Das Projekt wurde im Rahmen des Programms BEETHOVEN 2 realisiert, das gemeinsam von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) und dem polnischen Nationalen Wissenschaftszentrum (NCN) gefördert wird. Das Forschungsprojekt war als ein deutsch-polnisch-tschechisches Kooperationsprojekt konzipiert, das vom Regensburger Institut für Slavistik / Bohemicum und der Polnischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt wurde.
Das Ziel des Projekts war ein integrativer Ansatz zum deutsch-polnischen Bilingualismus in Polen und Deutschland, bei dem sowohl linguistische als auch soziolinguistische Aspekte einbezogen werden. Das Hauptziel bestand in der Beantwortung der Frage, ob morphosyntaktischer Wandel, der vom deutsch-polnischen Sprachkontakt verursacht wird, eine Auswirkung auf die Sprache der Bilingualen auch über Generationen hinweg hat. Die Untersuchung beleuchtet die Wechselwirkung zwischen Sprachbiographien und dem Sprachgebrauch zweier Generationen bilingualer Gemeinschaften, die zentrale soziale Umbrüche erfahren haben.
Das Projekt geht von der Annahme aus, dass die Arten von morphosyntaktischen Musterreplikationen von den Unterschieden in den Sprachsystemen abhängen. Nicht-systemische Faktoren können jedoch die Frequenz und die Variabilität der Musterreplikationen mit beeinflussen. Der Sprachgebrauch wurde anhand authentischen Materials untersucht, das durch Feldforschung gewonnen wurde.
Die Untersuchung fokussierte sich auf bilinguale Personen zweier Generationen, deren Biographien von unterschiedlichen historischen Bedingungen geprägt wurden: 1. die ältere Generation, die in Polen in den ehemals deutschen Ostgebieten lebt; 2. die mittlere Generation, die in diesem inzwischen polnischen Gebiet geboren wurde, jetzt aber in Deutschland lebt. Die Studie schloss deshalb Personen ein, die zwei Generationen angehören, aber in unterschiedlichen Sprachumgebungen leben. Ein Teil des Projektes war ein deutsch-tschechisches Teilprojekt, in dem Interview mit Tschechisch-Sprechenden in Deutschland erhoben und analysiert wurden.
Die Ergebnisse des deutsch-tschechisches Teilprojektes sind in Form einer individuellen und kollektiven Monographie (mehr hier) und eines digitalen getagten Korpus "Sprachen in Migration" (mehr hier).