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Aktuelles: Jahrestagung 2026 des Vereins der Freunde der Universität Regensburg

Rückblicke und Einblicke - Habilitationspreis für PD Dr. Andrea Hupfeld – „Kaleidoskop der Wissenschaft“ mit Professorin Dr. Aline Koch und Professor Dr. Jascha Repp

14. Juli 2026, von Dr. Tanja Wagensohn

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Einblicke in aktuelle Forschung, Rückblick auf das Erreichte, ein gemeinsamer Blick in die Zukunft: An die 60 Gäste kamen zur jährlichen öffentlichen Jahreshauptversammlung der Freunde der Universität Regensburg e. V. am 9. Juli 2026 an die Universität Regensburg, zu der Universitätspräsident Professor Dr. Udo Hebel und erster Vorsitzender des Vereins Dr. Jürgen Helmes, Hauptgeschäftsführer der IHK Regensburg für Oberpfalz/Kelheim, dessen Mitglieder im Sitzungssaal des Gebäudes Philosophie/Theologie begrüßten.

Seinen diesjährigen mit 5000 Euro dotierten Habilitationspreis verlieh der Verein an Privatdozentin Dr. Andrea Hupfeld, Fakultät für Biologie und Vorklinische Medizin. Die Laudatio sprach der Dekan der Fakultät, Professor Dr. Till Rudack

Wissenschaftliche Einblicke in besondere Forschungsgebiete gab es im Anschluss an die Preisverleihung im „Kaleidoskop der Wissenschaft“: Professor Dr. Jascha Repp (Physik) sprach über die Forschung im DFG-Exzellenzclusters Center for Chiral Electronics. Professorin Dr. Aline Koch (Biologie) stellte in ihrem Vortrag „RNA trifft Landwirtschaft“ ihre Forschung zu neuen Wegen für den Pflanzenschutz vor. Im Anschluss tauschten sich Vereinsmitglieder und Forschende bei einem festlichen Empfang aus.

Foto: UR/Elias Wiedemann
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Dr. Jürgen Helmes (l.) und PD Dr. Andrea Hupfeld (r.)
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Prof. Dr. Udo Hebel
Foto: UR/Elias Wiedemann
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Dr. Jürgen Helmes
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Prof. Dr. Till Rudack
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PD Dr. Andrea Hupfeld
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Prof. Dr. Jascha Repp
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Prof. Dr. Aline Koch
Foto: UR/Elias Wiedemann
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Habilitationspreis für PD Dr. Andrea Hupfeld

Andrea Hupfeld forscht zu Enzymen – Molekülen, die als Biokatalysator dafür sorgen, dass Reaktionen in unserem Körper in sinnvollen Geschwindigkeiten ablaufen. Die Wissenschaftlerin hat es sich zum Ziel gesetzt, solche Enzyme mit Licht zu kontrollieren. Ihre Forschungsgruppe am Institut für Biophysik und physikalische Biochemie befasst sich mit dem Engineering von lichtkontrollierbaren Enzymen.

Dekan Rudack lobte die große Vielfalt der dabei „kenntnisreich und sorgfältig verwendeten Methoden, die von molekulargenetischen Ansätzen über Proteinbiochemie, Enzymologie und Strukturbiologie bis hin zur Bioinformatik reichen.“ Durch die Lichtkontrolle von Enzymen entsteht ein immenses Potenzial für Anwendungen in der pharmazeutischen Industrie und der Medizin, erläuterte Rudack, der Andrea Hupfelds innovative Herangehensweisen, ihre interessanten Problemstellungen und ihre hohe experimentelle Sorgfalt hervorhob.

Der Habilitationspreis zeichnet aber nicht nur die Inhalte der Habilitation aus, sondern auch einen besonderen akademischen Werdegang: Andrea Hupfeld studierte Biochemie an der TU München, promovierte danach an der LMU in einem Themengebiet an der Schnittstelle zwischen Enzymologie und organischer Chemie; 2016 kam sie an die Universität Regensburg in die Gruppe von Professor Dr. Reinhard Sterner. International vernetzt und höchst erfolgreich im Einwerben von Drittmitteln leitet Andrea Hupfeld ihre eigene Forschungsgruppe und hat eine Vielzahl vielbeachteter Publikationen vorgelegt. In verschiedenen Formaten fördert sie darüber hinaus Talente der Forschung.

