INFER – Ein Intelligentes Feedback-System zur Beobachtung von videografierten Unterrichtssituationen
© Copilot Projektleitung: Prof. Dr. Kathleen Stürmer & Dr. Till Fütterer (externer Link, öffnet neues Fenster) (Universität Tübingen)
Mitarbeiter*innen: Helena Huger & Rebecca Rester, Franziska Gazar (Universität Tübingen), Felina Leng (Universität Tübingen)
Unser Ziel: Im Projekt INFER entwickeln und erproben wir ein intelligentes Feedbacksystem zur professionellen Unterrichtswahrnehmung von Lehramtsstudierenden und Lehrkräften. Mit Methoden der natürlichen Sprachverarbeitung (NLP) und des maschinellen Lernens (ML) gibt das System unmittelbares Feedback zur Wahrnehmung der Unterrichtsqualität, die Personen in schriftlichen Reflexionstexten festgehalten haben.
Die Fähigkeit, Unterricht wissensbasiert zu beobachten und schriftlich zu reflektieren, ist ein zentraler Bestandteil professioneller Entwicklung und somit ein wichtiger Schlüssel zu einer hochwertigen Lehrkräfteausbildung. Die Analyse von videografiertem Unterricht ermöglicht es, professionelles Wissen über Unterrichtsqualität mit authentischen Praxisrepräsentationen zu verknüpfen.
Da die systematische Auswertung schriftlicher Reflexionstexte sehr ressourcenintensiv ist und so eine zeitnahe Rückmeldung an Studierende und Lehrkräfte verhindert wird, sind innovative Lösungen nötig, die valide und reliabel professionelle Kompetenz erfassen und fördern.
Förderung: Seed Funding der Universität Tübingen und UNC-Chapel Hill (10.000 EUR, 2025 – 2026), Freiraum 2026 (300.000 EUR, 2026 -2028)
Nationale Partner: Prof. Dr. Richard Göllner (externer Link, öffnet neues Fenster) (Universität Potsdam)
Internationale Partner: Dr. Ha Nguyen (externer Link, öffnet neues Fenster) (University of North Carolina at Chapel Hill)
Weiterführende Links: Universität Tübingen (externer Link, öffnet neues Fenster)
Quick Read: Fütterer, T., Stürmer, K., & Göllner, R. (2024). Assessing teachers’ noticing from written reflections. In M. Blikstad-Balas & I. Staal Jenset (Eds.), Improving teaching practices: How can we use videos to foster professional learning and classroom change? Routledge. https://doi.org/10.4324/9781003427414-12 (externer Link, öffnet neues Fenster)
Professional learning and expertise across domains
© Helen Jossberger Mitarbeiter*innen: Dr. Helen Jossberger, Melanie Troll, und Vanessa Davids
Betreuer*innen: Prof. Dr. Dr. h.c. Hans Gruber, Dr. Helen Jossberger & Prof. Dr. Kathleen Stürmer
Kooperationspartner*innen: Prof. Dr. Els Boshuizen & Prof. Dr. Christian Stroszczynski
Unser Ziel: In diesem Projekt untersuchen wir, wie (zukünftige) Professionals unterschiedlicher Domänen (z.B. Medizin, Kunst, Musik) ihre Fähigkeiten in ihrem Fachbereich durch gezielte Übung, intensive Auseinandersetzung und Unterstützung entwickeln sowie stetig weiter verbessern. Der Schwerpunkt liegt auf der Analyse von kognitiven, metakognitiven und sozialen Prozessen, die wir mit verschiedenen qualitativen und quantitativen Erhebungsmethoden erfassen. Ein vertieftes Verständnis von Expertise ermöglicht es, die professionelle Entwicklung in der Ausbildung und beruflichen Praxis zu fördern.
Besonders in Domänen, in denen visuelle Informationen eine wichtige Rolle spielen, brauchen Professionals Fähigkeiten, die es ihnen ermöglichen, das komplexe Material schnell und zuverlässig zu analysieren sowie richtig zu interpretieren. Im Bereich der Medizin untersuchen wir beispielsweise die visuelle Informationsverarbeitung bei Röntgenaufnahmen und das Treffen von diagnostischen Entscheidungen von Ärztinnen und Ärzten mit Hilfe von Eye Tracking. Auch im künstlerischen Bereich sind Wahrnehmungsprozesse entscheidend für das Erfassen von Kunstwerken, aber auch für das eigene kreative Schaffen. Im Rahmen des Projekts analysieren wir u.a. die differenzierte räumliche Wahrnehmung mit Hilfe von Eye Tracking oder betrachten auch Entwicklungsverläufe von Künstlerinnen und Künstlern im längsschnittlichen Studiendesign. Wir interessieren uns für die berufliche Laufbahn in musischen Bereichen und jene Phasen, die besonders prägend sind für das Lernen und die professionelle Entwicklung (z.B. soziale Netzwerke, Feedback, Übungsprozesse, Erleben von Autonomie und öffentlicher Glaubwürdigkeit). Dabei nutzen wir qualitative Verfahren (z.B. Interviews, Beobachtungen) als methodische Zugänge.
Quick Read: Jossberger, H., Huovinen, E., Ritter, M., & Gruber, H. (2025). Conductors’ views on individual practice activities. Psychology of Music, 53(3), 321–336. https://doi.org/10.1177/03057356241311817 (externer Link, öffnet neues Fenster)
ReView in Rescue - Entwicklung und Implementierung videobasierter Debriefings im Training von ehrenamtlichen Rettungskräften
© Stefan Schreder Mitarbeiter*innen: Stefan A. Schreder (M.A.)
Betreuer*innen: Prof. Dr. Hans Gruber & Dr. Helen Jossberger
Kooperationspartner*innen: Prof. Dr. Kathleen Stürmer & Prof. Dr. Matthias Jacob (Bergwacht Bayern)
Unser Ziel: Wir entwickeln im Projekt ReView in Rescue Debriefings in simulationsbasierten Trainings der Bergwacht unter Berücksichtigung erziehungswissenschaftlicher Erkenntnisse evidenzbasiert weiter. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Reflexionsprozesse nach komplexen Einsatzsimulationen so gestaltet werden können, dass sie lernwirksam und mit den Bedingungen einer ehrenamtlichen Tätigkeit vereinbar sind.
Simulationstrainings ermöglichen es, Einsatzsituationen sicher und realitätsnah zu üben. Die zentrale Lernphase findet jedoch im Debriefing statt, in dem Erfahrungen reflektiert und zukünftiges Handeln geformt wird. Gerade in der Bergwacht treffen dabei hohe fachliche Anforderungen auf begrenzte Zeitressourcen und unterschiedliche Erfahrungsniveaus der Teilnehmenden.
Das Projekt untersucht daher sowohl die Kompetenzen von Bergrettenden als auch deren Erfahrungen mit unterschiedlichen Debriefingformaten. Darauf aufbauend wird der didaktische Rahmen für videobasierte Debriefings entwickelt und im Zuge eines gemeinschaftlichen Forschungsprozesses an die spezifischen Anforderungen der Bergwacht angepasst.
Das Projekt verbindet Erkenntnisse aus der Erziehungswissenschaft mit den praktischen Anforderungen ehrenamtlicher Rettungskräfte. Es befindet sich an der direkten Schnittstelle zwischen Wissenschaft und praktischer beruflicher Ausbildung.
Quick Read: Schreder, S. A., Jossberger, H., & Gruber, H. (2025). Mountain rescuers’ experiences with video-assisted and verbal debriefings: a qualitative study. Instructional Science, 53, 1759–1780. doi.org/10.1007/s11251-025-09716-9