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Aktuelles: Actus Academicus 2026: Fakultät für Katholische Theologie blickt auf ein erfolgreiches Jahr zurück

Mit einem feierlichen Actus Academicus hat die Fakultät für Katholische Theologie der Universität Regensburg am 24. Juni 2026 das akademische Jahr beschlossen, Absolventinnen und Absolventen verabschiedet sowie besondere Leistungen in Forschung und Lehre gewürdigt.
Prof.in Dr. Ute Leimgruber begrüßte die Gäste im Vielberth-Gebäude der Universität. Unter den Ehrengästen befanden sich Universitätspräsident Prof. Dr. Udo Hebel, Vizepräsident Prof. Dr. Nikolaus Korber, Weihbischof Dr. Josef Graf als Vertreter des Regensburger Bischofs sowie zahlreiche Gäste aus Kirche, Universität und Gesellschaft. Besonders willkommen geheißen wurden Brigitte und Lothar Nechleba, die mit ihrer langjährigen Stiftungstätigkeit das Leben der Fakultät über Jahrzehnte geprägt haben.
Für die musikalische Gestaltung des Abends sorgten Dr. Ansgar Wucherpfennig und Dr. Nathan Betz.

25. Juni 2026, von Simon Heimerl

  • Katholische Theologie
  • Veranstaltung

Präsident Udo Hebel würdigt die Bedeutung der Fakultät

In seinem Grußwort hob Hebel die besondere Stellung der Katholisch-Theologischen Fakultät als Gründungsfakultät der Universität Regensburg hervor. Mit Blick auf das bevorstehende 60-jährige Jubiläum der Aufnahme des Lehrbetriebs im Jahr 2027 betonte er ihren wesentlichen Beitrag zum internationalen Renommee der Universität.

Als Beispiele nannte er die Berufung von Prof.in Dr. Laura Lieber, die engen wissenschaftlichen Beziehungen zu israelischen Universitäten sowie die erfolgreiche Beteiligung am DFG-Forschungsverbund „Beyond Canon“ und dem Area-Studies-Department DIMAS. Auch die Berufung der Bayerischen Spitzenprofessorin Prof.in Dr. Julie Casteigt unterstreiche die wissenschaftliche Exzellenz der Fakultät.

Zugleich hob der Präsident die Bedeutung wissenschaftlicher Theologie für die Gesellschaft hervor. Gerade angesichts von Wissenschaftsfeindlichkeit und populistischen Tendenzen sei die Universität gefordert, Orientierung zu geben und junge Menschen zu befähigen, verantwortungsvoll mit den Herausforderungen der Gegenwart umzugehen.

„An welcher Zukunft schreibst du?“

Im Mittelpunkt des Berichts der Dekanin stand die Verabschiedung der Absolventinnen und Absolventen. Unter dem Leitmotiv „An welcher Zukunft schreibst du?“ reflektierte Leimgruber die tiefgreifenden gesellschaftlichen Veränderungen der vergangenen Studienjahre – von den Folgen der Pandemie über den rasanten Aufstieg Künstlicher Intelligenz bis hin zu den Umbrüchen in Kirche und Gesellschaft.

Theologie, so die Dekanin, vermittle weit mehr als unmittelbare Berufsqualifikationen. Sie befähige dazu, komplexe Fragen zu durchdenken, Ambiguitäten auszuhalten und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen. Gerade in einer Zeit, in der KI viele Schreib- und Denkprozesse automatisieren könne, bleibe die Fähigkeit zum eigenständigen kritischen Denken unverzichtbar.

Dabei erinnerte Leimgruber an die besondere gesellschaftliche Verantwortung universitärer Theologie. Diese erschöpfe sich nicht in der Reflexion religiöser Fragen, sondern trage dazu bei, Antworten auf die Herausforderungen der Gegenwart zu entwickeln. Ihre Verankerung an staatlichen Universitäten ermögliche eine kritische Selbstreflexion religiöser Traditionen und wirke Vereinseitigungen sowie fundamentalistischen Tendenzen entgegen.

Als symbolisches Geschenk erhielten die Absolventinnen und Absolventen einen Bleistift mit der Aufschrift „An welcher Zukunft schreibst du?“.

Positive Entwicklung in Forschung und Lehre

In ihrem Jahresrückblick berichtete die Dekanin von einer deutlich entspannten Personalsituation. Mit Prof.in Dr. Andrea Riedl (Mittlere und Neue Kirchengeschichte) und Prof. Dr. Dr. Johannes Elberskirch (Dogmatik und Dogmengeschichte) konnten zwei Professuren erfolgreich besetzt werden.

Besonderen Dank richtete sie an Prodekan Prof. Dr. Tobias Nicklas, der während ihres Forschungsaufenthalts in Australien die Leitung der Fakultät übernommen und sie in dieser Zeit vertreten hatte.

Auch strukturell habe sich die Fakultät weiterentwickelt. Die neue Fakultätswebsite wurde erfolgreich gestartet; hierfür dankte die Dekanin insbesondere Wissenschaftlichem Mitarbeiter Antonio Zierer für sein großes Engagement. Zudem wurden ein aktualisierter Leitfaden für wissenschaftliches Arbeiten, für dessen Überarbeitung sie apl. Prof. Dr. Peter Scheuchenpflug dankte, ein KI-Leitfaden unter Federführung von Prof. Dr. Rupert Scheule sowie ein Verhaltenskompass, für den sie der Gleichstellungsbeauftragten Dr. Magdalena Hürten ihren Dank aussprach, veröffentlicht.

