Gleichtstellungspreis
Gleichstellungspreis 2026
Ausschreibung
Bewerben Sie sich jetzt bis zum 01. Juli 2026 für den Gleichstellungspreis der Universität Regensburg!
Im Jahr 2026 kann Engagement in zwei Kategorien prämiert werden:
1. Hauptpreis: Herausragende Verbund- oder Gruppenprojekte in Forschung,
akademischer Lehre und Selbstverwaltung, Wissenstransfer oder studentischem
Engagement mit zentralem Bezug zu Gleichstellung und mit dem Ziel der Herstellung von
Chancengleichheit und/oder Geschlechtergerechtigkeit. Das Preisgeld in Kategorie 1
beträgt 4.000,00 €.
2. Preis für Qualifikationsarbeiten: Herausragende Dissertation oder Habilitation an der
UR mit einem thematischen und titulären Schwerpunkt in den Gender Studies und/oder
Women’s Studies, die zwischen dem 1.10.2024 und dem 30.9.2025 abgeschlossen
wurde. Das Preisgeld in Kategorie 2 beträgt 1.000,00 €
Detailliertere Informationen finden Sie im vollständigen Ausschreibungstext zum Gleichstellungspreis 2026 (öffnet neues Fenster). (nicht barrierefrei) (pdf-Dokument, 183 KB)
Gleichstellungspreis 2025
AG Diversität des Zentrums für Sprache und Kommunikation
In ihrem Schlüsselwerk „Vita activa: oder Vom tätigen Leben“ erläutert die deutsch-amerikanische Politologin Hannah Arendt die grundlegende Bedeutung von menschlicher Pluralität als „die grundsätzliche Bedingung des Handelns wie des Sprechens” (1967/2007: 213). Für Arendt ist das Handeln (actio) damit nicht nur die höchste Form menschlicher Tätigkeit (neben Arbeiten und Herstellen), sondern auch diejenige, in der die fundamentale Bedeutung von Pluralität und damit notgedrungen auch von Diversität im menschlichen Zusammenleben am wirkungsmächtigsten zum Tragen kommt. „Diversity is a fact, inclusion a choice“ bedeutet daher zum einen, dass die grundlegende Verschiedenheit der Menschen erst politisches Handeln und Entscheidungsfreiheit möglich macht. Nichtsdestotrotz kann dieses Handeln zur Freiheit nur intentional, gemeinsam, auf gleicher Wellenlänge und auf der Basis intersubjektiver Verantwortung, Respekt und Empathie geschehen.
Menschliche Einzigartigkeit und Individualität tritt durch keine Handlungsart stärker in den Vordergrund als durch Sprache und Sprechen. Sprache ist Mittel und Abbild des Denkens und kann daher auch zur Vermittlung von und zwischen unterschiedlichen Weltbildern und Perspektiven dienen. Die Flexibilität und Wandlungsfähigkeit einer Einzelsprache können gleichsam zum sozial-nachhaltigen Umdenken und kreativen Handeln anregen. Sprache vermittelt nicht nur: Sie IST menschliches Handeln. Sie kann durch minimale morphologische, syntaktische oder lexikalische Eingriffe exklusiv oder inklusiv wirken. Sie kann Menschen gesellschaftlich ausgrenzen oder in Gemeinschaften eingliedern. Sprache ist Politik, nicht nur als Gegenstand, sondern auch als Medium, das die Macht hat, das „Wir“ und „Uns“ immer neu zu bestimmen und unsere Gemeinschaft damit zu stärken.
Wie wichtig und zielführend inklusives Handeln insbesondere im Bereich Sprache und Kommunikation ist, zeigen die Träger des diesjährigen Gleichstellungspreises der Universität Regensburg. Dieser Preis wird seit vier Jahren jährlich an Projekte vergeben, die sich in herausragender Weise in Forschung, akademischer Lehre, Wissenstransfer oder studentischem Engagement mit zentralem Bezug zu Gleichstellung und mit dem Ziel der Herstellung von Chancengleichheit und/oder Geschlechtergerechtigkeit hervorgetan haben.
