Allgemeine Hinweise
Zielgruppe
Lehrende, Dozierende, Tutoren und Tutorinnen, Modulverantwortliche
Eigenverantwortung und rechtliche Rahmenbedingungen bei KI-Nutzung
- Die Verantwortung für den Einsatz von KI-Systemen liegt grundsätzlich bei den jeweiligen Nutzenden, d.h. sie sind nicht nur für die bei der Nutzung der KI eingegebenen Daten und generierten Inhalte verantwortlich, sondern auch für deren Speicherung, Vervielfältigung und Verbreitung.
- Dies umfasst zum einen die Daten, die über den Prompt eingegeben bzw. die von der KI generiert werden, da diese nicht nur lokal, sondern vor allem auch auf dem Server des KIBetreibers gespeichert, u.U. für Trainingszwecke genutzt und damit verbreitet und vervielfältigt werden.
- Zum anderen sind auch die Daten bzw. Inhalte gemeint, die Nutzende aus der Kommunikation mit der KI als Ergebnis erstellen und bewusst verbreiten, z. B. den Text einer Mail oder die Hinweise auf der Homepage.
- Um dieser Verantwortung gerecht werden zu können, besteht für die Nutzenden die Pflicht, sich über geltende Regelungen (z.B. Datenschutz, Urheberrecht, KI-Verordnung) zu informieren, die Ergebnisse kritisch zu hinterfragen und den Einsatz kontextgerecht sowie ethisch reflektiert zu gestalten.
- Weiterführende Informationen finden Sie in den Kapiteln Einhaltung des Datenschutzes und Einhaltung von Urheberrecht. Sie helfen, mögliche Unsicherheiten frühzeitig zu klären.
Empfohlene KI-Anwendungen mit vertraglicher Datensicherheit
- Die Verwendung von freien KI-Systemen wie ChatGPT bedeutet, dass die eingegebenen Daten wie auch generierten Inhalte in der Regel auf Speicher in der Cloud übertragen werden und damit die Nutzung der Inhalte für Dritte, insbesondere auch zum Training der KI-Modelle für den/die Nutzende/n, nicht steuerbar ist.
- Aus diesem Grunde empfiehlt sich die Nutzung der an der UR zur Verfügung stehenden KI (Microsoft Copilot und DeepL im Webeditor), da vertragliche Regelungen mit den Herstellern die Verbreitung und Vervielfältigung einschränken.
- Dabei bleibt die Einhaltung der Datenschutz-, Urheber- und Persönlichkeitsrechte sowie die Verantwortung der Nutzenden unberührt.
Einsatzmöglichkeiten von generativer KI in Lehre und Weiterbildung
Entwicklung von Lehrmaterialien
- Die KI kann zur Ideenentwicklung (z. B. Prüfungsfragen, Illustrationen, Fallbeispiele) und zur Gestaltung von Lehrmaterialien (PPT-Folien, Bilder) genutzt werden.
- Beispiel 1: Eine Lehrperson lässt sich mit KI mehrere Anwendungsbeispiele zur Auswahl vorschlagen, die sie als Grundlage für einen Fallstudientext zu einer Bachelorprüfung in Betriebswirtschaftslehre verwendet.
- Beispiel 2: Eine Lehrperson nutzt KI, um die Vollständigkeit der Lehr-Lern-Ziele der Veranstaltung zu prüfen.
- Beispiel 3: Die KI generiert Vorschläge für Fragen und Antworten, auf deren Grundlage ein Lernquiz für die Studierenden erstellt werden kann.
- Beispiel 4: Die KI generiert Texte für Anforderungen von Softwareprodukten, anhand derer Studierende die Erhebung von Anforderungen in der Analysephase der Softwareentwicklung im Informatikstudium üben können.
- Beispiel 5: Eine Lehrperson bittet die KI um Literaturhinweise zu einem spezifischen Thema. Die KI liefert auf den ersten Blick plausible Quellenangaben, diese erweisen sich jedoch bei genauer Überprüfung als fehlerhaft oder frei erfunden. Dadurch kann Studierenden verdeutlicht werden, dass KI-gestützte Inhalte stets kritisch überprüft werden müssen, da sogenannte „Halluzinationen“ auftreten können.
Feedbackgenerierung
- Die KI kann zur Erstellung allgemeiner Rückmeldungen zu Lehrmaterialien genutzt werden.
- Beispiel: Eine Lehrperson verwendet KI, um ein erstes Feedback zu einer überarbeiteten Fallstudie vorzubereiten, welches sie dann manuell ergänzt und überprüft.
Demonstration von Funktionen bzw. Prototyping
- Die KI kann zu Zwecken der Demonstration oder Veranschaulichung verwendet werden.
- Beispiel: In einem Informatikseminar demonstriert die Lehrperson den Unterschied zwischen regelbasierter und generativer Textverarbeitung mit Hilfe eines KI-Tools.
Übersetzen
- Die KI kann zur sprachlichen Verbesserung oder Übersetzung von Lehrmaterialien in andere Sprachen (z.B. Englisch) verwendet werden.
- Beispiel: Ein Lehrender überträgt mithilfe eines KI-Übersetzungsdienstes (z. B. DeepL) Folieninhalte ins Englische für ein internationales Seminar und überprüft diese.
Simulation von Gesprächen und Rollen
- Die KI kann genutzt werden, um realistische Gesprächsszenarien oder Rollenbeispiele zu entwerfen.
- Beispiel: Eine Lehrperson generiert mit Hilfe von Copilot eine Konfliktsimulation zur Übung von Gesprächstechniken im Unterricht.
Prüfungsvorbereitung und Feedbackszenarien
- Die KI kann bei der Formulierung typischer Fehlermuster oder Beispielfeedback helfen.
- Beispiel: Eine Lehrperson lässt Copilot typische Missverständnisse zu einem Thema generieren, um diese gezielt in einer Lehreinheit zur Prüfungsvorbereitung aufzubereiten.
Konzeption von Prüfungen
- Die KI kann bei der Generierung, Validierung und Diversifizierung von Prüfungsaufgaben helfen.
- Beispiel 1: Eine Lehrperson lässt Copilot eine Prüfungsaufgabe im Hinblick auf die Lernziele im Kurs auf Relevanz und Richtigkeit prüfen.
- Beispiel 2: Eine Lehrperson lässt Copilot zu einer Prüfungsaufgabe Variationen erstellen, um unterschiedliche Schwierigkeitsgrade (für unterschiedlichen Leistungsstufen) zu erzeugen oder unterschiedliche Klausuren (bei gleichem Schwierigkeitsgrad) zu erstellen.
Simulation der Beantwortung von Prüfungsfragen
- Die KI kann bei der Simulation zur Beantwortung der Prüfungsfragen genutzt werden, um die entwickelten Prüfungsfragen auf ihre Inhaltsschärfe und Verständlichkeit zu testen.
- Beispiel: Eine Lehrperson lässt Copilot die Prüfungsfragen zu einem Thema beantworten, um gezielt die Verständlichkeit der Frage zu testen.