Eine externe Evaluation bestätigte die hohe Qualität der Lehramtsstudiengänge. Die Studierendenzahlen blieben stabil: Aktuell sind 71 Studierende im Studiengang Magister Theologiae und 602 Studierende in den Lehramtsstudiengängen eingeschrieben. Damit zählt Regensburg bundesweit zu den größten Standorten für das Lehramtsstudium Katholische Religionslehre. Besonders erfolgreich entwickelt sich weiterhin der Masterstudiengang Perimortale Wissenschaften mit derzeit 88 Studierenden.

Auch die Forschung bleibt ein starkes Profilmerkmal der Fakultät. Hervorgehoben wurden die Erfolge der Forschungsgruppe „Beyond Canon“, die Arbeit der Spitzenprofessur von Casteigt sowie die Aufforderung zur Vollantragstellung für das Graduiertenkolleg „Perimortale Räume“. Zudem wird das Forschungsprojekt zu Missbrauchserfahrungen von Ordensfrauen fortgeführt.

Erstmals seit der Pandemie konnte zudem wieder ein Studientag stattfinden. Unter dem Titel „Welcher Wahrheit will ich glauben? (externer Link, öffnet neues Fenster)“ setzte er wichtige Impulse für den Austausch mit Oberstufenschülerinnen und -schülern.

Besonderen Dank sprach die Dekanin schließlich allen Lehrenden aus, die die zusätzlichen Belastungen durch weiterhin unbesetzte Professuren mit großem Engagement mitgetragen hätten.

Abschied von der Volker-Nechleba-Stiftung

Ein besonderer Programmpunkt galt der Volker-Nechleba-Stiftung. Prof. Dr. Andreas Merkt würdigte das jahrzehntelange Engagement der Stifterfamilie. Die Stiftung war 1984 im Gedenken an den früh verstorbenen Volker Nechleba gegründet worden und förderte über viele Jahre hinweg insbesondere Studierende im Bereich der christlichen Spiritualität.

Insgesamt konnten rund 900 Studierende an etwa 100 Veranstaltungen und Exkursionen teilnehmen. Nach der Umwandlung in eine Verbrauchsstiftung wird die Stiftung zum Jahresende 2026 ihre Arbeit abschließen.

Apl. Prof. Dr. Peter Scheuchenpflug berichtete zudem über das von der Stiftung geförderte Digitalisierungsprojekt zu den Schriften des Regensburger Bischofs Johann Michael Sailer. Rund 90 Prozent des Gesamtwerks konnten bereits digital erschlossen werden; der Abschluss des Projekts wird für Ende 2026 erwartet. Sein besonderer Dank galt den Eheleuten Nechleba für ihre jahrzehntelange Unterstützung theologischer Forschung und Lehre.

Verabschiedung der Absolventinnen und Absolventen

Im Rahmen des Actus Academicus wurden die Absolventinnen und Absolventen der Fakultät feierlich verabschiedet. Die Lehramtsabsolventinnen erhielten als Anerkennung einen Blumenstrauß sowie den Bleistift mit dem Leitmotiv des Abends. Den Absolventinnen und Absolventen des Magister Theologiae konnten ihre Urkunden persönlich überreicht werden. Ebenso erhielten die Absolventinnen und Absolventen des Masterstudiengangs Perimortale Wissenschaften ihre Abschlussurkunden.

Ehrungen für wissenschaftliche Leistungen

Darüber hinaus würdigte die Fakultät die Promotionen des vergangenen Jahres. Für seine Dissertation über die Figur des Jeremia in der Septuaginta und ihre christologische Rezeption im Frühchristentum erhielt Dr. Hubertus Kerscher eine Laudatio von Prof. Dr. Tobias Nicklas.

Verliehen wurde außerdem der Preis der Dr.-Kurt-Hellmich-Stiftung für herausragende Arbeiten in der ökumenischen Theologie. Der zweite Preis ging an Dr. Simon Strobl (LMU) für seine Dissertation über Abt Emmanuel Heufelder von Niederaltaich. Der erste Preis wurde Dr. Konstantin Wendel (Göttingen) für seine Untersuchung Der pneumatologische Entwurf Gregors II. von Zypern (1241–1290) im Kontext der byzantinischen Filioque-Kontroverse zugesprochen.

Beim anschließenden Empfang nutzten Gäste, Absolventinnen und Absolventen sowie Mitglieder der Fakultät die Gelegenheit zum Austausch und zum gemeinsamen Ausklang eines erfolgreichen akademischen Jahres.

Fotos: Marko Jovanović

Dekanin Prof.in Dr. Ute Leimgruber eröffnet den Actus Academicus 2026 im H24
Dr. Nathan Betz am Klavier und Dr. Ansgar Wucherpfennig sorgen für die musikalische Gestaltung des Nachmittags
Prof. Dr. Andreas Merkt und Lothar Nechleba (rechts)
apl. Prof. Dr. Peter Scheuchenpflug zum von der Volker-Nechleba-Stiftung geförderten Digitalisierungsprojekt zu den Schriften des Regensburger Bischofs Johann Michael Sailer
Gruppenfoto Absolventinnen und Absolventen der Lehramtsstudiengänge
Zeugnisübergabe Absolventinnen und Absolventen des Magister Theologiae

Kontakt aufnehmen

Dekanin Prof.in Dr. Ute Leimgruber

ute.leimgruber​@theologie.uni-regensburg.de
Tel: 0941 943 3740

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