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Gleichtstellungspreis 

Gleichstellungspreis 2025

AG Diversität des Zentrums für Sprache und Kommunikation

In ihrem Schlüsselwerk „Vita activa: oder Vom tätigen Leben“ erläutert die deutsch-amerikanische Politologin Hannah Arendt die grundlegende Bedeutung von menschlicher Pluralität als „die grundsätzliche Bedingung des Handelns wie des Sprechens” (1967/2007: 213). Für Arendt ist das Handeln (actio) damit nicht nur die höchste Form menschlicher Tätigkeit (neben Arbeiten und Herstellen), sondern auch diejenige, in der die fundamentale Bedeutung von Pluralität und damit notgedrungen auch von Diversität im menschlichen Zusammenleben am wirkungsmächtigsten zum Tragen kommt. „Diversity is a fact, inclusion a choice“ bedeutet daher zum einen, dass die grundlegende Verschiedenheit der Menschen erst politisches Handeln und Entscheidungsfreiheit möglich macht. Nichtsdestotrotz kann dieses Handeln zur Freiheit nur intentional, gemeinsam, auf gleicher Wellenlänge und auf der Basis intersubjektiver Verantwortung, Respekt und Empathie geschehen. 
Menschliche Einzigartigkeit und Individualität tritt durch keine Handlungsart stärker in den Vordergrund als durch Sprache und Sprechen. Sprache ist Mittel und Abbild des Denkens und kann daher auch zur Vermittlung von und zwischen unterschiedlichen Weltbildern und Perspektiven dienen. Die Flexibilität und Wandlungsfähigkeit einer Einzelsprache können gleichsam zum sozial-nachhaltigen Umdenken und kreativen Handeln anregen. Sprache vermittelt nicht nur: Sie IST menschliches Handeln. Sie kann durch minimale morphologische, syntaktische oder lexikalische Eingriffe exklusiv oder inklusiv wirken. Sie kann Menschen gesellschaftlich ausgrenzen oder in Gemeinschaften eingliedern. Sprache ist Politik, nicht nur als Gegenstand, sondern auch als Medium, das die Macht hat, das „Wir“ und „Uns“ immer neu zu bestimmen und unsere Gemeinschaft damit zu stärken.

Wie wichtig und zielführend inklusives Handeln insbesondere im Bereich Sprache und Kommunikation ist, zeigen die Träger des diesjährigen Gleichstellungspreises der Universität Regensburg. Dieser Preis wird seit vier Jahren jährlich an Projekte vergeben, die sich in herausragender Weise in Forschung, akademischer Lehre, Wissenstransfer oder studentischem Engagement mit zentralem Bezug zu Gleichstellung und mit dem Ziel der Herstellung von Chancengleichheit und/oder Geschlechtergerechtigkeit hervorgetan haben.

Die AG Diversität des Zentrums für Sprache und Kommunikation, unter der Leitung von Dr. Julia Reinel, setzt sich seit 2023 systematisch für die Planung und Umsetzung diversitätssensibler Lehr- und Lernbedingungen ein. Mit einer Gruppe von 13 freiwillig engagierten Mitarbeitenden hat sie in kurzer Zeit eine Fülle von Konzepten und Strategien zur Förderung von Inklusion und Chancengleichheit erarbeitet. Dazu gehört mitunter die Sensibilisierung aller Mitarbeitenden durch Fortbildungen und Informationsmaterialien wie z.B. eine über 60-seitige Sensibilisierungsbroschüre rund um das Thema Chancengerechtigkeit und Diversität, die die vielfältigen intersektionalen Facetten von Gleichstellung und Gleichberechtigung zum Ausdruck bringt und mit konkreten Fallbeispielen, pädagogischen Ratschlägen und einem differenziert erläuterten Glossar bereichert. Falls Ihnen Begriffe wie „First Generation“, „Teilleistungsstörung“, „Intersexualität“ oder „Universal Design for Learning“ noch nicht hinreichend bekannt sein sollten, kann ich Ihnen diese Broschüre wärmstens als Lektüre empfehlen. 

