Aus dem Projekt ging die evaluierte Veranstaltungsreihe WRITE hervor, die klassische Workshopformate mit einer einjährigen, intensiven Begleitung im Forschungs- und Publikationsprozess verbindet. Sie richtet sich an Masterstudierende, Promovierende sowie Postdoktorandinnen und Postdoktoranden, die eine wissenschaftliche Laufbahn anstreben.
Ein zentrales Merkmal des Formats ist die interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit in kleinen Teams, die durch eine enge Betreuung durch Expertinnen und Experten begleitet wird. Auf diese Weise werden die Teilnehmenden entlang des gesamten Forschungsprozesses gezielt unterstützt. Ziel ist die Förderung hochwertiger Publikationen in peer-reviewed Journals sowie eine nachhaltige Vernetzung über die Projektlaufzeit hinaus, von der sowohl der wissenschaftliche Nachwuchs, als auch die gesamte wissenschaftliche Community profitiert. Durch seinen modularen Aufbau ist WRITE flexibel auf unterschiedliche Zielgruppen und institutionelle Rahmenbedingungen übertragbar und trägt durch seine anwendungsorientierte Ausrichtung zur nachhaltigen Verbesserung wissenschaftlicher Praxis bei.
fauxels/ pexels Auf folgenden Ebenen kann WRITE die Qualität wissenschaftlicher Arbeit stärken:
- Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Teilnehmende vertiefen ihre wissenschaftlichen Kompetenzen und profitieren von nationaler und internationaler Vernetzung, wodurch die Sichtbarkeit exzellenter Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler erhöht wird.
- Stärkung der wissenschaftlichen Community: Die Community profitiert von gut ausgebildetem wissenschaftlichem Nachwuchs und qualitativ hochwertigen englischsprachigen Publikationen.
- Attraktivitätssteigerung von Institutionen: Die Integration des evaluierten Konzepts kann zur Profilbildung beitragen und die Attraktivität einer Institution im Bereich methodisch fundierter wissenschaftlicher Ausbildung erhöhen.
Aufbau der Veranstaltungsreihe
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe WRITE werden Teams aus einer Expertin bzw. einem Experten sowie drei bis vier Nachwuchsforschende gebildet, die über zwei Semester hinweg an einem konkreten Forschungsthema arbeiten. Im Laufe der Projektzeit durchlaufen die Teams fünf aufeinander aufbauende Module, die sowohl allgemeingültige Inhalte zur wissenschaftlichen Praxis vermitteln, als auch die Teams gezielt bei der Weiterentwicklung ihres Forschungsvorhabens unterstützen.
Allgemeine Themen, wie Vorträge zu bestimmten statistischen Auswertungsmöglichkeiten, werden im Rahmen öffentlicher Module (2, 4) vermittelt. Inhalte mit konkreter Relevanz für die Forschungsvorhaben innerhalb der Teams werden in den projektinternen Modulen (1, 3) besprochen. Sie sind praxisorientiert gestaltet, damit die Teammitglieder neu erlangtes Wissen unmittelbar praktisch umsetzen und somit festigen können.
Details zu den Modulen
Modul 1: Einführung
Im Rahmen einer Einführungsveranstaltung lernen sich die Teammitglieder zunächst gegenseitig kennen. Die Expertin bzw. der Experte führt in die theoretischen Grundlagen des zugrunde liegenden Forschungsvorhabens ein. Gegebenenfalls wird bereits der Untersuchungsgegenstand, beispielsweise ein Datensatz, vorgestellt und ein vorläufiger Arbeitstitel formuliert.
Modul 2: Workshop
Der Workshop sollte zeitnah nach der Einführungsveranstaltung stattfinden und ist in zwei Teile gegliedert:
Im ersten Teil stellt die Expertin bzw. der Experte in einem öffentlichen Fachvortrag statistische Analyseverfahren vor, die für das Forschungsvorhaben relevant sind. Dieser Vortrag kann sowohl universitätsintern als auch extern beworben und – beispielsweise im Rahmen eines hybriden Formats – einer breiteren Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden.
In der anschließenden projektinternen Arbeitsphase wird der Untersuchungsgegenstand gemeinsam analysiert und erste Forschungsfragen werden konkretisiert. Darüber hinaus vereinbaren die Teammitglieder den Rhythmus regelmäßiger Treffen mit der Expertin/ dem Experten sowie die nächsten Arbeitsschritte und Zuständigkeiten innerhalb des Teams. Es sollte auch geklärt werden, über welche Kommunikationskanäle der regelmäßige Austausch stattfinden soll.
Modul 3: Wissenschaftliches Schreiben
Parallel zur Projektarbeit werden in regelmäßigen Sitzungen Kompetenzen im wissenschaftlichen Schreiben in englischer Sprache vermittelt. Die Teams wenden die neu erworbenen Fähigkeiten unmittelbar an, indem sie die Publikation zu ihrem Forschungsvorhaben schrittweise erarbeiten. Dabei werden sie durch digitale Feedback-Sitzungen von den Expertinnen und Experten begleitet.
Im Rahmen dieses Moduls kann die Einbindung bestehender universitätsinterner Angebote – etwa einer Schreibberatung – sinnvoll sein. Die Sitzungen können sowohl in Präsenz als auch digital durchgeführt werden.
