Die Schulpädagogik ist eines der reizvollsten Forschungsfelder innerhalb der Pädagogik. Wie in kaum einer anderen Disziplin sind Individuum, Gruppe, Institution und gesellschaftliches Umfeld miteinander vernetzt. Schulpädagogische Erkenntnisse beziehen sich daher immer auf dynamische Konstellationen, was enorme Anforderungen an Forschungsmethoden, Messinstrumente und Studien- bzw. Evaluationsdesigns stellt.
Es gibt aber auch viele praktische Gründe für intensive schulpädagogische Forschung:
- Bildungsökonomische Studien, die enge Zusammenhänge zwischen der Qualität des Schulwesens und der wirtschaftlichen Wachstumsrate, dem technologischen Fortschritt oder der Anzahl von Patentanmeldungen eines Landes aufweisen.
- Die gestiegene nationale und internationale Konkurrenz zwischen Schul- und Bildungssystemen, die durch Vergleichsstudien wie PISA befeuert werden.
- Rasant gewachsene Anforderungen an Lernkompetenzen der Schülerinnen und Schüler sowie an Unterrichtungskompetenzen der Lehrkräfte.
- Unsicherheit, ob Schule, wie sie aktuell gestaltet ist, den Bildungsauftrag adäquat erfüllen kann.
Charakteristika der Forschung am Lehrstuhl für Schulpädagogik:
- Ausübung wissenschaftlicher Ämter (die Lehrstuhlinhaberin ist gewählte Vize-Präsidentin der internationalen Begabungsforschungsvereinigung International Research Association for Talent Development and Excellence (IRATDE), Amtsperiode bis 2016)
- Mitgliedschaften in wissenschaftlichen Vereinigungen (z.B. DGfE, DGPS, ECHA, EARLI, IRATDE, AERA)
- Mitgliedschaften in verschiedenen wissenschaftlichen Beiräten (z.B. Asia Pacific Federation for Gifted Children; European Council for High Abilities)
- Die Forschung am Lehrstuhl für Schulpädagogik zeichnet sich durch eine konsequente empirische Forschungsorientierung aus. In der scientific community ist der Lehrstuhl ausgezeichnet vernetzt. Dies zeigt sich beispielsweise durch die:
- Interdisziplinarität: Es bestehen u.a. Forschungskooperationen mit Forscherinnen und Forschern aus verschiedenen Feldern der Pädagogik und der Psychologie sowie mit diversen Didaktiken und Fachwissenschaften.
- Praxis- und Anwendungsorientierung: Der Lehrstuhl bemüht sich um einen intensiven Praxisbezug. Kooperationspartner sind u.a. Schulen, Elternverbände, Beratungsstellen, Lehrerverbände und Bildungspolitiker.
- Internationale Kooperationen: Es bestehen u.a. Forschungskooperationen mit der Academy of Sciences in Peking (China), der University of British Columbia in Vancouver (Kanada), der Monash University in Melbourne sowie der University of Wollongong (Australien), der King Faisal University in Al-Ahasa (Saudi Arabien), und dem Rishi Valley Institute for Educational Resources Indien.
Zentrale Forschungsthemen:
Der Lehrstuhl für Schulpädagogik (Schulforschung, Schulentwicklung und Evaluation) befasst sich in verschiedenen Forschungsprojekten mit Lehr- und Lernprozessen im vorschulischen, primären, sekundären und tertiären Bildungsbereich. Schwerpunkte sind:
- Lernvoraussetzungen von Schülerinnen und Schülern (z.B. kognitive, motivationale, emotionale, soziale und (fein-)motorische Lernvoraussetzungen und deren Bedeutung für das schulische Lernen),
- Lern- und Leistungsverhalten von Schülerinnen und Schülern (z.B. kognitive und metakognitive Lernprozesse im Rahmen selbstregulierten Lernens),
- Schulische und außerschulischen Lernumwelten (z.B. Klassenraum, Schule, Elternhaus, Mentoringbeziehungen),
- Instruktions- und Unterrichtsprozesse (z.B. im Rahmen von Trainingsstudien und deren Evaluation),
- Professional Development von Lehrkräften und Schulentwicklungsprozesse (z.B. deren Planung, Umsetzung, Optimierung und Evaluation im In- und Ausland).
Forschungsprojekte, Promotionen und Habilitationen
Prof. Dr. Heidrun Stöger
- Wichtige Informationen: Lehrstuhlinhaberin des Lehrstuhls für Schulpädagogik (Schulforschung, Schulentwicklung und Evaluation).