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Schreibdidaktik

Auf dieser Seite finden Sie eine Übersicht laufender und abgeschlossener Projekte aus der Schreibdidaktik. Die Projekte konzentrieren sich auf die Förderung von Schreibkompetenz, die Entwicklung und Validierung diagnostischer Instrumente sowie die Professionalisierung von Lehrkräften. Im Fokus stehen evidenzbasierte Interventionen.

FiSBY Fachintegrierte Schreibförderung Bayern (mit integrierbarem Rechtschreibtraining)

Laufzeit: 2023-2027
Projektbeteiligte: Prof. Dr. Anita Schilcher, Dr. Mirjam Dick (Projektadministration), Dr. Christina Knott, Dr. Friederike Pronold-Günthner (Rechtschreiben), Dr. Johannes Wild, Lea Nöske, Simone Meindl

Angesichts der abnehmenden Leistungen der bayerischen Grundschulkindern auch beim Rechtschreiben und Schreiben soll nach dem Lesetraining FiLBY mit FiSBY (Fachintegrierte Schreibförderung Bayern) ein systematisches Schreibtraining am Lehrstuhl für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur (Prof. Dr. Anita Schilcher) entwickelt und implementiert werden. Denn funktionale, situativ angemessene und adressatengerechte Texte verfassen zu können, gilt als unverzichtbare Schlüsselqualifikation für schulischen Erfolg und den Zugang zum Arbeitsmarkt sowie für die aktive Teilhabe am gesellschaftlichen und kulturellen Leben. Die Ergebnisse verschiedener Untersuchungen weisen allerdings darauf hin, dass Schülerinnen und Schüler nach dem Schriftspracherwerb ohne ein systematisches Training innerhalb eines Schuljahres kaum Fortschritte in ihrer Leistungsentwicklung beim Schreiben verzeichnen können.

Das Schreibtraining soll neben analogen Angeboten auch digitale Schreibumgebungen umfassen, die es noch leichter ermöglichen, Entwicklungsverläufe zu analysieren und rückzumelden. Ergänzend wird ein integrierbares Rechtschreibtraining entwickelt. Dieses orientiert sich an einem sprachsystematischen Zugang, der die Komplexität der Rechtschreibung auf ein überschaubares System reduziert und sich in verschiedenen Studien als erfolgreich und besonders lernerfreundlich erwiesen hat. Die Auswertung dieser Längsschnittdaten über drei Schuljahre hinweg wird gemeinsam von den Lehrstühlen Deutschdidaktik und Educational Data Science (Prof. Dr. Sven Hilbert) geleistet, ebenso der Aufbau der digitalen Lernplattform. Ziel ist es, die Schreibumgebungen nach der Evaluation als open educational ressources zur Verfügung zu stellen.

Projektteam

Ziele des Projekts sind die Förderung des genrespezifischen und fachintegrierenden Schreibens (Argumentieren, Beschreiben, Berichten, Erzählen) sowie die Verbesserung der Rechtschreibleistung. Das Training steht für die Jahrgangsstufe 2 an bayerischen Grundschulen seit dem Schuljahr 2024/2025 zur Verfügung stehen, in den darauffolgenden beiden Jahren kommen Materialien für die Jahrgangsstufen 3 und 4 hinzu. Im Rahmen der Pilotierung starteten ca. 100 bayerische Grundschulklassen (Jgst.2) in das Projekt. Um die Grundschullehrkräfte für das Training zu schulen, werden E-Tutorials zum unterrichtlichen Einsatz der Materialien in den Jahrgangsstufen 2 bis 4 entwickelt. 

Die wissenschaftliche Begleitforschung beantwortet unter anderem Fragen zur Nachhaltigkeit des Programms. Die Implementation erfolgt in Zusammenarbeit mit dem Staatsministerium für Unterricht und Kultus. Für den Bereich Rechtschreiben wird mit dem ISB-Arbeitskreis Rechtschreiben unter Leitung von Franziska Nittschalk kooperiert.

Das Projekt wird mit Mitteln des Bayerischen Staatsministeriums für Unterricht und Kultus gefördert.

Abgeschlossene Projekte

RESTLESS (2014-2017)

Regensburger Selbstregulationstraining für Lese- und Schreibstrategien

Projektbeteiligte: Prof. Dr. Anita Schilcher, Dr. Christina Knott, Dr. Johannes Wild; Prof. Dr. Heidrun Stöger, Dr. Christine Sontag (Schulpädagogik)

Das Projekt untersuchte 2014–2017 die Wirksamkeit von kombinierten Lese- und Schreibtrainings in Verbindung mit einer systematischen Einübung selbstregulierten Lernens. Dafür arbeiten die beiden Lehrstühle für Didaktik der deutschen Sprache und Literatur (Prof. Dr. Anita Schilcher) und Schulpädagogik (Prof. Dr. Heidrun Stöger) zusammen. Ein Ziel von RESTLESS sind effektive Trainings zur Steigerung der Lese- und Schreibkompetenz und der Fähigkeit zum selbstregulierten Lernen in der vierten und fünften Klasse. Dazu wurde ein Schreibtraining in Kombination mit systematischem Training zum selbstregulierten Lernen entwickelt. Das Schreibtraining ist als Ergänzung zum bereits bestehenden und empirisch evaluierten Burg-Adlerstein-Lesetraining konzipiert.

Das Ziel des Trainings ist eine individuelle Steigerung

  • der Lesekompetenz,
  • der Schreib-/Erzählkompetenz,
  • der metakognitiven Bewusstheit und des selbstregulierten Lernens sowie
  • der Motivation der Schüler/-innen in der vierten und fünften Jahrgangsstufe.

Besonders interessierte uns bei der Evaluation, wie unterschiedliche Schülergruppen auf das Training reagieren: Profitieren

  • besonders starke Leser/-innen oder Schreiber/-innen,
  • besonders schwache Leser/-innen,
  • besonders schwache Schreiber/-innen und
  • Schüler/-innen mit Migrationshintergrund

in unterschiedlichem Maße von dem Training? Darüber hinaus gingen wir der Frage nach, ob verzahnte Trainings effektiver sind als isolierte Trainings, verglichen die Trainings mit dem regulären Deutschunterricht und untersuchten, ob sich Leseprozesse positiv auf Schreibprozesse auswirken.

Das Forschungsprojekt RESTLESS wurde gefördert durch das Mercator-Institut (externer Link, öffnet neues Fenster) für Sprachförderung und Deutsch als Zweitsprache. Das Mercator-Institut ist ein von der Stiftung Mercator initiiertes und gefördertes Institut der Universität zu Köln.

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