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Babylon

Aufführungen am 2., 3., 5. und 6. Juli um 19.30 im Theater an der Uni

Plakat: Der gestiefelte Kater
Plakat: Der gestiefelte Kater

Der gestiefelte Kater nach Ludwig Tieck – das Märchen und mehr als das Märchen …

Der gestiefelte Kater nach Ludwig Tieck zeigt eine Aufführung des bekannten Märchens – mit Chaos auf und hinter der Bühne und einem Publikum, das seine kritische Überlegenheit gegenüber dem bloßen „Kindermärchen“ bis hin zu einem Theaterskandal demonstrieren muss, aber gleichzeitig durch Schmeicheleien und die Anklänge an die Zauberflöte immer wieder in unkritische Begeisterung verfällt. Zeitlos ist nicht nur die Satire auf das Publikum, sondern vor allem die Darstellung der gar nicht märchenhaften Machtausübung.

Wenn man in die Aufführung eines Märchenspiels geht, dann weiß man, was einen erwartet: sprechende Tiere, Könige und Prinzessinnen, brave Bauernburschen, böse Zauberer - und vor allem ein Happy End. So weit, so bekannt. Was einem in Ludwig Tiecks Stück zuerst begegnet, ist ein blasiertes Publikum, das schon vor dem Beginn des „Spiels im Spiel“ zu ersten Mal durch den Dichter beschwichtigt werden muss. Im Mittelpunkt dieser Inszenierung des über zweihundert Jahre altem Stück stehen die – zeitlosen und beklemmend aktuellen – Ausprägungen und Demonstrationen von absoluter politischer Macht – und die Brüchigkeit einer Hoffnung auf ein Happy End, da die beruhigende Märchenwelt durch das Chaos auf, hinter und vor der Bühne dauernd kommentiert und unterbrochen wird.

Wie sich die internationale Theatergruppe mit Mitwirkenden aus sechzehn Ländern unter der Regie zweier Lehrkräfte des Lehrgebiets Deutsch als Fremdsprache dieser brüchigen Märchenaufführung um Machtausübung angenommen hat, ist nun am 2.,3.,5. und 6. Juli jeweils um 19.30 im Theater an der Uni zu sehen. Was im vergangenen Oktober mit einem – wie jedes Jahr – fast völlig neu zusammengestellten Ensemble in Probenarbeit begann, wird nun nach einer beinahe neunmonatigen Probenzeit Anfang Juli mit den Aufführungen im Theater an der Uni – ermöglicht durch die Unterstützung des Studierendenwerks Niederbayern/Oberpfalz – zum Abschluss gebracht.

Auch wenn das Stück seine Anspielungen und Ironisierungen aus der Zeit um 1800 entwickelt, ist es doch in seiner Behandlung des Theater-(Publikum)s, der Sprache und den Themen von einer Überzeitlichkeit – so wie Märchen es sind.

Was das Publikum alles zu mäkeln hat, welche Rollen der Hanswurst vor einem aufgeklärten Publikum spielt und was die damalige Sensation „Die Zauberflöte“ mit all dem zu tun hat, sei hier aber nicht verraten…

„Der gestiefelte Kater. Ein Kindermärchen in drei Akten, mit Zwischenspielen, einem Prolog und Epilog nach Ludwig Tieck“ am 2., 3.,5. und 6. Juli jeweils um 19.30 im Theater an der Uni. Karten an der Abendkasse und über https://stwno.de/de/reservierung (externer Link, öffnet neues Fenster) für 7,-€ bzw. 10,- €.

Zu Babylon

Die Gruppe

In dem Namen „Babylon“ steckt eigentlich auch schon die Idee der internationalen Theatergruppe an der Universität Regensburg: eine neue Sprache intensiv zu erobern und kreativ zu verwenden, in einem Team zu arbeiten, sich auf andere verlassen zu können und immer wieder zu entdecken, dass unterschiedliche Kulturen die Welt - auch die eigene - und das Theater vielfältiger und bunter machen.
Zusammen einen Text in einer fremden Sprache verstehen, interpretieren, erarbeiten, umsetzen, aussprechen und dann spielen - umfassender kann man Sprache kaum lernen.
Und mit Menschen aus verschiedenen Kulturen arbeiten, diskutieren, Theater spielen und Zeit - auch Freizeit - verbringen - kompletter kann man interkulturelle Unterschiede nicht kennen lernen und dann überwinden. Die eigene Aussprache verbessern und auf der Bühne einen Text präsentieren und interpretieren ist ein spielerischer Umgang mit einer fremden Sprache, der die Angst vor Missverständnissen nimmt.
Viele der Schauspieler und Schauspielerinnen sind nur für ein Jahr in Regensburg; so bildet sich Babylon jedes Wintersemester neu und jedes Sommersemester führt eine neu zusammengesetzte Theatergruppe ihr Stück auf. Daneben sind wir ein Deutschkurs des „Lehrgebiets Deutsch als Fremdsprache an der Universität Regensburg“ und haben in Regensburg die großartige Möglichkeit, unsere Arbeit in einem der besten Studententheater in Deutschland dem Publikum vorzustellen.

Kontakt

Andreas Legner / Christine Kramel

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