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Symposien am Zentrum für Klassikstudien

Das Zentrum für Klassikstudien möchte Forschungsprojekte, die sich thematisch in seinem Rahmen bewegen, fördern und unterstützend begleiten. Es soll ihnen als organisatorische Plattform und als Diskussionsforum zur Verfügung stehen. Dazu veranstaltet das Zentrum für Klassikstudien in unregelmäßigen Abständen Symposien mit einer größeren Anzahl an auswärtigen Referenten.

Vergangene Symposien

08.-09. Oktober 2018

Europäische Regelsysteme des Klassischen im 17. und 18. Jahrhundert 

Montag, 08.10.2018:

Vielberth-Gebäude, H 26

10.00 Uhr
PD Heribert Tommek (Regensburg): Regelsysteme des Klassischen als europäische Herrschaftsgeschichte

11.00 Uhr
Prof. Dr. Klaus Jan Philipp (Stuttgart): Das Ende der Ordnung. Die Auflösung der architektonischen Regelsysteme um 1800

12.30 Uhr
Prof. Dr. Jochen Mecke (Regensburg): Das Ethos des klassischen Regelsystems in Frankreich

15.00 Uhr
Prof. Dr. Achim Geisenhanslüke (Frankfurt): Shakespeare und Racine. Zur Geschichte einer komplizierten Beziehung

16.00 Uhr
Prof. Dr. Anne Zwierlein (Regensburg): Vom Königsmörder zum Klassiker: Rezeptionsmechanismen der Epik John Miltons im 18. Jahrhundert

18.00 Uhr
Prof. Dr. Alain Schnapp (Université Sorbonne Paris): Ruinen der Klassik und Ruinen der Vorzeit im Rahmen der Aufklärung

 

Dienstag, 09.10.2028:

Vielberth-Gebäude, H 26

9.30 Uhr
Prof. Dr. Wilhelm Voßkamp (Köln): Über politische Wirkungsaspekte der deutschen Klassik

10.30 Uhr
Prof. Dr. Eckart Goebel (Tübingen): Goethes „Der Sammler und die Seinigen“: zur künstlerisch-psychologischen Balance des Klassischen

12.00 Uhr
Dr. Helge C. Knüppel (Hamburg): "Die schönsten Muster aus dem Alterthume". Strukturelle Topoi der Daktyliotheken

 

25.-27. Juni 2015

Altertumswissenschaften in Deutschland und Italien am Ende des 19. und in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts

Das Zentrum für Klassikstudien der Universität Regensburg greift mit dem hier angekündigten Kolloquium eine Thematik auf, die zwar bereits wiederholt diskutiert worden ist, nun aber in einen breiteren historischen Zusammenhang gestellt werden soll, nicht nur durch Erweiterung des chronologischen Rahmens, sondern auch durch Vermeidung von Zuspitzungen auf reine Wissenschaftsgeschichte einerseits, auf politische Verstrickungen in Zeiten faschistischer und nationalsozialistischer Herrschaft andererseits. Am Beispiel zweier europäischer Nationen untersuchen Vertreterinnen und Vertreter von Archäologie und Geschichtswissenschaften, Klassischer Philologie und Literaturwissenschaften, wie politische und kulturelle Entwicklungen zu Neudefinitionen von Erkenntnisinteresse beitrugen und wie Stellungnahmen aus den Altertumswissenschaften ihrerseits auf Politik und Kultur einwirkten.

In der Zeit, über die wir sprechen wollen, wurden alte Selbstgewissheiten im Reich der Wissenschaften zunehmend brüchig, wie Fritz Ringer bereits 1969 in seiner wegweisenden Studie zur „German academic community“ zwischen 1890 und 1933 demonstriert hat. Vor allem die Altertumswissenschaften als einstige Leitdisziplinen mussten sich der Frage stellen, was sie der Moderne mitzuteilen hatten, welchen Beitrag sie etwa zur Bildung der nachwachsenden Generationen leisten konnten und wollten. Nationalismus und nationales Konkurrenzdenken stachelten auf zu einem Wettlauf um prestigeträchtige Grabungsorte und antiken Schaustücke für die großen Museen. Fast zwangsläufig wurde das Ideal einer internationalen ‚Gelehrtenrepublik‘ zurückgedrängt. Der Ausgang des Ersten Weltkriegs provozierte dann – zumal in Deutschland und Italien, wo er mit tiefergreifenden politischen und sozialen Umbrüchen einherging – bei vielen Intellektuellen ein Gefühl von Verunsicherung. Man suchte nach neuen Verbindlichkeiten, strebte eine normative Betrachtungsweise an und wollte sich von den relativistischen Tendenzen des wissenschaftlichen Positivismus lösen. Schon in der Vorkriegszeit entstandene, damals oft noch latente Strömungen traten nun mit Macht hervor. Ein generelles „Unbehagen an der Moderne“ äußerte sich in den Formen von Zivilisationskritik und Kulturpessimismus, in antidemokratischer Verachtung der ‚Masse‘ und einem extremen Elitismus. Selbst ernannte ‚Propheten‘ wie Stefan George und Gabriele D’Annunzio propagierten einen antikisierenden Kult um Vitalität und Virilität. Dem „Dritten Humanismus“ ging es hingegen darum, „den Weg zum Menschen“ zu beschreiten, „welchen die Griechen gewiesen haben“ (W. Jaeger 1920). Hier wie dort gab man die wissenschaftliche Distanz zum Gegenstand tendenziell auf oder, wie es Kurt Sontheimer 1962 formuliert hat: „Die Macht der Vernunft mußte der Macht des Lebens weichen“.