Die AG Diversität des Zentrums für Sprache und Kommunikation, unter der Leitung von Dr. Julia Reinel, setzt sich seit 2023 systematisch für die Planung und Umsetzung diversitätssensibler Lehr- und Lernbedingungen ein. Mit einer Gruppe von 13 freiwillig engagierten Mitarbeitenden hat sie in kurzer Zeit eine Fülle von Konzepten und Strategien zur Förderung von Inklusion und Chancengleichheit erarbeitet. Dazu gehört mitunter die Sensibilisierung aller Mitarbeitenden durch Fortbildungen und Informationsmaterialien wie z.B. eine über 60-seitige Sensibilisierungsbroschüre rund um das Thema Chancengerechtigkeit und Diversität, die die vielfältigen intersektionalen Facetten von Gleichstellung und Gleichberechtigung zum Ausdruck bringt und mit konkreten Fallbeispielen, pädagogischen Ratschlägen und einem differenziert erläuterten Glossar bereichert. Falls Ihnen Begriffe wie „First Generation“, „Teilleistungsstörung“, „Intersexualität“ oder „Universal Design for Learning“ noch nicht hinreichend bekannt sein sollten, kann ich Ihnen diese Broschüre wärmstens als Lektüre empfehlen.
Zu den Errungenschaften der AG gehören aber auch barrierefreie Kursräume, Vorträge bei internationalen Konferenzen, regelmäßige Fortbildungsangebote sowie ein ausführlicher GRIPS-Kurs „Diversity am ZSK – Handreichungen für Dozent:innen“. Die AG veranstaltet Aktionstage und –wochen z.B. zum Anlass des Deutschen Diversity-Tags. Besonders erwähnenswert wäre an dieser Stelle die Ausstellung „(Un)Sichtbar: Ein Blick auf Gender in Sprachen weltweit“, die die AG im diesjährigen Sommersemester im Foyer der Universitätsbibliothek angeboten hat. In Zusammenarbeit mit der Referentin für Diversity und Antidiskriminierung, Dr. Birgit Bockschweiger, entstand hierzu ein Ausstellungskonzept, das sich mit umstrittenen und oft nur oberflächlich verstandenen Themen wie der gendersensiblen Sprachverwendung im Deutschen, dem generischen Maskulinum sowie dem Gendern in Gebärdensprache und unterschiedlichen Einzelsprachen vom Türkischen bis zum Japanischen auseinandersetzt. Ein Highlight des Projekts war ein Impulsvortrag der Verfassungsrichterin Prof.in Dr. Ulrike Lembke zu den rechtlichen und ethischen Grundlagen des Genderns, zu dem die Referentin eindeutig und konstitutionell abgesichert riet.
Mit dem Preisgeld von 5.000 Euro möchte die AG ihr Fortbildungs- und Sensibilisierungsprogramm vor allem im Bereich der Transferarbeit im Studierendenkontakt weiter ausbauen. Ich bin gespannt darauf, diesen Prozess weiter zu verfolgen, und wünsche allen Beteiligten weiterhin viel Erfolg und Freude dabei. Im Namen der Gleichstellungsbeauftragten der Universität Regensburg danke und gratuliere ich hiermit namentlich:
- Dr. Julia Reinel
- Nadine Dechant
- Alexandra Franke-Nanic
- Florian Greiner
- Christine Kramel
- Dr. Caroline Märzweiler
- Markus Meilinger
- Christina Ringlstetter
- Julia Ruhstorfer
- Dr. Thomas Stahl
- Timur Taşcan
- Dr. Michaela Trenner-Haberkorn
- Françoise Vergès
Quellenangabe:
Arendt, Hannah (1967/2007) Vita activa oder Vom tätigen Leben. München: Piper.
