Mit moderner deutscher Kunst war Beckett zu Beginn seiner Reise vergleichsweise unvertraut. Während seiner zwei Monate in Hamburg tauchte er jedoch tief in die zeitgenössische Kunstszene ein. Er wurde Kunstkritikerinnen, Kunsthistorikern und Künstlerinnen vorgestellt, unter ihnen Mitglieder der Hamburger Sezession wie Karl Ballmer, Rosa Schapire und Gretchen Wohlwill. Von ihnen erfuhr Beckett aus erster Hand von den Repressalien des nationalsozialistischen Regimes gegen Künstler und Intellektuelle.
Becketts neue Bekanntschaften machten es ihm auch möglich, Kunst zu besichtigen, die häufig bereits aus der Öffentlichkeit entfernt worden war. Er besuchte Schapires „Wohnung full of Schmidt-Rottluff“ (14/11/36), die privaten Sammlungen von H.C. Hudtwalcker und Max Sauerlandt und das Magazin der Kunsthalle, in dem Werke verwahrt wurden, die als „entartet“ erachtet wurden.
Becketts Erfahrungen in Hamburg formten seine Auseinandersetzung mit Kunst erheblich. So entwickelte er ein ausgeprägtes Interesse an mittelalterlicher Bildhauerei und das Werk des Schweizer Malers Ballmer und Becketts Austausch mit ihm beeinflussten die Grundlagen seines Denkens über Themen wie die Beziehung zwischen Subjekt und Objekt, Oberfläche und Tiefe, oder Kunst und Religion.