Am Montag begann die Exkursion mit einem Besuch des Europäischen Gerichtshofs für Menschenrechte. Neben Einblicken in die Struktur und Arbeitsweise des Gerichtshofs wurde insbesondere deutlich, dass durch die Rechtsprechung des EGMR die Menschenrechtskonvention zu einem lebendigen Instrument wird und kein starres Vertragswerk ist. Am Nachmittag besuchte die Gruppe den Europarat. Nach einer Führung und kurzen Einführung fand ein Fachvortrag über die Rolle des Europarats hinsichtlich des Verhältnisses zwischen den Staaten und den Religionsgemeinschaften statt. Historisch ausgehend von multireligiösen Traditionen in Europa zeichnete der Referent für die europäische Gegenwart und Zukunft pluralistische Ansätze für das Verhältnis zwischen Staaten und Religionen ab. Zum Abschluss des ersten Tages feierte die Gruppe in der Krypta des Strasbourger Münsters Heilige Messe und nutzte ein gemeinsames Abendessen für Austausch und Vernetzung.
Am Dienstagvormittag besichtigte die Gruppe zunächst das Europäische Parlament. Die gewonnenen Erkenntnisse aus der Führung und den Einblicken in die Institution konnten durch einen Besuch der interaktiven Ausstellung „Parlamentarium Simone Veil“ über das Europäische Parlament vertieft werden. Am Nachmittag stand ein Besuch des erzbischöflichen Offizialats auf dem Programm. Im Gespräch mit Offizial M. l’Abbé Alexander Leonhardt wurden die konkordatär-bedingte besondere Situation im Erzbistum Strasbourg sowie der in Frankreich zentral eingerichtete Strafgerichtshof diskutiert. Abschließend für den Programmtag traf die Gruppe am Centre national de la recherche scientifique Prof. Dr. Francis Messner zu einem Fachvortrag und Gespräch über Religionsrechtliche Fragestellungen zur Rolle des Islam in Frankreich.
Der letzte Teil der Exkursion fand in Karlsruhe am Bundesverfassungsgericht statt. Dort wurde bei einer Führung und Einblicken in die Struktur und Arbeitsweise des Gerichtes besonders deutlich, dass die in den zuvor aufgekommenen und diskutierten Verfassungs- und Grundrechtsfragen nicht nur auf europäischer Ebene, sondern auch auf Bundesebene thematisiert werden.
Abschließend darf an dieser Stelle nochmals ein Dank an Apl.-Prof. Dr. Stefan Ihli ausgesprochen werden, der als Hauptorganisator der Reisegruppe Einblicke ermöglichte, die alleine kaum oder gar nicht zu realisieren gewesen wären.
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