Mit dem Projekt Frictions on Landscapes ist in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel in Regensburg ein transdisziplinärer Forschungs- und Dialograum entstanden, der Kunst, Wissenschaft und Gesellschaft miteinander verbindet. Das Projekt wurde von Barbara Wimmer-Bulin im Rahmen ihrer Promotion am DIMAS – Department für Interdisziplinäre und Multiskalare Area Studies – der Universität Regensburg unter der wissenschaftlichen Betreuung von Professorin Dr. Anna Steigemann (Professur für Soziologische Dimensionen des Raums) entwickelt und umgesetzt. Sebastian R. Richter (DIMAS), der insbesondere innovative digitale Vermittlungsformate zusammen mit Studierenden umgesetzt hat, war maßgeblich am Projekt beteiligt. Ebenso brachte sich Licia Soldavini (Berlin) als kuratorische Assistenz ein.
Im Mittelpunkt von Frictions on Landscapes steht die Frage, wie unterschiedliche Formen der Wissensproduktion dazu beitragen können, Landschaften als komplexe soziale, ökologische und kulturelle Gefüge neu zu verstehen. Ausgangspunkt ist der von der Anthropologin Anna Tsing geprägte Begriff der Friction: Reibungen, Konflikte und Aushandlungsprozesse, die dort entstehen, wo menschliche Lebensweisen auf natürliche Systeme treffen. Die Ausstellung versammelt künstlerische Positionen von Barbara Wimmer-Bulin, Dr. des. Andrina Jörg (Schweiz), Dr. des. Mahroo Movahedi (Iran) und Caterina Rossato (Italien) sowie Beiträge aus Sozialanthropologie, Geographie, Medienwissenschaft, Stadtforschung und Kunst. Gemeinsam eröffnen sie neue Perspektiven auf Themen wie Extraktivismus, z. B. von Miloš Đurović, Erinnerung, Ressourcennutzung, Urbanisierung und nachhaltige Transformation.
Begleitet wurde die Ausstellung durch das internationale Symposium „Frictions on Landscapes: Wissensgenerierung und künstlerische Forschung von Mensch- Umwelt-Beziehungen“, welches Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Künstlerinnen und Künstler zusammenbrachte.
Keynotes, Vorträge und Walk-Labs diskutierten Landschaft als sozialen, politischen und ästhetischen Wissensraum sowie experimentelle Ethnographie und künstlerische Forschung als Formen transdisziplinärer Erkenntnisgewinnung. Das begleitende Vermittlungsprogramm mit Workshops, Führungen und Gesprächen schuf vielfältige Möglichkeiten für den Austausch zwischen Wissenschaft und Öffentlichkeit.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist der Laborraum „Zukunft verhandeln“ im M26. Dort wird der Forschungsprozess selbst sichtbar: Installationen, ethnographische Arbeiten, partizipative Formate und das Augmented-Reality-Projekt „Beyond the Anthropocene“ bzw. „In d'Stod nei – Urban Storyworlds“ erweitern die Ausstellung in den öffentlichen Raum und laden Besucher ein, Fragen zu Stadt, Natur und Zusammenleben aktiv mitzudenken.
Forschung wird dabei nicht nur präsentiert, sondern gemeinsam mit der Stadtgesellschaft erprobt.
Frictions on Landscapes von Barbara Wimmer-Bulin und Prof. Dr. Anna Steigemann wird vom Kulturamt der Stadt Regensburg mit der Städtischen Galerie im Leeren Beutel, Dr. Caroline-Sophie Ebeling und dem M26, Carolin Binder veranstaltet. Kooperationsinstitutionen sind Studies in the Arts (SINTA) an der Universität Bern, die Fakultät für Landschaftsarchitektur an der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf und das Büro für Möglichkeiten, Regensburg.
Das Projekt wurde von der Stadt Regensburg, der Universitätsstiftung Hans Vielberth, labs4futre (JFF München) und der Universität Regensburg gefördert. Als Teil der Regensburger Nachhaltigkeitswoche 2026 zeigt das Projekt beispielhaft, wie Kunst, Wissenschaft und öffentliche Vermittlung gemeinsam neue Perspektiven auf nachhaltige Transformation eröffnen können.
Die Ausstellung ist bis zum 6. September in der Städtischen Galerie im Leeren Beutel zu sehen; der Laborraum „Zukunft verhandeln“ im M26 ist bis 5. Juli geöffnet.
Kontakt aufnehmen
Barbara Wimmer-Bulin
DIMAS
Universität Regensburg
E-Mail: barbara.wimmer-bulin@ur.de
https://www.uni-regensburg.de/universitaet/dimas/team/barbara-wimmer-bulin