(Text: Prof. Dr. Astrid Ensslin, Beauftragte der Universität Regensburg für die Gleichstellung von Frauen in Wissenschaft und Kunst)
Ältere Gleichstellungspreise
Frühere Preistragende des Gleichstellungspreises befinden sich im Archiv (externer Link, öffnet neues Fenster)
Externe Preise
Regensburger Preis für Frauen in Wissenschaft und Kunst
Preisträgerin 2021:
Prof. Dr. Konstantina Papathanasiou, Fakultät für Rechtswissenschaften, UR
Pressemitteilung der UR zur Preisverleihung am 27.10.2021 (externer Link, öffnet neues Fenster)
Preisträgerin 2019:
PD Dr. Friederike Kind-Kovács, Fakultät für PKGG, UR
Pressemitteilung der UR zur Preisverleihung am 25.10.2019 (externer Link, öffnet neues Fenster)
Preisträgerin 2017:
PD Dr. Sara Collins, Fakultät für Physik, UR
Preisträgerinnen 2014:
PD Dr. Sabine Amslinger, Fakultät für Chemie und Pharmazie, UR
PD Dr. Babett Edelmann-Singer, Fakultät für PKGG, UR
Christiane-Nüsslein-Vollhard-Stiftung
Zur Förderung exzellenter Wissenschaftlerinnen in Fächern der experimentellen Naturwissenschaften und der medizinischen Grundlagenforschung mit Kindern.
mehr: www.cnv-stiftung.de (externer Link, öffnet neues Fenster)
For Women in Science - UNESCO-L'Oréal-Förderprogramm
Für Wissenschaftlerinnen mit Kindern; es gibt dabei ein deutsches und ein internationales Programm.
mehr: www.fwis-programm.de (externer Link, öffnet neues Fenster)
Helene-Lange-Preis
Für Nachwuchswissenschaftlerinnen in den MINT-Disziplinen.
mehr: www.helene-lange-preis.de (externer Link, öffnet neues Fenster)
Frauen-MINT-Award
Für die Abschlussarbeiten von Studentinnen in MINT-Fächern.
mehr: www.frauen-mint-award.de (externer Link, öffnet neues Fenster)
EU Prize for Women Innovaters
Die Europäische Union zeichnet Frauen aus, die ein eigenes Unternehmen (mit-)gegründet und ein EU-gefördertes Forschungs- bzw. Innovationsprojekt durchgeführt haben. Insgesamt werden drei innovative Unternehmerinnen mit Preisgeldern geehrt.
European Prize for Women Innovators (externer Link, öffnet neues Fenster)
ARD/ZDF-Förderpreis Frauen + Medientechnologie
Für Abschlussarbeiten mit einem technischen Bezug zu Fernsehen, Hörfunk oder Online-Medien
mehr: www.ard-zdf-foerderpreis.de (externer Link, öffnet neues Fenster)
Runnenbaum-Stiftung | Akademische und Soziale Förderung von Alleinerziehenden
Ingrid zu Solms-Preis für Natur-, Lebens-, und Ingenieurwissenschaften
Ausgeschrieben von der Ingrid zu Solms-Stiftung, Frankfurt am Main, für eine herausragende Promotion mit zukunftsorientierter Forschungsrichtung im Bereich der Physik, der Biologie, der Chemie, der Mathematik, der Informatik oder der Ingenieurwissenschaften auch mit fachübergreifender Ausrichtung.
Dotation: 5.000 Euro
Antragstermine: bis zum 15. Mai eines jeden ungeraden Jahres
Antragsberechtigt sind Frauen bis zum 40. Lebensjahr mit einer abgeschlossenen, entsprechenden Promotion an einer Hochschule im deutschsprachigen Raum (Deutschland, Österreich, Schweiz).
mehr: www.ingrid-zu-solms-stiftung.de/NLI.html (externer Link, öffnet neues Fenster)
academics Early Career Award
Der academics Early Career Award (externer Link, öffnet neues Fenster)ehrt jährlich exzellente Wissenschaftler:innen in frühen Karrierephasen, die durch herausragendes Engagement Wissenschaft und Forschung nachhaltig positiv beeinflussen.