VL Einführung in die Südosteuropakunde (mit Hansen und Duijzings)
Di 16-18 Uhr, 2 SWS, 4 ECTS, max 50 Personen, H23
Grundkurs Konservatismus in Europa seit der Französischen Revolution.
Wer Geschichte auf Lehramt studiert, ist wahrscheinlich früher oder später versucht, die Vergangenheit als Resource von Moral zu begreifen – hier die Helden, dort die Übeltäter. Und das umso mehr, wenn eine Gesellschaft von Existenzängsten geplagt wird und entsprechend dazu neigt, überall Feinde der Demokratie am Werk zu sehen. Dieser Grundkurs versteht sich als Gegengewicht zu Geschichte als kollektiver Sinnstiftung und setzt stattdessen auf die Schulung des individuellen Urteilsvermögens. Hier darf alles verglichen werden, weil vergleichen eben nicht gleichsetzen heißt!
Warum aber das Thema „Konservatismus“? Weil der Begriff es leichter macht als der häufig bemühte „Rechtspopulismus“, verdeckte Kontinuitäten europäischer Entwicklung zu erkennen, aus denen sich viel über die heutige Krise der Demokratie lernen lässt. Die Europäische Union beruft sich auf das Erbe von Französischer Revolution und Aufklärung, übersieht dabei aber, dass beides schon im 19. Jahrhundert auf erheblichen Widerstand traf – auch in Frankreich selbst, dem Mutterland der Revolution, wo sich der neuzeitliche Konservatismus maßgeblich konstituierte. Weiter östlich bildeten sich Widerstände gegen die napoleonischen Armeen, aber auch gegen die Kulturimporte der Französischen Revolution. Im östlichen Europa, wo „Fortschritt“ häufig von oben durchgesetzt wurde, verbanden sich schließlich ein elitärer Konservatismus mit dem Staatsmisstrauen der einfachen Bevölkerung. In dem Kurs werden wir diese Entwicklungen nachvollziehen und die europäischen Faschismen sowie die heutigen Rechtspopulismen in diesen längerfristigen Kontext einbetten.
Literatur: Philipp Ruch/Thomas Weber (Hrsg.): "Wenn das Gestern anklopft". Weimar und die Wiederkehr der Geschichte. Freiburg 2025.
Leistungsnachweis: Klausur
Mi 12-14, 2 SWS, 4 ECTS, max. 25 Personen, W114
Projektkurs Klangwelten (Süd-)Ost. Experimentelles Lernen mit Musik und Ton aus dem östlichen Europa (mit Ger Duijzings) Mi 16-18, 2 SWS, 10 ECTS, max 15 Personen, VG 1.37
Sie, liebe Studierende, wissen es noch besser als die Älteren: Musik ist der Schlüssel zur Welt! Das gilt auch für das östliche Europa, das an der Universität meist über Daten, Zahlen und Fakten nähergebracht wird, aber so gut wie nie über Klänge, Rhythmen und Gesänge. Das ist schade und das wollen wir ändern! In diesem Projektkurs erfahren Sie nicht nur etwas über die gesellschaftlichen und politischen Hintergründe von Populärmusik in Ost- und Südosteuropa, Sie beschäftigen sich auch mit ausgewählten, breitenwirksamen Stars einer Szene, die von traditionellen Liedern, Chansons, urbaner Musikkultur bis zum (Ethno)Rock und Turbofolk reicht. Und das Wichtigste – Sie lernen auch, diese Stücke, ihre Melodien und Texte selbst aufzuführen, sie zu dokumentieren und zu kommentieren. Musikalische Fähigkeiten sind in diesem Kurs willkommen, aber keine Voraussetzung für die Teilnahme. Ziel des Projektkurses ist eine gemeinsame Aufführung mit ausführlichem Begleitheft. Sie können selbst entscheiden, ob Sie sich lieber dem theoretischen oder dem musikpraktischen Teil (oder beidem) zuordnen möchten.
Mi 16-18, 2 SWS, 10 ECTS, max 15 Personen
Leistungsnachweis: Regelmäßige Teilnahme, Lektüre, evtl. Proben, Teilnahme an Aufführung und/oder Programmheft
Übung: Selbst denken. Philosophie für Nichtphilosophen, insbesondere für Studierende der Area Studies und der Geschichte. In Zusammenarbeit mit Oleh Utkin (Philosoph, Odesa/Regensburg). Do 10-12, 2 SWS, 4 ECTS, max. 15 Personen. Überwiegend online
Selbst denken ist schwer, obwohl wir als gerade das als „Kinder der Aufklärung“ für selbstverständlich halten. Stattdessen schließen wir uns periodisch wechselnden „Denkschulen“ an, die meist im Gewand des wissenschaftlichen Fortschritts daherkommen. Diese Schulen mögen einen nützlichen Kern haben, aber sie begrenzen auch unser Denken und legen unsere Zweifel an die Leine. Nicht zuletzt sozialisieren sie uns in Gruppen von Gleich-Denkenden. Damit mag die Universität für manche zum „warmen Nest“ werden, aber so wird auch das selbständige Denken entwertet, wenn nicht gar verlernt.
Dieser Kurs versteht sich als eine Einführung in das philosophische Denken für jene, die selbst nicht Philosophie studieren, sondern mehr über die Voraussetzungen des eigenen Denkens erfahren und dadurch freier im Kopf werden möchten. Klaus Buchenau bringt dazu seine Erfahrung mit den Denkschulen in der Geschichte, den Ost- und Südosteuropastudien ein. Aus dem Gefängnis der Denkschulen aber beifreit uns Co-Dozent Oleh Utkin, Philosoph von der Mečnikov-Universität Odesa, der inzwischen seine Promotion an der Universität Regensburg fortsetzt.
Ü Exkursion Republik Moldau. (Blockveranstaltung, 20.-27. September 2026)
4 ECTS, max 24 Personen (zählt für mich als 1,2 SWS)