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Ausstellung "Angeknöpft. Facetten des weißen Kragens"

Seit dem 22. Januar ist in den Lehrstuhlvitrinen eine neue Ausstellung zu sehen, die unter der Leitung von Frau Dr. Esther Gajek von Studierenden der Vergleichenden Kulturwissenschaft konzipiert wurde.

Die „Angeknöpft. Facetten des weißen Kragens" beleuchtet ein Kleidungsstück mit hohem Symbolgehalt.

Hier finden Sie das Booklet (öffnet neues Fenster). (nicht barrierefrei)zur Ausstellung als PDF-Datei.


Ausstellungsbeschreibung

Ein Zufallsfund im Kleiderschrank: 20 weiße Krägen, aus Stoff genäht, gestempelt, verpackt, meist ungetragen. Sie bilden den Ausgangspunkt für ein Projektseminar und – daraus entstehend – eine Ausstellung und ihre Fragen: Wo wurden sie gefertigt? Wie und von wem gekauft? Gibt es eine in ihnen enthaltene Symbolik? Welche?

Wir reihen uns mit dem Projekt in eine Fachtradition ein, die seit über 150 Jahren Objekte erforscht. Zunächst wurden Typologien gebildet, dann nach „Dingbedeutsamkeit“ (K.-S. Kramer) gefragt, später „Form, Funktion, Bedeutung“ (G. Korff) untersucht. In den Objekten bildet sich – so der Tenor der Forschung – die Gesellschaft, der sie entstammen, ab und sie wirken auf diese.
 

Weiße Anstreckkrägen wurden zwischen 1880 und 1930 millionenfach für die neu entstandene Berufsgruppe der Angestellten produziert. Das Weiße, z.B. am Kragen, galt als Distinktionsmittel gegenüber denjenigen, die sich bei der Arbeit schmutzig machen mussten. In Zeiten ohne Waschmaschine und mit geringem Gehalt wurde nur der Kragen ausgetauscht, anstatt das ganze Hemd. Damit erklärt sich der hohe Bedarf an Ansteckkrägen. Der weiße, enge Kragen brachte eine Körperhaltung mit sich, die mit Korrektheit, Disziplin und Ordnung einherging – Tugenden, die der neue Beruf im Büro erforderte.

So ist der weiße Ansteck-Kragen mehr als ein Kleidungsstück: Er symbolisiert die Werte einer spezifischen Zeit.

Ausstellungszeitraum22. Januar 2025 - laufend
Projektleitung und KoordinationDr. Esther Gajek
Konzeption und Umsetzung

Anne Leupold B.A.

Flavien Rocheron B.A.

Raul Reinhardt B.A.

Impressionen

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