Das Habilitationsprojekt untersucht literarische und künstlerische Praktiken, in denen sich spielerische Verfahren und die Reflexion über Spiel(e) mit ethischen, epistemologischen und politischen Dimensionen verbinden. Diese literarischen und künstlerischen Spiele sind ‚ernst‘, weil es in ihnen um Prozesse der Selbstverständigung geht, um schwierige Erinnerungen, um eine Veränderung der Lebensbedingungen, um die Bewältigung von Trauer oder den Umgang mit dem eigenen Tod. Vor dem Hintergrund zeitgenössischer Übertragungen von ‚Spiel-Logiken‘ in spielfremde Kontexte, wie sie mit dem Begriff der Gamification verbunden werden, liegt die Bedeutung der in diesem Projekt untersuchten ludischen Ästhetiken darin, dass für sie die Öffnung von Subjektivierungsmöglichkeiten grundlegend ist und ihre ‚Spiel-Logiken‘, anders als bei den meisten Formen von Gamification, abseits des Wettkampfs liegen.
Dr. Regine Strätling
Wissenschaftliche Mitarbeiterin
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