Die Preisträgerin dankte ihren drei exzellenten Doktorandinnen, ihren Mentoren und Kooperationspartnerinnen an der Universität Regensburg und freute sich gemeinsam mit ihrer Familie sichtlich über den von Dr. Jürgen Helmes übergebenen Habilitationspreis.

Foto: UR/Elias Wiedemann
Dr. Jürgen Helmes (l.) und PD Dr. Andrea Hupfeld (r.)
Foto: UR/Elias Wiedemann
Prof. Dr. Till Rudack

Ein engagiertes Netzwerk, der Universität verbunden

Helmes hob die Bedeutung des Habilitationspreises hervor: „Wir sind der Universität seit vielen Jahren verbunden, und wir richten unser Augenmerk seit jeher auf die Förderung von Studierenden und Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftlern. Auch in diesem Jahr konnten wir dank des Engagements unserer Mitglieder unsere Fördertätigkeit fortführen, sei es als Sponsor von Deutschlandstipendien oder mit dem von uns gestifteten Habilitationspreis, mit dem wir herausragende Leistungen des wissenschaftlichen Nachwuchses würdigen,“ sagte der erste Vorsitzende in seinem Grußwort.

Einmal mehr erlebten die Freunde der Universität den Campus als Ort des Austauschs und der inspirierenden Begegnung, nicht zuletzt durch den unermüdlichen Einsatz von Birgit Trummer, Geschäftsführerin des Vereins der Freunde der Universität e. V. Musikalisch begleitete die Uni Jazz Combo die Festveranstaltung und begeisterte die Gäste. Die Besetzung: Sarah Kremietz (Gesang), Professor Dr. Alexander Tischbirek (Saxophon), Victoria Pohl (Piano), Michael Straube (Bass) und Martin Schnabl (Percussion).

„Die Öffentliche Jahrestagung steht für das Anliegen unseres Vereins, die Verbindung zwischen der Universität und den Menschen in der Region zu festigen, getragen von einem engagierten Netzwerk seiner Mitglieder“, so Helmes, der das vergangene Jahr als besonders erfolgreich für die Universität würdigte. Er erinnerte u. a. an das „Center for Chiral Electronics“, das erste Exzellenzcluster an der Universität Regensburg; an die Erfolge im Bereich der Medizin am Standort Regensburg, u. a. den Forschungsbau CITO und das Projekt FRANZI; an drei verlängerte und einen neuen Sonderforschungsbereich.

„Mit dem Ausbau strategischer Partnerschaften und mit dem erklärten Ziel, mehr internationale Studierende nach Regensburg zu holen, stellt die Universität Regensburg sich international auf und bleibt zugleich regional fest verwurzelt“, sagte Helmes.
 

Foto: UR/Elias Wiedemann
Dr. Jürgen Helmes

Potenzial und Leistungsfähigkeit der Universität

Die internationale Leistungsfähigkeit und das hohe Potenzial der Universität Regensburg thematisierte auch ihr Präsident Professor Dr. Udo Hebel, der dem Verein der Freunde für seine „unablässige und großartige Unterstützung“ dankte: „Wir schätzen sehr, was Sie für uns tun“, sagte Hebel.

Der Universitätspräsident berichtete über die vielfältigen und äußerst erfolgreichen Verbundprojekte der Universität, über bedeutende europäische Grants in der Einzelforschung sowie über die Spitzenprofessur aus dem Bayerischen Spitzenprofessurenprogramm (SPP). Darüber hinaus skizzierte er aktuelle wissenschaftspolitische Entwicklungen und informierte über laufende Berufungsverfahren sowie erfolgreich eingeworbene Forschungsprojekte. Weitere Themen waren die Auswirkungen internationaler Konflikte auf die Mobilität und Handlungsmöglichkeiten von Forschenden sowie Fragen der Research Security und der Wissenschaftsfreiheit.

„Ein Jahr vor ihrem 60. Geburtstag befindet sich die Universität Regensburg in der besonderen Lage, mit viel Potenzial, mit hoher Leistungsfähigkeit, erwiesener Innovationskraft und in Rankings belegter sehr guter nationaler und internationaler Reputation auf einem so bisher nicht erreichten Niveau in die Zukunft zu blicken“, sagte Universitätspräsident Hebel.