Zu den Errungenschaften der AG gehören aber auch barrierefreie Kursräume, Vorträge bei internationalen Konferenzen, regelmäßige Fortbildungsangebote sowie ein ausführlicher GRIPS-Kurs „Diversity am ZSK – Handreichungen für Dozent:innen“. Die AG veranstaltet Aktionstage und –wochen z.B. zum Anlass des Deutschen Diversity-Tags. Besonders erwähnenswert wäre an dieser Stelle die Ausstellung „(Un)Sichtbar: Ein Blick auf Gender in Sprachen weltweit“, die die AG im diesjährigen Sommersemester im Foyer der Universitätsbibliothek angeboten hat. In Zusammenarbeit mit der Referentin für Diversity und Antidiskriminierung, Dr. Birgit Bockschweiger, entstand hierzu ein Ausstellungskonzept, das sich mit umstrittenen und oft nur oberflächlich verstandenen Themen wie der gendersensiblen Sprachverwendung im Deutschen, dem generischen Maskulinum sowie dem Gendern in Gebärdensprache und unterschiedlichen Einzelsprachen vom Türkischen bis zum Japanischen auseinandersetzt. Ein Highlight des Projekts war ein Impulsvortrag der Verfassungsrichterin Prof.in Dr. Ulrike Lembke zu den rechtlichen und ethischen Grundlagen des Genderns, zu dem die Referentin eindeutig und konstitutionell abgesichert riet. 

Mit dem Preisgeld von 5.000 Euro möchte die AG ihr Fortbildungs- und Sensibilisierungsprogramm vor allem im Bereich der Transferarbeit im Studierendenkontakt weiter ausbauen. Ich bin gespannt darauf, diesen Prozess weiter zu verfolgen, und wünsche allen Beteiligten weiterhin viel Erfolg und Freude dabei. Im Namen der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Regensburg danke und gratuliere ich hiermit namentlich:

  • Dr. Julia Reinel
  • Nadine Dechant
  • Alexandra Franke-Nanic
  • Florian Greiner
  • Christine Kramel
  • Dr. Caroline Märzweiler
  • Markus Meilinger
  • Christina Ringlstetter
  • Julia Ruhstorfer
  • Dr. Thomas Stahl
  • Timur Taşcan
  • Dr. Michaela Trenner-Haberkorn
  • Françoise Vergès
     

Quellenangabe:
Arendt, Hannah (1967/2007) Vita activa oder Vom tätigen Leben. München: Piper.

(Text: Prof. Dr. Astrid Ensslin, Beauftragte der Universität Regensburg für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst)

Foto: UR / Julia Dragan 

Gleichstellungspreis 2024

Die Universitätsgleichstellungsbeauftragte für Frauen in Wissenschaft und Kunst, Prof. Dr. Astrid Ensslin, mit den Preisträgerinnen der AG Medical Students for Choice Regensburg (Foto: Julia Dragan/UR).

Die Gleichstellung von Frauen und Männern zählt zu den Leitprinzipien der Universität Regensburg. Um Leistungen und Fortschritte in Forschung und Lehre im Zusammenhang mit dem Ziel der tatsächlichen Umsetzung der Chancengleichheit von Frauen und Männern und der Geschlechtergerechtigkeit sichtbar zu machen, schreibt die Universität Regensburg seit 2004 einen Gleichstellungspreis aus. Der Preis ist mit 5.000,00 € dotiert. Die Verleihung fand am 6.11.2024 abends im Rahmen einer festlichen Award Ceremony (externer Link, öffnet neues Fenster) statt.

Verliehen wurde der Preis in diesem Jahr an die AG Medical Students for Choice Regensburg für ihr Engagement zu Einführung des Wahlpflichtfachs "Sexuelle Selbstbestimmung und reproduktive Gerechtigkeit" im Studiengang der Humanmedizin.

