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Aktuelles: Astrid Ensslin zur Vizepräsidentin für Artificial Intelligence, Digitalisierung und Outreach gewählt

Der Universitätsrat der Universität Regensburg hat Prof.in Dr. Astrid Ensslin am 29. Juni 2026 zur neuen Vizepräsidentin im Bereich Artificial Intelligence, Digitalisierung und Outreach gewählt. Sie folgt auf Prof.in Dr. Susanne Leist, die dieses Amt neun Jahre lang innehatte und nicht erneut kandidierte.

03. Juli 2026, von DIMAS

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Astrid Ensslin ist Professorin für Dynamiken virtueller Kommunikationsräume hier am Department für Interdisziplinäre und Multiskalare Area Studies (DIMAS) und war bislang Beauftragte für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst an der UR (externer Link, öffnet neues Fenster).

Zu ihrer Wahl sagte sie: “Die Digitalisierung, speziell im Bereich der KI, sowie der öffentlichkeitsgerichtete Outreach eröffnen der Universität Regensburg vielfältige Chancen in Forschung, Lehre, Transfer und Wissenschaftsmanagement. Diese Potenziale möchte ich gemeinsam mit allen Statusgruppen strategisch weiterentwickeln und vernetzen.”

Das gesamte DIMAS-Team gratuliert Astrid Ensslin zu dieser Wahl und freut sich auf die Zusammenarbeit mit ihr als Mitglied der Universitätsleitung.

Dieser Abschnitt basiert auf dem Artikel „Universitätsrat wählt neue Vizepräsidentin und Vizepräsidenten“ aufrufbar unter diesem Link. (externer Link, öffnet neues Fenster)

Im Rahmen ihrer Wahl zur Vizepräsidentin haben wir Astrid Ensslin ein paar Fragen zu ihrer neuen Rolle gestellt:

1. Der Freistaat will mit der geplanten Änderung des bayerischen Hochschulinnovationsgesetzes gesetzlich verankern, dass Hochschulen KI-Nutzung in Prüfungen nicht mehr per Prüfungsordnung verbieten dürfen, verbunden mit einer neuen Kennzeichnungspflicht. Die UR hat mit ihrer KI-Richtlinie bereits einen eigenen Rahmen für den nachhaltigen und ethischen Umgang mit KI geschaffen. Wie ordnest du den Vorstoß aus München im Verhältnis zu diesem bestehenden UR-Ansatz ein?

Der verantwortungsbewusste, kompetente Umgang mit KI stellt schon jetzt eine wichtige Säule der Medienkompetenz dar, die unsere Graduierten unabhängig von ihren persönlich angestrebten Karrierepfaden mitbringen müssen. Ob wir es gutheißen oder nicht, die KI wird einen immer wichtigeren Stellenwert in unserem Alltag einnehmen, und akademisch ausgebildete Fachkräfte müssen diverse Umgangsformen damit so flüssig beherrschen, dass sie sich künftig autonom dazu verhalten und weiterbilden können. Das geht meines Erachtens nur durch kritisch-nachhaltigen, informierten und pädagogisch begleiteten Umgang mit unterschiedlichen Sprachmodellen und Prompting-Methoden. Daher ist der Vorstoß des Freistaats zu begrüßen. Das „Verbotsverbot“ ist jedoch an der UR schon seit Veröffentlichung ihrer KI-Richtlinie (externer Link, öffnet neues Fenster) fest institutionell verankert, und alle Nutzergruppen der UR können dort nachlesen, wie sie generative KI nutzen dürfen, können bzw. aber auch nicht nutzen sollten. Dabei spielen vor allem Datenschutz (externer Link, öffnet neues Fenster), Urheberrecht (externer Link, öffnet neues Fenster)und Nachhaltigkeit (externer Link, öffnet neues Fenster)eine wesentliche Rolle.

2. Du forscht seit Jahren zu digitalen Kommunikationsräumen und hast unter anderem zu KI-gestützter Autorschaft publiziert. Wie beeinflusst diese Forschungsperspektive deinen Blick auf den aktuellen Umgang mit KI in Studium und Lehre?

Meine Forschung beleuchtet einen vergleichsweise kleinen Ausschnitt der Wissenschaft zu Sprachmodellen, nämlich innerhalb der digitalen Literatur- und Kommunikationswissenschaft. Ich interessiere mich für Autorschaftsmodelle und neue Formen der Wissenschaftskommunikation, in der Chatbots durchaus eine tragende, narrative Rolle spielen können, etwa als Interlokutoren, als Sparring Partners oder Erzählstimmen in dialogischen Publikationsformen. Chatbots sind ja in gewisser Weise Ko-Autoren, aber sie geben gleichzeitig synthetisch die Stimmen von Millionen anderer Autor:innen wieder, und so wird die Ko-Kreation von Texten und Bildern zu einem eng verwobenen Gemenge zwischen Transformermodell, menschlichem Datenkollektiv und Autor:in. Dieser Austausch sollte nicht nur im Sinne der Textprodukte, die dabei entstehen, analysiert werden, sondern auch im performativen Sinne einer und posthumanistischen, darstellenden Wortkunst – einer Dramaturgie zwischen Mensch und Maschine.

Aber auch in der Lehre beschäftige ich mich mit generativer KI und experimentiere mit neuen, formativen und kollektiven Formen der Hochschuldidaktik und Leistungskontrolle. Anstelle individuell verfasster Hausarbeiten, die viele Studierende zum unverantwortlichen Gebrauch von KI verleiten, dürfen Studierende in meinen Kursen ausdrücklich Sprachmodelle verwenden, um ihre Gestaltungskonzepte – etwa im kreativ-wissenschaftlichen Game Design – mit Concept Art zu illustrieren bzw. Mini-Prototypen zu vibe-coden. Dazu gehört aber immer auch eine reflexive Textkomponente, in der die Arbeitsgruppen ihre Vorgehensweisen, ihren kritischen Umgang mit Prompt-Design und die relativen Erfolge der Einbindung generativer KI dokumentieren und mit Berichten zum Projektmanagement verbinden. Eine wissenschaftliche Abhandlung zu den theoretischen und intellektuellen Quellen gehört zu einem solchen Portfolio ebenfalls, aber es muss direkt auf die ko-kreativen Komponenten abgestimmt sein, was die unüberlegte Verwendung von KI erschwert und das eigenständige wissenschaftliche Schreiben fördert.

Aber all dies ist für mich Work-in-Progress, und ich freue mich auf den Austausch mit allen Mitgliedern der UR, die mit Sprachmodellen arbeiten und ihre Erfahrungen teilen möchten.
 

v.li. Universitätspräsident Prof. Dr. Udo Hebel, der neue Vizepräsidenten im Bereich Forschung und Early Career-Förderung, Prof. Dr. Lars Maier, die neue Vizepräsidentin im Bereich Artificial Intelligence, Digitalisierung und Outreach, Prof.in Dr. Astrid Ensslin und der Universitätsratsvorsitzende Peter Küspert.
Prof.in Dr. Astrid Ensslin; Professorin für Dynamiken virtueller Kommunikationsräume und neue Vizepräsidentin im Bereich Artificial Intelligence, Digitalisierung und Outreach,

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dimas@ur.de

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