Im Anschluss gab es für die Freundinnen und Freunde der Universität im „Kaleidoskop der Wissenschaft“ Einblicke in besondere Forschungsfelder.

Foto: UR/Elias Wiedemann
Prof. Dr. Udo Hebel

Kaleidoskop der Wissenschaft: „Elektronik mit Händigkeit – Forschung im Exzellenzcluster Chiral Electronics" – Prof. Dr. Jascha Repp

Physiker Professor Dr. Jascha Repp stellte dem Auditorium das DFG-Exzellenzcluster Center for Chiral Electronics vor und skizzierte dessen Forschung. Der Ausgangspunkt: Chiralität.

Chiralität beschreibt die „Händigkeit“ eines Objekts: Zwei Strukturen können spiegelbildlich sein wie linke und rechte Hand, ohne deckungsgleich zu sein. Dieses Prinzip ist in der Chemie seit über 150 Jahren bekannt und spielt in der Biochemie eine zentrale Rolle, da die räumliche Struktur chiraler Moleküle ihre Eigenschaften und biologischen Funktionen bestimmt. In den Lebenswissenschaften ist Chiralität daher ein grundlegendes Konzept. Für elektronische Anwendungen wurde sie bislang jedoch kaum genutzt.

Hier setzt das Exzellenzcluster, das die Deutsche Forschungsgemeinschaft in den kommenden sieben Jahren mit 49 Millionen Euro fördert, an. Die Regensburger Physik will gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen aus Halle und Berlin elektronische Funktionalität auf Basis chiraler Eigenschaften neu denken und Chiralität systematisch mit der Elektronik verknüpfen. Zunächst steht die Grundlagenforschung im Mittelpunkt, um zu verstehen, wie Chiralität künftig in elektronischen Bauelementen genutzt werden kann.

Foto: UR/Elias Wiedemann
Prof. Dr. Jascha Repp

Kaleidoskop der Wissenschaft: „RNA trifft Landwirtschaft – neue Wege für einen nachhaltigen Pflanzenschutz“ – Prof. Dr. Aline Koch

Die zweite Rednerin im „Kaleidoskop der Wissenschaft“ war Professorin Dr. Aline Koch (Fakultät für Biologie und Vorklinische Medizin). Sie entwickelte eine innovative Technologie, die Pflanzen ohne klassische chemisch-synthetische Pflanzenschutzmittel und ohne gentechnische Veränderung der Kulturpflanze gezielt vor Schädlingen und Krankheiten schützen soll.

Diese Technologie basiert auf Ribonukleinsäure (RNA), einem natürlichen Bestandteil aller Lebewesen, der eine zentrale Rolle bei der Umsetzung genetischer Informationen spielt. Während bei Menschen, Tieren und Pflanzen die DNA das Erbgut trägt, nutzen viele Viren RNA als genetisches Material.

Die für den Pflanzenschutz eingesetzte RNA kann gezielt im Labor hergestellt werden – ähnlich wie bei mRNA-Impfstoffen, erläutert Koch mit Verweis auf die COVID-Impfung. Gelangt eine entsprechend entwickelte RNA beispielsweise in die Zellen eines Kartoffelkäfers, aktiviert sie die natürliche RNA-Interferenz (RNAi). Dieser Mechanismus, der unter anderem eine wichtige Rolle in der antiviralen Abwehr spielt, erkennt bestimmte RNA-Sequenzen und kann gezielt die zugehörige Genaktivität ausschalten.

Kochs Regensburger Gruppe entwickelt gemeinsam mit Partnern aus Forschung und Industrie praxisnahe RNA-basierte Lösungen, etwa gegen Drahtwürmer in Kartoffeln oder die Schilfglasflügelzikade in Zuckerrüben.
 

Foto: UR/Elias Wiedemann
Prof. Dr. Aline Koch

Weiterführende Informationen

Kontakt aufnehmen

Dr. Birgit Trummer

Geschäftsführerin
Freunde der Universität Regensburg e.V.
c/o IHK Regensburg für Oberpfalz / Kelheim
D.-Martin-Luther-Str. 12 | 93047 Regensburg
Tel. +49 961 48195-14 | Fax +49 961 48195-29
Trummer@regensburg.ihk.de | www.ihk.de/regensburg

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