In ihrer Laudatio betonte Prof. Dr. Astrid Ensslin, Beauftragte der Universität für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst, dass die Entscheidungsfindung der Jury aufgrund der herausragenden und vielfältigen Bewerbungen auch in diesem Jahr nicht leicht war und führte weiter aus:

"Sascha Kneip, Redakteur der von der Bundeszentrale für Politische Bildung herausgegebenen Zeitschrift Aus Politik und Zeitgeschichte, beschreibt im Sonderheft Reproduktive Rechte vom 19. Oktober 2024 die demokratische Signifikanz reproduktiver Selbstbestimmung folgendermaßen: „Wie umfangreich – oder restriktiv – reproduktive Rechte ausgestaltet sind, erzählt viel über den Wert der Gleichheit in einer Gesellschaft und die Qualität ihres Zusammenlebens.“ Oder, um es mit den Worten von Professorin Ulrike Lembke, Richterin des Verfassungsgerichtshofs des Landes Berlin, die ebenfalls in besagtem Sonderheft vertreten ist, zu formulieren: „Wer nicht über den eigenen Körper, die eigene Familiengründung, die eigene Zukunft entscheiden kann, wird kaum als mündige Person zu Fragen des Gemeinwesens mitreden dürfen oder können … Reproduktive Menschenrechte sind insofern ein genuin demokratisches Konzept.“ Um jedoch entsprechend mündig, und das bedeutet auch informiert und reflektiert, entscheiden und handeln zu können, bedarf es grundlegender Bildung, und dieses Postulat sieht die Jury des Gleichstellungspreises der Universität Regensburg als zentrale Grundlage für das Wohlbefinden unserer zukünftigen Generationen an.

Der (oder die) Gewinner des Gleichstellungspreises sind/ist eine Gruppe hochengagierter Studierender, die es sich zum Ziel gemacht haben, sexuelle Selbstbestimmung und reproduktive Rechte als transdisziplinäres Lehr- und Lernziel an der Universität Regensburg aktiv zu gestalten. Mit dem gleichnamigen Wahlpflichtfach, das für Studierende der Humanmedizin bestimmt ist, hat die AG Medical Students for Choice unter der Schirmherrschaft des Lehrstuhls für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -psychotherapie ein disziplinenübergreifendes Lehrangebot geschaffen, das weit über das kontroverse Thema des Schwangerschaftsabbruchs und des Abtreibungsrechts hinausreicht. Mit Angeboten zur Traumafolgestörung nach Erleben von sexueller Gewalt über sexuell übertragbare Krankheiten, genitale Mutilation von Mädchen bis zur partizipativen Entscheidungsfindung in der Patient:innen-Ärzt:innen-Beziehung und auch der allgemeinen Gesprächsführung rund um das Thema Sexualität verfolgt das Wahlpflichtfach einen holistischen Ansatz, der die Komplexität und Voraussetzungsträchtigkeit reproduktiver Rechte stichprobenhaft adressiert. Es spiegelt die psychologischen, sozialen, kulturellen und physiologischen Komplexitäten seines Gegenstands wider und reflektiert damit nationale wie internationale Debatten vor dem Hintergrund von Frauen- und Inklusivitätsbewegungen aktuell und historisch.

Ebenso wichtig befand die Jury den Mut und die Initiative von Studierenden wie Tabea Klaes, Hanna Hengst, Lea Steinecker und Hannah Franke, sich den Kontroversen unserer Zeit zu stellen und mit ihrem Projekt eines der größten Desiderate medizinischer Versorgung unserer Zeit mit pädagogischem Pragmatismus anzugehen.
In diesem Sinne und im Namen der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Regensburg gratuliere ich der AG Medical Students for Choice zu diesem Erfolg und wünsche allen Beteiligten viel Erfolg bei der weiteren Umsetzung ihres Lehrprojekts."

Zum Ausschreibungstext (externer Link, öffnet neues Fenster)(pdf-Datei, 352 KB)

Gleichstellungspreis 2023

Auszeichnung für das MINT-Projekt Girls Go Science - "Wissenschaft selber machen"

