Das Alte Testament stellt den Apfel in ein generell positives Licht. Insbesondere der Verfasser des Hohenliedes kommt in seiner bildhaften Ausdrucksweise immer wieder gerne auf die Frucht zu sprechen (Hld 4,3: Deine Schläfen sind hinter deinem Schleier wie eine Scheibe vom Granatapfel; Hld 7,9: Lass […] den Duft deines Atems wie Äpfel; Hld 4,13: Du bist gewachsen wie ein Lustgarten von Granatäpfeln mit edlen Früchten, Zyperblumen mit Narden). Granatäpfel standen für die Fruchtbarkeit des Landes (Num. 13,23; Dtn. 8,8). Die Form der Frucht lieferte die Vorlage für die Gestaltung der Obergewandes des Hohepriesters Aaron (Ex. 28,33-34; zur allegorischen Ausdeutung der mit kleinen Glöckchen abwechselnden Granatäpfel vgl. Engemann, S. 706) und die Säulen vor dem Tempel Salomos (1 Reg. 7,18-20).