infrage. Ungeachtet solcher aufschlussreichen Beispiele wurde bislang wenig Forschung betrieben, um die Rolle des grafischen Erzählens in Emanzipationsdiskursen innerhalb der jeweiligen Regionen zu entschlüsseln. Noch weniger Studien haben in diesem Zusammenhang vergleichende Perspektiven oder transatlantische Verflechtungen zwischen Lateinamerika – insbesondere Kuba, dem „geliebten Kind der sozialistischen Welt“ (Anne Gorsuch 2015: 520) – und Osteuropa untersucht.

Obwohl oft als bloße Unterhaltungsliteratur oder Kinderlektüre abgetan, dienen Bild-Text-Erzählungen wie Comics, Bildbände und Graphic Novels seit langem als wirkungsvolle Mittel zur Vermittlung politischer Botschaften – von staatlicher Propaganda bis hin zu dissidenten Ansichten. Darüber hinaus entstand in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Underground-Comic-Szene, die dieser Dichotomie zu entkommen suchte. Was die verschiedenen Arten multimodaler Erzählungen verbindet, ist ihre scheinbar intuitive Zugänglichkeit, die ein breites Lesepublikum anspricht. Infolgedessen richten sich Bild-Text-Erzählungen oft an ein vielfältiges Publikum und können Mehrdeutigkeiten beinhalten. Das Zusammenspiel von verbalen und visuellen Strängen der Erzählung und Darstellung bietet ein breites Spektrum an Möglichkeiten, verschiedene Bedeutungsebenen zu erzeugen, insbesondere in Bezug auf Zeit, Räumlichkeit und Perspektive, „wodurch wir dazu aufgefordert werden, zwischen Bildern und Worten hin und her zu lesen“ (Marianne Hirsch 2004, 12–13).

Der Workshop konzentriert sich auf die Spannung zwischen offiziellen und inoffiziellen sowie kollektiven und individuellen Emanzipationserzählungen. Dazu gehören unter anderem sozialistische Erzählungen der Befreiung von Feudalismus, Kolonialismus und Sklaverei sowie postsozialistische Erzählungen, die das Ende des Sozialismus als das „Ende der Geschichte“ und den Eintritt in die sogenannte „freie“ Welt darstellen. Von besonderem Interesse sind exzentrische Emanzipationserzählungen, die sich kritisch mit offiziellen Diskursen auseinandersetzen – beispielsweise solche, die aus dem Exil und der Diaspora, aus Jugendkulturen oder aus anderen gesellschaftlichen Gruppen wie LGBTQI+-Gemeinschaften, ethnischen Minderheiten, religiösen Gruppen und anderen hervorgehen.

Unser Workshop verfolgt einen sowohl vergleichenden als auch verflochtenen Geschichtsansatz und versammelt eine kleine Gruppe internationaler Wissenschaftler*innen (Österreich, Brasilien, Frankreich, Deutschland, Ukraine), die sich für sozialistische und postsozialistische grafische Erzählungen aus Kuba und Osteuropa interessieren. Die Beiträge konzentrieren sich auf die Rezeption kubanischer Kunst in der DDR, die Politik der globalen linken Comic-Kultur, die Aufarbeitung traumatischer Vergangenheiten in kubanischen und ukrainischen grafischen Erzählungen sowie auf Emanzipation in kubanischen grafischen Erzählungen über die UdSSR und in sowjetischer und polnischer Kinderliteratur über Kuba.

Der Online-Workshop wird organisiert von Anne Brüske (Das Department für Interdisziplinäre und Multiskalare Area Studies / Universität Regensburg) und Karoline Thaidigsmann (externer Link, öffnet neues Fenster) (Slawistik / Universität Heidelberg).

Anfragen richten Sie bitte an:

anne.brueske​(at)​ur.de (öffnet Ihr E-Mail-Programm) und karoline.thaidigsmann@slav.uni-heidelberg.de (öffnet Ihr E-Mail-Programm)

Das detaillierte Programm und den Zoom-Link finden Sie im beigefügten PDF-Dokument.

Kontakt aufnehmen

dimas@ur.de

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