Der Preis geht in diesem Jahr an das Projekt Girls Go Science (externer Link, öffnet neues Fenster), konzipiert, initiiert und durchgeführt von Dr. Stephan Giglberger, Fakultät für Physik. In diesem Projekt nehmen Schülerinnen an mehreren Workshops teil, zum Beispiel am TMDC-Projekt, einem Projekt zu Transition Metal DiChalcogenide-Untersuchungen, in dem sie atomar dünne Halbleiter untersuchen und erkennen, dass und wie deren Schichten sichtbar zu machen sind. Die Teilnehmerinnen lernen, per 3D-Drucker Mikroskope herzustellen, was an den Schulen wiederholt werden kann, sodass sie ihrerseits Multiplikatorinnen werden können. Besonders überzeugt hat die Jury, dass das Projekt eng mit der aktuellen Forschung an unserer Universität liiert ist, den MINT-Bereich betrifft, d.h. den Bereich von Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik, und in den Schülerinnen sowie den Master-Studentinnen und Doktorandinnen, die in der Girls Go Science-Programmschiene als Dozentinnen agieren, Wissenschaftlerinnen von morgen sieht. Die Initiative kann damit dazu beitragen, strukturelle Diskriminierung und daraus folgenden Machtmissbrauch auszubauen. Im Sinne der Gleichstellungsperspektive der Universität zielt es so auf konkrete Verbesserungen im Wissenschaftsbetrieb der Zukunft.

Die Jury würdigt mit dem Preis darüber hinaus das Engagement zur Gleichstellung der Geschlechter der Fakultät für Physik, inbegriffen der Personen, die an ihr und für sie in den letzten Jahren Akzente gesetzt haben, un der Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten für Frauen in Wissenschaft und Kunst an dieser Fakultät.

Die Jury aus Gleichstellungsbeauftragten für Frauen in Wissenschaft und Kunst aller Fächergruppen dieser Universität bescheinigt Dr. Stephan Giglberger, mit dem Projekt herausragend zu Chancengleichheit beigetragen und zugleich die Verbindung nach außen gefördert zu haben, neben der Kooperation mit Schulen durch die Kooperation mit den MINT-Labs. Ihm gilt ausdrücklich der dank der Jury. Das Preisgeld soll im Sinne der Ausschreibung dazu zur Verfügung stehen, das Projekt weiterzubetreiben und weiterzuentwickeln.

Stellvertretend für die Doktorandinnen, die aktiv an der betreffenden Forschung mitwirken, erhält Nadine Mundigl, im Promotionsverfahren bei Prof. Dr. Dominique Bougeard mit einer Arbeit zu Quanteneffekten in Halbleiter-Nanostrukturen, ihre Urkunde. Sie nahm 2014 am MINT-Programm für junge Frauen teil, was für ihre Studienwahl und die Wahl der Universität Regensburg ausschlaggebend war. Als Vertreterin für die Master-Studentinnen des Girls Go Science-Projekts erhält Hanifah Mumtaz eine Preisurkunde, derzeit mit einer Arbeit in Mathematik bei Prof. Dr. Helmut Abeld zu Sharp Interface Limits von Navierstokes/Allen Cahn-Systemen befasst, vormals Teilnehmerin des MINT-Programms 2018 und demletzt Dozentin im TMDC-Projekt. Das Projekt wäre nicht so gelungen ohne die Mikrosystemtechnikerin und Elektronikerin für Betriebstechnik der MINT-Labs Sandra Hannweg, aktiv auch am Girls Go Science-Projekt beteiligt. Wir begrüßen, dass sich Stadt und Universität mit ihr die Hand reichen. Ihnen allen gilt der herzliche Glückwunsch der Universität Regensburg!