Im Rahmen der Tagung werden solche Tendenzen und durch sie geprägte wissenschaftliche Orientierungen thematisiert, so etwa das Interesse an Form bzw. Stil als Träger von Identität oder die verstärkte Hinwendung zu vor- und außer-‘klassischen’ Epochen und Strömungen in Philosophie, Literatur und Kunst, die auch zu einer fortschreitenden Spezialisierung innerhalb der Altertumswissenschaften führte

19. - 21. Januar 2012

Menschenbilder – Menschenrechte. Antike Vorbilder und neuzeitliche Normen

Donnerstag, 19.01.2012:

Chairman: Prof. Dr. Christian Kunze (Regensburg)
14:00 Uhr
Begrüßung
14:30 Uhr
Prof. Dr. A.H. Borbein (Berlin), Das Menschenbild der klassischen griechischen Kunst.
15:15 Uhr
Prof. Dr. Christoph Wagner (Regensburg), Der "Neue Mensch". Eine Utopie der Klassischen Moderne.
16:00 – 16:30 Uhr
Pause
Chairman: Prof. Dr. Karlfriedrich Herb (Regensburg)
16:30 Uhr
Prof. Dr. Clemens Kauffmann (Erlangen), Das Eigentum des Menschen an seinem Körper. Antike und moderne Perspektiven.
17:15 Uhr
Prof. Dr. Meinolf Vielberg (Jena), Cicero und die philosophische Tradition der Verfassungsdebatte in Kaiserzeit und Spätantike.
18:00 Uhr
Prof. Dr. Hubert Cancik (Berlin), Menschenrecht Religionsfreiheit. Von Tertullian bis Augustin / von Scapula bis Theodosius.

 

Freitag, 20.01.12:

Chairman: Prof. Dr. Georg Rechenauer (regensburg)
09:15 Uhr
Dr. Dorothea Rhode (Bielefeld), Vorbild Salamis? Eine antike Seeschlacht und ihre Rezeption.
10:00 Uhr
Prof. Dr. Dirk Steuernagel (Regensburg), Pathos, Paralyse, Dekomposition. Zur Darstellung der Giganten im großen Fries des Pergamonaltars.
10:45 – 11:15 Uhr
Pause
11:15 Uhr
Prof. Dr. Hans-Christoph Dittscheid (Regensburg), Raffaels „Schule von Athen“ als Reflex der Anthropologie im Quattrocento.
12:00 Uhr
Dr. Oliver Jehle (Regensburg), Der Satyr als Prediger. Laurence Sternes Maskenspiele.
12:45 – 14:15 Uhr
Mittagspause
Chairman: Prof. Dr. Christoph Meinel (Regensburg)
14:15 Uhr
Prof. Dr. Vivian Nutton (London), Health, Balance and Beauty in the Western Medical Tradition.
15:00 Uhr
Prof. Dr. Thomas Schirren (Salzburg), "Der Einzige und sein Eigentum": Philoktet im Spannungsfeld auto- und heteronomer Strukturen.
15:45 – 16:15 Uhr
Pause
16:15 Uhr
Prof. Dr. Karlfriedrich Herb (Regensburg), Ein Moderner mit antiker Seele. Jean-Jacques Rousseau zwischen Polis-Ideal und moderner Rechtsidee.
17:00 Uhr
Prof. Dr. Christian Kunze (Regensburg), Der griechische Mensch als ethischer Imperativ – Johann Joachim Winckelmann und die griechische Kunst.
17:45 – 18:00 Uhr
Pause
18:00 Uhr
Prof. Dr. Wilhelm Voßkamp (Köln),  Klassische Normen und romantische Kritik: Friedrich Schlegels Konzept der unendlichen Auslegbarkeit.

 

Samstag, 21.01.12:

Chairman: Prof. Dr. Rolf Schönberger (Regensburg)
10:30 Uhr
Prof. Dr. Jan Beck (Regensburg), Menschenrechte in Rom: Cicero, Seneca, Plinius und ihre Sklaven. Drei Menschenbilder aus den eigenen Schriften.
11:15 Uhr
PD Dr. Stephan Grotz (Regensburg), Heideggers Humanismus.
12:00 Uhr
Prof. Dr. Arbogast Schmitt (Marburg), Menschenrechte in der Antike? Zwei gegensätzliche Menschenbilder in der Antike und ihre Bedeutung für die Natur- und Menschenrechtsdebatte in der Neuzeit.
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