Details zu den Inhalten des Moduls 3 sind hier (öffnet neues Fenster). (nicht barrierefrei) zu finden. Für weitere Unterlagen können Sie sich per E-Mail an die Ansprechpartnerinnen Nina Wunder oder Maria Hofrichter wenden.
Modul 4: Wissenschaftskommunikation
Im zweiten Semester findet ein Workshop zum Thema Wissenschaftskommunikation statt. Im Mittelpunkt stehen Themen wie Open Science, Pressearbeit, soziale Medien sowie die verständliche Aufbereitung wissenschaftlicher Inhalte für die breite Öffentlichkeit. Der Workshop bereitet insbesondere auf die Präsentation der Projektergebnisse im Rahmen des Praxistages (Modul 5) vor.
Da die Inhalte des Moduls für alle Forschungsbereiche gelten, bietet sich die Durchführung als hybrides Veranstaltungsformat an.
Details zu den Inhalten des Moduls 4 sind hier (öffnet neues Fenster). (nicht barrierefrei) zu finden. Für weitere Unterlagen können Sie sich per E-Mail an die Ansprechpartnerinnen Nina Wunder oder Maria Hofrichter wenden.
Modul 5: Präsentation der Ergebnisse
Den Abschluss bildet ein Praxistag, an dem die Projektteams ihre Ergebnisse präsentieren. Dabei können die zuvor erworbenen Kompetenzen in der Wissenschaftskommunikation angewendet und vertieft werden. Zu dieser Veranstaltung werden Interessierte aus verwandten Disziplinen eingeladen, um einen fachlichen Austausch und eine gemeinsame Diskussion der Ergebnisse zu ermöglichen. Die Veranstaltung dient weiterhin, Ideen für zukünftige Forschungsarbeiten zu generieren und sich untereinander zu vernetzen. Erkenntnisse können von den Teammitgliedern als Input für die Erstellung ihrer Publikation verwertet werden.
Zum Abschluss erhalten die Teilnehmenden eine Bescheinigung über die erfolgreiche Teilnahme an der WRITE-Veranstaltungsreihe.
Anforderungen an die Projektleitung
Kontrolle des Projektverlaufs
- Akquise von Expertinnen und Experten sowie des wissenschaftlichen Nachwuchses
- Steuerung der Abstimmungsprozesse mit allen Beteiligten
- Sicherstellung des Informationsflusses zwischen allen Beteiligten
- Kontinuierliche Kontrolle der Projektziele
Konzeption und Durchführung der Veranstaltungsreihe
- Erstellung/ Anpassung der Modulinhalte
- Absprache mit den geladenen Expertinnen und Experten zur inhaltlichen Ausrichtung, der Auswahl des Forschungsgegenstands und dem Ablauf der Module
- Durchführung der fünf Module
Vernetzung & Werbung
- Infoveranstaltungen/ interne und externe Bewerbung der Veranstaltung und Angebote für die Öffentlichkeit (Fachvorträge der Expertinnen und Experten, Abschlusspräsentation)
- Anlaufstelle für Interessierte und Teilnehmende bei Fragen und Problemen
Zeitplan zum Download (öffnet neues Fenster). (nicht barrierefrei)
WRITE an der Universität Regensburg
Die Veranstaltungsreihe WRITE wurde im Kontext der empirischen Bildungswissenschaften an der Universität Regensburg entwickelt und evaluiert. Dabei standen verschiedene universitätsinterne Strukturen wie das RUL-Forschungskolleg und das Zentrum für Hochschul- und Wissenschaftsdidaktik (ZHW) unterstützend zur Seite. So konnte das Projekt im Förderzeitraum (2023-2025) erfolgreich zwei Mal durchgeführt werden. Insgesamt vier Arbeitsgruppen arbeiteten unter der Anleitung von vier renommierten internationalen Expertinnen und Experten an Forschungsvorhaben in den Gebieten:
- generative künstliche Intelligenz in der Hochschulbildung
- Messinvarianz im Bereich der Bildungswissenschaften
- Risikokommunikation in der Medizin
- längsschnittliche Analyse von Mathematikkompetenzen
Publikationen und Tagungsbeiträge
Folgender Artikel liegt als Preprint vor:
Howard, S. K., Tondeur, J., Neubert, C., Hauck, J., & Böhme, R. (2025). The AIMED model: Creating opportunities for AI in Higher Education. EdArXiv, https://doi.org/10.35542/osf.io/pzk9t_v1
Ein weiterer Artikel mit dem Titel „Quantity before Quality? – Why Qualitative Statements in Risk Communication Do Not Provide a Solution“ wird derzeit überarbeitet und zur Einreichung vorbereitet. Weiterhin sind Publikationen in den Zeitschriften Beiträge zum Mathematikunterricht (BzMU) und Beiträge zur Lehrerinnen- und Lehrerbildung (BzL) in Vorbereitung.
Forschungsergebnisse wurden außerdem auf dem Jahreskongress 2025 der Schweizerischen Gesellschaft für Bildungsforschung (SGBF) sowie an der Jahrestagung der Gesellschaft für Mathematik (GDM) im März 2026 vorgestellt.
Qualitätssicherung/ Evaluation
Die Veranstaltungsreihe wurde in einem standardisierten Verfahren evaluiert, um deren Wirksamkeit zu überprüfen und die Inhalte gezielt weiterzuentwickeln. Weitere Informationen zum Evaluationskonzept sind auf der Internetseite des Projekts KOLEG2 zu finden.