Gleichstellungspreis 2022

Hauptpreis für Dr. Heike Wolter

Für das Miteinander in der Gesellschaft ist eine der größten Herausforderungen die Anerkennung und Wertschätzung der Leistungen von Frauen in derselben Weise wie die von Männern. Mit dem Hauptpreis wird 2022 eine mehrstufige Initiative von Frau Dr. Heike Wolter, Akademische Rätin, prämiert, gipfelnd in der Kinderbuchreihe "Starke Frauen", die sich diesem Ziel verschreibt. Sie entstand in Verbindung mit ihrer geschichtsdidaktischen Lehre zu "Gendersensibilität im Geschichtsunterricht" und zu Frauen-, Gender- und Männlichkeitsgeschichte. Die Buchreihe "Starke Frauen" erscheint beim Verlag edition riedenburg und erreicht über den freien Verkauf hinaus inneruniversitär und außeruniversität verschiedene Gesellschaftsschichten und Altersstufen. Eine Stärke ist die Vielfalt der für die biografischen Bücher ausgewählten Frauen - von Bertha Benz und Ruth Bader Ginsburg über Wangari Maathai bis Angela Merkel. Das Projekt setzt mit der Verbindung aus Lehrkräftebildung, didaktischen Angeboten, auch zur Weiterbildung, und dem Einsatz der Reihe in Schulen früh an, um ein geschlechtergerechteres Geschichtsbild zu vermitteln. Vorbilder spielen hierfür eine große Rolle. Es fördert damit langfristig Gendersensibilität und Chancengleichheit. Das Projekt hat überdies durch die Einbindung in das "Zertifikat Hochschullehre" des Zentrums für Hochschul- und Wissenschaftsdidaktik mit Blick auf zeitgemäßes Wissen und die Kompetenzen von Lehrkräften nachhaltigen Charakter.

Zur Konzeption der Bücher und dem Miteinander der Geschlechter erklärt Frau Dr. Wolter:

"Die neben dem historisch orientierten Haupttext angebotenen Forschungsaufgaben und interaktiven Buchteile sollen sich nicht allein an Mädchen richten und den Geschlechteraspekt nicht in konkurrierender Weise betonen. In der konsequenten Ausrichtung auf Selbstverwirklichung sollen sie stattdessen jede*n (auch über binäre Geschlechterkonstruktionen hinaus) ermutigen, sich selbst als wertvolles und gleichberechtigtes Mitglied der Gesellschaft zu begreifen."

Zum Thema "Starke Frauen - Lernen mit und an Frauenbiografien" hat Frau Dr. Wolter zusammen mit Julia Christof in Geschichte lernen 2022 einen Fachaufsatz veröffentlicht.

Mit diesem Engangement hat sich Frau Dr. Heike Wolter um die Gendersensibilisierung und die Gleichstellung der Geschlechter in der akademischen Lehre der Universität Regensburg und im Wissenstransfer sehr verdient gemacht.

Frau Dr. Wolter arbeitet am Lehstuhl für Neuere Geschichte in der Abteilung Didaktik der Geschichte an der Fakultät für Philosophie, Kunst-, Geschichts- und Gesellschaftswissenschaften der Universität Regensburg.

 

Antonia Reck

Der Gleichstellungspreis 2022 in der Kategorie "Abschlussarbeiten und Qualifikationsarbeiten", dotiert mit 500€, wird Frau Antonia Reck für ihre herausragende kulturwissenschaftliche Masterarbeit mit dem Titel Zur Konstruktion weiblicher Geschlechterbilder und Rollenerwartungen in Kochbüchern von und für jüdische Frauen zwischen 1901 und 1921 verliehen. Die Arbeit ist ein exzellentes Beispiel für die detaillierte Analyse von Denkweisen einer bestimmten Zeit und von gesellschaftlichen Gruppen. Die kulturwissenschaftliche Untersuchung zeigt, wie nicht nur explizit, sondern gerade implizit Erwartungen an Frauen vermittelt und immer wieder weitergegeben werden, sie spricht das aktuelle Phänomen der Re-Traditionalisierung an und macht mit diesem Bogen und den Bezügen zur Gegenwart historisch fundierte, zugleich kulturwissenschaftlich plausible gerahmte Aussagen zur Wirkmacht überwunden geglaubter Geschlechterbilder in unserer Zeit. Ihre Arbeit trägt dazu bei, Normvorstellungen zu überdenken, die das Gleichgewicht der Geschlechter betreffen, und regt dazu an, Fragen an die Vergangenheit und die Gegenwart zu stellen.

Antonia Reck ist Absolventin des Masterstudiengangs Vergleichende Kulturwissenschaft an der Universität Regensburg und hat am Foodguide Jüdische Küche. Geschichten - Menschen - Orte mitgearbeitet. Sie ist nach ihrem Abschluss auf eine Stelle an der Herzog-August-Bibliothek Wolfernbüttel gewechselt.

