Veranstaltung: „Reise nach Czernowitz“. Susanne Hanus stellt ihr Drei-Generationen-Projekt vor
Zeit: 18:30 Uhr
Ort: Kunstforum Ostdeutsche Galerie
- Referentin / Referent:
- Susanne Hanus; Moderation: Katrin Boeckh (Denkraum Ukraine; IOS Regensburg; Ludwig-Maximilians-Universität München)
- Veranstaltungsart:
- Lesung
- Zielgruppe:
- öffentlich, uni-weiter Kalender
- Veranstaltungssprache:
- Deutsch
- Status:
- mit Anmeldung
Anmeldung erforderlich!
Für Ernestine Hanus (1916-2011) war ihre Heimat Czernowitz/Tscherniwzi (heute Ukraine), die sie 1940 verlassen musste, ein verlorenes Paradies. In geheimer Absprache mit der Sowjetunion holte NS-Deutschland die deutschstämmige Bevölkerung „heim ins Reich“. Das war der Anfang vom Ende des vielfältigen Kulturlebens der Stadt, in der man jiddisch, deutsch, ukrainisch, rumänisch, und polnisch gesprochen hat. 2008 lud Susanne Hanus Großmutter und Vater zu einer Reise ein. In umgekehrter Richtung legten sie Station für Station den langen Weg zurück, der die junge Ernestine und ihren Sohn (*1941) nach Westdeutschland geführt hatte. Ihre Erinnerungen und Eindrücke sammelten sie: Es entstand eine Collage aus Texten und Bildern, die von der Familiengeschichte, historischen Ereignissen und dem aktuellen Geschehen in der Ukraine erzählten. Weitere Zeichnungen und Kommentare ergänzte Susanne Hanus 2011 bei einem zweiten Besuch der Stadt. Nach Beginn des russischen Vollangriffs auf die Ukraine 2022 fügte sie dem Reisetagebuch Berichte der Leiterin der „Kulturgesellschaft Gedankendach“ vor Ort hinzu. Krieg, Flucht, Vertreibung – die Geschichte wiederholt sich.
Susanne Hanus lebt und arbeitet als freischaffende Künstlerin und Kunstlehrerin in Murnau am Staffelsee. Seit 2004 gestaltete sie zahlreiche Einzel- sowie Gruppenausstellungen. Ihre „Verstrickungen“ hat sie an Orten in Deutschland sowie u.a. in Breslau (Polen), Tiflis (Georgien), Nova Iguaçu (Brasilien), Glasgow (Schottland), Joshua Tree National Park (Kalifornien) angebracht, ebenso in Czernowitz (Ukraine).
Katrin Boeckh Prof. Dr. Katrin Boeckh ist Historikerin am Leibniz-Institut für Ost- und Südosteuropaforschung in Regensburg, wo sie die Forschungsstelle Kultur und Erinnerung, Heimatvertriebene und Aussiedler in Bayern leitet. Innerhalb des „Denkraum Ukraine“ koordiniert sie das Themenfeld Flucht, Migration und Wertetransfer.
Veranstaltungsort
Kunstforum Ostdeutsche Galerie
Doktor-Johann-Maier Straße 5
93049 Regensburg
Kontakt
Öffentlichkeitsarbeit Denkraum Ukraine
Oeffentlichkeitsarbeit.DU@ur.de