Externe Preise 

Regensburger Preis für Frauen in Wissenschaft und Kunst 

Preisträgerin 2021:

Prof. Dr. Konstantina Papathanasiou, Fakultät für Rechtswissenschaften, UR

Pressemitteilung der UR zur Preisverleihung am 27.10.2021 (externer Link, öffnet neues Fenster)

Preisträgerin 2019:

PD Dr. Friederike Kind-Kovács, Fakultät für PKGG, UR

Pressemitteilung der UR zur Preisverleihung am 25.10.2019 (externer Link, öffnet neues Fenster)

Preisträgerin 2017: 

PD Dr. Sara Collins, Fakultät für Physik, UR

Pressemitteilung der Universität Regensburg zur Preisverleihung am 25.11.2017 (externer Link, öffnet neues Fenster)

Preisträgerinnen 2014:

PD Dr. Sabine Amslinger, Fakultät für Chemie und Pharmazie, UR

PD Dr. Babett Edelmann-Singer, Fakultät für PKGG, UR

Mehr: www.regensburg.de/rathaus/ehrenbuerger-und-medaillen/preis-fuer-frauen-in-wissenschaft-und-kunst (externer Link, öffnet neues Fenster)

Christiane-Nüsslein-Vollhard-Stiftung

Zur Förderung exzellenter Wissenschaftlerinnen in Fächern der experimentellen Naturwissenschaften und der medizinischen Grundlagenforschung mit Kindern.

mehr: www.cnv-stiftung.de (externer Link, öffnet neues Fenster)

For Women in Science - UNESCO-L'Oréal-Förderprogramm

Für Wissenschaftlerinnen mit Kindern; es gibt dabei ein deutsches und ein internationales Programm.

mehr: www.fwis-programm.de (externer Link, öffnet neues Fenster)

Helene-Lange-Preis

Für Nachwuchswissenschaftlerinnen in den MINT-Disziplinen.

mehr: www.helene-lange-preis.de (externer Link, öffnet neues Fenster)

Frauen-MINT-Award

Für die Abschlussarbeiten von Studentinnen in MINT-Fächern.

mehr: www.frauen-mint-award.de (externer Link, öffnet neues Fenster)

EU Prize for Women Innovaters 

Die Europäische Union zeichnet Frauen aus, die ein eigenes Unternehmen (mit-)gegründet und ein EU-gefördertes Forschungs- bzw. Innovationsprojekt durchgeführt haben. Insgesamt werden drei innovative Unternehmerinnen mit Preisgeldern geehrt.

European Prize for Women Innovators (externer Link, öffnet neues Fenster)

ARD/ZDF-Förderpreis Frauen + Medientechnologie 

Für Abschlussarbeiten mit einem technischen Bezug zu Fernsehen, Hörfunk oder Online-Medien

mehr: www.ard-zdf-foerderpreis.de (externer Link, öffnet neues Fenster)

Runnenbaum-Stiftung | Akademische und Soziale Förderung von Alleinerziehenden 

Ingrid zu Solms-Preis für Natur-, Lebens-, und Ingenieurwissenschaften

Ausgeschrieben von der Ingrid zu Solms-Stiftung, Frankfurt am Main, für eine herausragende Promotion mit zukunftsorientierter Forschungsrichtung im Bereich der Physik, der Biologie, der Chemie, der Mathematik, der Informatik oder der Ingenieurwissenschaften auch mit fachübergreifender Ausrichtung.

Dotation: 5.000 Euro
Antragstermine: bis zum 15. Mai eines jeden ungeraden Jahres

Antragsberechtigt sind Frauen bis zum 40. Lebensjahr mit einer abgeschlossenen, entsprechenden Promotion an einer Hochschule im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz).

mehr: www.ingrid-zu-solms-stiftung.de/NLI.html (externer Link, öffnet neues Fenster)

Der academics-Nachwuchspreis 

Der academics-Nachwuchspreis (externer Link, öffnet neues Fenster) ehrt jährlich Wissenschaftler:innen in frühen Karrierephasen, die durch herausragendes Engagement Wissenschaft und Forschung nachhaltig positiv beeinflussen.

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